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Studio Köln

Lokalzeit aus Köln vom 27.09.

Gartenzeit: Pflanzen für den schattigen Vorgarten

Stand: 28.09.2022, 19:20 Uhr

Schattige Plätze stellen Hobbygärtner immer wieder vor Herausforderungen. Oft ist es der Vorgarten auf der Nordseite, der Kummer bereitet, gar nicht erst beackert und nicht selten lieber mit Schotter bedeckt wird. Rüdiger Ramme kennt Alternativen.

Von Susanne Küppers

Schattige Plätze stellen Hobbygärtner immer wieder vor Herausforderungen. Oft ist es der Vorgarten auf der Nordseite, der Kummer bereitet, gar nicht erst beackert und nicht selten lieber mit Schotter bedeckt wird. Rüdiger Ramme kennt Alternativen.

Problemzone schattiger Vorgarten: 

Klaus Walbelder und Christoph Convent wohnen seit 15 Jahren in einem denkmalgeschützten Gebäude in Köln-Deutz. Sie mögen das schöne alte Haus von 1925. Nur der Vorgarten ist ihnen - und vielen anderen in dieser Eigentümergemeinschaft - ein Dorn im Auge. Eine Unkrautwüste, in der nichts richtig wachsen möchte. Ein grüner Eyecatcher - ökologisch sinnvoll, möglichst abwechslungsreich, pflegeleicht - das ist ihr Wunsch für das schwierige, kleine Terrain vor ihrem Haus. Walbelder und Convent haben sich schon an der Fläche versucht. Ohne Erfolg. Jetzt haben sie sich Hilfe vom Lokalzeitgärtner geholt.

Das A und O: die richtige Pflanzenwahl:

Was wächst im lichten, schattigen Bereich unter Bäumen? Rasen meist nicht, weil der die Sonne liebt. Ökologisch wertvoll ist er auch nicht und in trockenen Sommern wird er braun. Aber wer mit wachem Auge durch den Wald spaziert, sieht, was dort unter den Bäumen wächst. Oft ist es Farn, aber es gibt auch Wald-Astern, Waldmeister, Wald-Anemonen, Bärlauch und einiges mehr. Und dann gibt es noch eine ganze Reihe weiterer klassischer Blühpflanzen für den Halbschatten.

Auswahl bienenfreundlicher Stauden und Gehölze; alle mehrjährig:

  • Azaleen/Rhododendron, Epimedium/Elfenblume, Lungenkraut, Herbst-Annemone, Brunnera/Vergißmeinicht, Hosta/Funkien, Frauenmantel, Prachtspiere, Lichtnelke, Elfenblume/Epimedium, Immergrün/Vinca minor, Glockenblume/Campanula, Purpurglöckchen/Heuchera, Storchschnabel/Geranium, Astrantien, Taubnessel, Goldbeeren/Waldsteinien, Bergenien/Bergenia, Efeu/Hedera, Lilientraube/Liriope muscari, Taglilien, Teppich-Hartriegel/Cornus canadensis, Johanniskraut, Waldmeister, Wald-Anemonen, Wald-Astern, verschiedene Zwiebelblumen für den Frühling

Wichtige Kriterien für ein ökologisch wertvolles, bienenfreundliches Beet im lichten Schatten:

  • alle oben genannten Stauden und Gehölze gedeihen gut im Halbschatten und sogar im Schatten
  • eine sonnen-liebende Pflanze dagegen wird sich niemals im Halbschatten oder Schatten gut entwickeln
  • insektenfreundliche Blüten, die Nektar und Pollen bieten, sind in aller Regel einfach, offen und ungefüllt und sind häufig den Wildformen der Pflanzen ähnlich
  • ratsam ist es, bei der Auswahl auf verschiedene Blütezeitpunkte zu achten. Dann ist auch der Tisch für die Insekten länger gedeckt.
  • auf Fingerhut und Lupinen sollte man in Gärten verzichten, in denen Kinder spielen, denn sie sind giftig
  • verbuddeln Sie im Herbst außerdem reichlich Zwiebelblumen wie Narzissen, Krokusse oder Hyazinthen. Die bringen schon zeitig im Frühjahr Farbe ins Beet und locken erste Insekten an.

Zwei Pflanz-Konzepte bei kleinen Flächen:

Die weißblühende Variante:

  • Größere Gehölze: Heiliger Bambus/Nandina (Blütezeit Frühjahr) und weißblühende Rispen-Hortensie (Blütezeit Sommer).
  • Weißblühende Stauden: Epimedium (blüht im Frühjahr), Purpurglöckchen (blüht im späten Frühjahr), Sterndolden (Sommerblüte), Funkien (Sommerblüte), Astilben (frühe Sommerblüte), Wald-Anemonen (Herbstblüte)

Die rosa-rot-lila Variante:

  • Größere Gehölze: Rotblättriger Japanischer Ahorn mit schöner Herbstfärbung und Samt-Hortensie (Blützeite Sommer).
  • Rosarot-blühende Stauden: Bergenien (frühe Blüte), rotlaubige Heuchera (Blüte spätes Frühjahr), Storchschnabel (blüht im Sommer), Glockenblumen (blüht im späten Frühjahr), Lilientraube/Muscari, Astilben (frühe Sommerblüte), Wald-Anemonen (Herbst-Blüte)

Für ganz frühe Farbtupfer ab Februar und März sollten im Herbst jeweils farblich passende Krokuss-, Narzissen- und Wildtulpen-Zwiebeln im Boden verbuddelt werden.

So geht man vor:

Die richtige und sehr sorgfältige Vorbereitung des Beetes ist entscheidend, damit die Stauden und Gehölze auch gut anwachsen können.

  • zunächst muss alles Unkraut, vor allem alle Wurzelunkräuter, gründlich entfernt werden
  • dann muss der Boden spatentief! tief gelockert werden
  • zusätzlich kann der Boden mit einigen Säcken frischer Blumenerde verbessert werden
  • auch etwas Kompost kann mit unter gemischt werden. Ansonsten geben Sie organischen Dünger oder Bodenaktivator dazu
  • stellen Sie die Pflanzen zunächst im Beet aus
  • die niedrigen Stauden und Bodendecker kommen in Dreier-Gruppen nach vorne ins Beet
  • alles was höher wächst, kommt gestaffelt und gruppenweise weiter nach hinten ins Beet
  • achten Sie auf die richtigen Pflanzabstände und berücksichtigen Sie die auf den Etiketten angegebene spätere Größe der Pflanzen
  • einzelne Prachtstauden oder Gehölze werden als Solitäre einzeln gepflanzt.
  • fünf bis sechs Pflanzen passen auf einen Quadratmeter
  • Kostenpunkt pro Quadratmeter knapp 30 Euro  
  • pflanzen Sie dann von hinten nach vorne ein
  • bei frisch gepflanzten Beeten macht auch eine Mulchschicht zwischen den Pflanzen z.B. aus Pinienrinde Sinn. Sie hält in den ersten ein, zwei Jahren das Unkraut besser fern und speichert auch die Feuchtigkeit im Boden. Nach wenigen Jahren haben sich die Stauden so ausgebreitet, dass sie das ganze Beet bedecken und dann selber Unkraut fern halten und Feuchtigkeit speichern.
  • In der Anwachsphase bei Trockenheit regelmäßig wässern

Gartenzeit Pflanzen für den schattigen Vorgarten

04:17 Min. Verfügbar bis 07.09.2023