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Gartenzeit: Rosenblüten in Adenauers Garten

Lokalzeit aus Köln 28.05.2020

Gartenzeit: Rosenblüten in Adenauers Garten

Kaum ein Hobbygärtner liebt sie nicht. Es ist die Rose; Königin und Diva unter den Gartenblumen. Einer, der sie ganz besonders liebte, war Konrad Adenauer. Das Wohnhaus und der 4000 Quadratmeter große Hanggarten in Rhöndorf im Siebengebirge werden von einer Stiftung gepflegt. In diesen Tagen beginnt dort die Rosenblüte. Grund genug für unseren Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme das hoch über dem Rhein gelegene Anwesen zu besuchen.

Rosenblüte im Adenauer-Garten

Gartenzeit: Rosenblüten in Adenauers Garten Lokalzeit aus Köln 26.05.2020 04:09 Min. Verfügbar bis 26.05.2021 WDR

Den Adenauer-Garten besuchen:

Ab sofort ist der Adenauer-Garten nach der zwischenzeitlichen Schließung wegen Corona auch wieder für Besucher geöffnet. An Feiertagen und an Wochenenden von 11 bis 17 Uhr können interessierte Gartenfans das 4000 Quadratmeter große Anwesen – errichtet auf einem ehemaligen Weinberg - besichtigen. Der Einritt ist frei.

Adresse: Konrad-Adenauer-Straße 8A, 53604 Rhöndorf Eintritt ist frei. Tel. 02224-921234

weitere Infos zur Stiftung „Bundeskanzler-Adenauer-Haus“: www.adenauerhaus.de

In diesen Tagen ist auch ein Bildband über diesen Garten erschienen: „Adenauer – Der Garten und sein Gärtner“, Christian Feyerabend, Greven Verlag Köln

Die Lieblingsrosen Konrad Adenauers

Die Rosen waren erklärtermaßen Konrad Adenauers Lieblingspflanzen:

„Warum ich die Rosen besonders liebe? Nun, die Rose ist die dankbarste und schönste Blume, die ich kenne. In meinem Garten blüht sie fast das ganze Jahr über in verschwenderischer Fülle und Schönheit. Aber nein, natürlich habe ich nicht gezüchtet. Ich bin Rosenliebhaber, so wie es viele in der Welt gibt, kein Rosenzüchter.“

Vor allem duftende Edelrosen, die auf Hochstämmchen veredelt waren, gefielen ihm besonders gut und er pflanzte sie in hoher Stückzahl überall in seinen Garten. Für den damals schon betagten Hobbygärtner hatten sie einige Vorteile: Die Blütenfülle auf Augehöhe, den Duft direkt vor der Nase und auch zum jährlich nötigen Rückschnitt musste er sich nicht bücken. Der Standort in Rhöndorf war zudem bestens geeignet für Rosen. Auf dem ehemaligen Weinberg gab es immer leichten Wind, außerdem war es dort sonnig und warm. So konnten die Blätter nach Regengüssen schnell abtrocknen, was die Gefahr von für Rosen typischen Pilzbefall - Sternrußtau und Mehltau – gering hielt. 

Kleine Rosenkunde:

Moderne Gartenrosen entstanden im 18. und 19. Jahrhundert, als Händler Rosen aus China mitbrachten, die bis in den Herbst hinein öfterblühend sind. Das vererbten sie an europäische Rosen, mit denen sie gekreuzt wurden, die nur einmal im Frühjahr oder Sommer blühen.

Teehybriden sind Kreuzungen aus chinesischer und europäischer Rose. Der Rosenzüchter Jean-Baptiste Guillot brachte 1867 mit ’La France’ die erste dieser Rosen auf den Markt. Eine weitere Besonderheit der Teehybriden: sie haben große, gefüllte Blüten mit einem breiten Farbspektrum.

Floribunda-Rosen (früher Polyantha-Hybriden genannt)

Züchtungsversuche hören nie auf. Man will öfterblühende und möglichst viele Blüten. Aus der Kreuzung von Teehybriden mit Rosa multiflora, einer Wildrose mit großen Blütendolden, ergaben sich üppig blühende Buschrosen. Sie haben das gleiche große Farbspektrum wie Teehybriden.

Von den folgenden Rosen ist bekannt, dass sie zu  Adenauers Lieblingsrosen gehörten und er sie seinerzeit in seinem Rhöndorfer Garten pflanzte. Nachpflanzungen sind heute dort zu sehen. Zumeist sind es Teehybriden und Floribunda-Rosen. Er bevorzugte Duftrosen mit klaren Farben als Hochstämme.

Die oft genannten und beliebten Englischen Rosen, die sich durch den „feinen Charme und Duft einzelner Blüten“ auszeichnen, waren nicht in Adenauers historischem Garten. Sie gibt es erst seit 1963 mit ‘Constance Spry’, als David Austin die Floribunda-Rose ‘Dainty Maid’ mit der Gallica-Rose ‘Belle Isis’  kreuzte.

  • ‘Crimson Glory’. Teehybride, Buschrose, dunkelrot, öfterblühend.
  • Blüht bis in den Herbst hinein mit ungewöhnlich starkem Duft. Züchter: Kordes, Deutschland, 1935, Kreuzung:  ‘Cathrine Kordes’ Sämling  x  ‘W.E. Chaplin’
  • ‘Gloria Dei’. Teehybride, gelb, öfterblühend. Sie gilt als verbreiteste und beliebteste der  gelben Rosen weltweit (syn. Rosa 'Madame A. Meilland' oder ‘Peace’).  Die runden gelben Blüten sind rosa überhaucht und gut gefüllt. Es ist eine Züchtung von Meilland, Frankreich, 1942.  Eine komplexe Kreuzung mit vielen Eltern: ([‘George Dickson ’ x  ‘Souvenir de Claudius Pernet’]  x   [‘Joanna Hill’  x ‘Charles P. Kilham’]) x ‘Margaret McGredy’’‘
  • ‘Kaiserin Auguste Victoria’. Teehybride, weiß, öfter blühend.
  • Sie ist  sehr stark duftend, im Herbst können die Blütenränder rosa überhaucht sein. Züchtung: Lambert, Deutschland,  1891
  • Kreuzung: ‘Coquette de Lyon’ x ‘Lady Mary Fitzwilliam
  • ‘Konrad Adenauer-Rose’. Teehybride, dunkelrot, öfterblühend. Die Edelrose ist eine Züchtung von Tantau, Deutschland.  Konrad Adenauer wählte sie auf der Bundesgartenschau 1954 aus und gab ihr den Namen. Es ist eine duftende öfterblühende Beetrose mit einer Wuchshöhe von 70 bis 100 cm. Sie hat im Adenauergarten einen Ehrenplatz im Seerosengarten. Kreuzung: ‘Crimson Glory’ x  ‘Hens Verschuren
  •  ‘Präsident  Herbert Hoover. ’ Teehybride, rosa, öfterblühend.
  • Züchter: L.B. Coddington, USA, 1930
  • Kreuzung: ‘Sensation’ x ‘Souvenir de Claudius Pernet
  • ‘Queen Elizabeth ’. Floribundarose, rein rosa, öfterblühend.Benannt ist sie  zu Ehren der britischen Königin Elisabeth II. anlässlich ihrer Krönung. Es war die erste Hybride dieser Gruppe (syn. ‘Queen of England’), die in den USA als Grandiflorarosen bezeichnet wird. In Europa wird sie teils zu den Floribundarosen, teils zu den Teehybriden gezählt. 1954 gekreuzt von Lammerts (USA) aus 'Charlotte Armstrong' Teehybride) × 'Floradora' (Floribundarose)
  • ‘Schneewittchen’. Floribundarose, weiß, öfterblühend. Die Blüten erscheinen in Büscheln bis zu 15 Blüten, mit angenehm zartem Duft. Die Rosensorte  (syn. ‘Iceberg ’  oder ‘Fée de Neiges’ ) wurde von W. Kordes’ Söhne 1958 aus den Sorten 'Robin Hood' × 'Virgo' gezüchtet. Der Name leitet sich vom Märchen Schneewittchen ab -  „wer ist die Schönste im ganzen Land.
  • New Dawn’. Öfterblühende Kletterose 3 bis 4 Meter hoch, große, gefüllte, duftende, hellrosa Blüten. 1930 war es die erste Pflanze, die jemals in den USA patentiert wurde.

Stand: 28.05.2020, 09:42