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Gartenzeit: Pflanzen unter Bäumen

Gartenzeit: Pflanzen unter Bäumen Lokalzeit aus Köln 25.09.2018 03:38 Min. Verfügbar bis 25.09.2019 WDR

Lokalzeit aus Köln vom 25.09.2018

Gartenzeit: Pflanzen unter Bäumen

Was wächst eigentlich im schattigen Bereich unter Bäumen? Rasen tut es meist nicht, weil Rasen die Sonne liebt. Unser Garten-Experte Rüdiger Ramme aber weiß: Es gibt sehr wohl immergrüne, sogar blühende Alternativen zu sprießendem Unkraut oder nackter Erde. Und darüber freut sich besonders Lokalzeitzuschauerin Annette Clöser. Sie hat in einem Innenhof an der Berrenrather Straße in Köln-Sülz die Patenschaft für einen alten Baum samt Beet darunter übernommen und sich hilfesuchend an unseren Lokalzeitgärtner gewandt.

Pflanzen unter Bäumen

Fast in jedem Garten, aber auch in vielen städtischen Hinterhöfen, gibt es schattige Bereiche unter Bäumen. Aber viele Hobbygärtner sind unsicher: Was wächst eigentlich gut unter Bäumen im Schatten? Was benötigt also wenig Licht, wenig Wasser, wenig Nährstoffe, wenig Wurzelraum? All das nämlich, was auch der Baum für sich in Anspruch nimmt. Die gute Nachricht: Es gibt eine ganze Reihe von Pflanzen, die mit wenig schon zufrieden sind.

Beste Pflanzzeit: September

Spätsommer und früher Herbst sind genau der richtige Zeitpunkt für eine Unterpflanzung. Der Baum geht langsam in die Winterruhe, benötigt nicht mehr so viel Wasser und Nährstoffe. Da können die Bodendecker und Stauden optimal Wurzeln schlagen bis zum Winter und werden schon im kommenden Jahr wie ein dichter Teppich die Baumscheibe überwachsen.

Erster Schritt: Standort-Analyse

Um was für einen Baum handelt es sich? Tiefwurzler oder Flachwurzler? Das spielt eine entscheidende Rolle für die Bepflanzung im Schatten von Bäumen. Flachwurzelnde Gehölze mit einem dichten Wurzelgeflecht knapp unter der Bodenoberfläche wie Feldahorn (Acer campestre), Pappel (Populus), Weiden (Salix), Birken (Betula) oder Fichten (Picea) sind - je älter sie sind - schwierig zu unterpflanzen, da der Wurzeldruck und die Konkurrenz um Boden, Nährstoffe und Wasser sehr groß ist.

Tiefwurzelnde Bäume dagegen wie Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Esche (Fraxinus), Eiche (Quercus), Lärche (Larix), Stechpalme (Ilex) oder Kiefer (Pinus) können mit immergrünen Bodendeckern einfacher bepflanzt werden, da die Pfahlwurzeln der Gehölze das Wasser und die Nährstoffe hauptsächlich aus tieferen Schichten beziehen.


Das passende Fußvolk für einen Baum

Vor allem, wenn der Stamm nicht zu hoch ist, empfehlen sich sogenannte Bodendecker für den Schatten, um ihn richtig in Szene zu setzen. Sie sind winterhart, wachsen flach und dicht wie ein Teppich und die meisten sind auch immergrün. Ihre natürliche Heimat ist der Wald. Sie sind also an wenig Licht und an die Konkurrenz mit Bäumen gewöhnt.

Auswahl von Bodendeckern für den schattigen Bereich unter Bäumen

  • Hosta/Funkien
  • Elfenblume/EpimediumImmergrün/Vinca minor
  • Glockenblume/Campanula
  • Purpurglöckchen/Heuchera
  • Storchschnabel/Gernanium
  • Goldbeeren/Waldsteinien
  • Bergenien/Bergenia
  • Efeu/Hedera
  • Lilientraube/Liriope muscari

Beetvorbereitung

Die richtige und sorgfältige Vorbereitung des Beetes ist entscheidend, damit die Bodendecker gut anwachsen können.

  • Zunächst muss alles Unkraut gründlich entfernt werden.
  • Dann muss der Boden kräftig 5-10 cm tief gelockert werden.
  • Nun wird eine Schicht frische Blumenerde obendrauf verteilt.
  • Entweder vermischt mit Kompost oder Sie geben organischen Dünger oder Bodenaktivator dazu.
  • Wichtig: Vorsichtig arbeiten, um keine Baumwurzeln zu beschädigen. Mit Spaten statt mit Bagger arbeiten.

Pflanzplan machen

Je nach Größe der Fläche sollte man sich auf einige wenige Arten beschränken. Das bringt mehr Ruhe in die Fläche. Bodendecker sollten außerdem immer flächig gepflanzt werden. Heißt: Immer sechs bis zehn (oder mehr) Pflanzen einer Sorte kommen quasi als Team in die Erde. Pflanzabstand auf den Etiketten beachten!

Wie der Name Bodendecker erahnen lässt: Sie wachsen rasch zu einem dichten, immergrünen Teppich zusammen.

Pflege

Wässern Sie die Pflanzen regelmäßig in der Anwachsphase auch wenn es regnet, denn die Krone lässt nicht viel Wasser durch. Einmal angewachsen, benötigen die Pflanzen kaum noch Zuwendung. Eine Abdeckung mit Pinienrinde oder Rindenmulch schützt anfangs noch vor Unkraut in den Lücken und speichert außerdem die Feuchtigkeit.

Stand: 25.09.2018, 16:33