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Gartenzeit: Mut zur Pflanzenvielfalt

Gartenzeit: Mut zur Pflanzenvielfalt 04:22 Min. Verfügbar bis 24.08.2022

Gartenzeit: Mut zur Pflanzenvielfalt

Viele Gärten und Gartenbeete werden häufig im Frühjahr angelegt. Dann, wenn auch die Motivation vieler Hobbygärtner nach langem Winter am größten ist. Das Ergebnis allerdings oft: Es blüht auch künftig viel vor allem im Frühling, aber kaum etwas im Spätsommer oder Herbst. Denn gekauft werden vor allem gerne blühende Pflanzen. Das ist schade, denn natürlich gibt es tolle Spätzünder im großen Pflanzenreich. Rüdiger Ramme stellt es heute unter Beweis. Er besucht Garten und Gärtnerei von Landschaftsarchitekt Jörg Lonsdorf in Bonn-Bad Godesberg. Ein Plädoyer für Pflanzenvielfalt mit zukunftsweisendem Konzept.   

Mut zur Pflanzenvielfalt:

Das Konzept des studierten Landschafts-Architekten und Gartenplaners könnte man mit „Mut zur Pflanzenvielfalt“ bezeichnen. Lonsdorf ist ein ausgewiesener Kenner und Liebhaber von Stauden, Gräsern und Wildstauden. Es gibt in seinem Schaugarten in der Gärtnerei und im privaten, an einem Hang unterhalb des Siebengebirges gelegenen Garten praktisch keine Versiegelung durch Wege, gepflasterten Sitzplätzen oder sogar Beeteinfassungen. Seine naturnahen Gärten sind fast ausschließlich mit einer Vielzahl unterschiedlichster, mehrjähriger, robuster und insektenfreundlicher Pflanzen – Stauden und Gräsern vor allem - gestaltet. Die Pflanzenwahl ist außerdem so gezielt zusammen gestellt, dass zu jeder Jahreszeit etwas blüht. Besonders Augenmerk richtet Lonsdorf inzwischen auch auf Pflanzen, die mit dem Klimawandel gut klar kommen. Und das bedeutet, sowohl mit Hitze als auch mit Starkregen; wie etwa die genügsame Prachtkerze/Gaura, der Indigo-Strauch oder die strauchartige Bleiwurz.

Wer sich selber ein Bild machen möchte: Am Wochenende 18./19. September öffnet Jörg Lonsdorf im Rahmen der Offenen Gartenpforte sein Tore für interessierte Besucher. Jeweils von 10-17 Uhr.

Die Gartenthusiasten, Deichmanns Aue 62, Bonn- Bad Godesberg, Tel. 0228 1847850, www.gartenthusiasten.de, lonsdorf@gartenthusiasten.de

Robuste, spätsommerliche Stauden:

Aber es gibt noch eine ganze Reihe anderer spätsommerlicher Stauden und Gräser, die widrigem Wetter standhalten. Sie stammen oft aus Nord-Amerika, dem Mittelmeerraum, Asien oder dem Gebirge und sind dort sowohl an Trockenheit und hohen Temperaturen im Sommer als auch an Kälte und Frost im Winter gewöhnt. Und sie bieten viel Farbe, Blüten und Abwechslung im Garten von August bis in den November

Beispiele:

  • Gaura/Prachtkerze
  • Verbena bonariensis/Argentinisches Eisenkraut
  • Persicaria/Kerzen-Knöterich
  • Sedum/Fette Henne
  • Stauden-Aralie
  • Sommer- und Herbst-Astern
  • Herbst-Anemonnen
  • Dost

Gräser für den spätsommerlichen Garten:

Gräser, die sich beim kleinsten Windhauch schon mit ihren Blüten- und Fruchtständen bewegen:

  • Molinia caerulea subsp.aurndinacea, Panicum virgatum, Stipa calamagrostis, Stipa gigantea, Stipa pennata, Stipa pulcherrima

Gräser mit Herbstfärbung: 

  • Andropogon geradii, Deschampsia cespitosa, Miscanthus sinensis, Panicum virgatum, Hakonechloa macra

Dominierende Gräser:

  • Arundo donax, Calamagrostis acutiflora Karl Foerster,, Cortaderia-Arten, Molinia caerulea in Sorten, Panicum virgatum Arten, Carex pendula, Miscanthus Sinensis Hybriden

Stand: 24.08.2021, 16:07