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Gartenzeit: Pfingstrosen

Lokalzeit aus Köln vom 29.05.2018

Gartenzeit: Pfingstrosen

Kaum eine Blüte ist im Mai und Juni so eindrucksvoll wie die der Pfingstrose oder botanisch Päonie. Kleine Knospen öffnen sich zu mitunter riesigen Blütenbällen in nahezu allen Farben der Farbpalette. Schon im Mittelalter fehlte die Bauernpfingstrose – die paeonia officinalis - in keinem Bauern- und Klostergarten. Heute gibt es unzählige neue Züchtungen von Staudenpfingstrosen und von Strauch- oder Baumpfingstrosen.

Pfingstrosen/Päonien   

 

Kaum eine Blüte ist im Mai und Juni so eindrucksvoll wie die der Pfingstrose oder botanisch Päonie. Kleine Knospen öffnen sich zu mitunter riesigen Blütenbällen in nahezu allen Farben der Farbpalette. Schon im Mittelalter fehlte die Bauernpfingstrose – die paeonia officinalis - in keinem Bauern- und Klostergarten. Heute gibt es unzählige neue Züchtungen von Staudenpfingstrosen und von Strauch- oder Baumpfingstrosen.

Bei den alten Griechen galten diese Blumen – der Gärtner nennt sie Päonien - auch als wichtige Heilpflanze. Mit den Wurzeln der Pfingstrose bekämpfte man die Gicht. Deshalb heißt die Pfingstrose in alten Pflanzenbüchern auch noch „Gichtrose“. Bis heute wird sie in der Homöopathie als Heilpflanze genutzt.    

 

Unterschied Stauden-Pfingstrosen - Strauch- oder Baupfingstrosen:

Pfingstrosen sind allesamt robuste Pflanzen, die auch einen frostigen Winter problemlos überstehen. Sie sind sehr langlebig und können mehrere Jahrzehnte alt werden. Neben unzähligen Staudensorten – eine der bekanntesten heißt Sarah Bernhardt - gibt es auch noch die wertvolleren, veredelten Strauchpfingstrosen, die auch deutlich teurer sind.

Während die Stauden sich jedes Jahr im Winter im Boden zurückziehen und jedes Frühjahr neue, etwa 80 cm lange Triebe bilden, entwickeln die Strauch- oder Baumpäonien einen holzigen Stamm. Die Baumpäonien stammen aus Asien, sie wachsen zwar langsam, werden aber je nach Sorte deutlich größer als die Staudenpäonien. Manche können tatsächlich baumhoch werden. Ein weiterer Vorteil der Baumpäonien: Sie blühen in einer größeren Farbpalette. Besonders in China gelten sie als echte Kostbarkeiten und auch hierzulande ist eine blühende Strauchpfingstrose etwas ganz Besonderes. Bei erfahrenen Gartenfans sind sie eindeutig erste Liga. Die Stauden gelten dagegen als pflegeleichter und wachsen schneller. Sie blühen in der Regel auch einige Wochen später im Jahr als die Baumpäonien.

 

Pfingstrosen in den Garten pflanzen:

  • egal, ob als Staude oder Strauch- schon angewachsen im Topf oder Container  kann man eine Pfingstrose von Frühjahr bis Herbst jederzeit in den Garten pflanzen. Im Herbst werden die Baumpäonien im Fachhandel auch wurzelnackt angeboten, dann ist für sie der optimale Pflanzzeitpunkt.
  • Staudenpäonien fühlen sich in der vollen Sonne am wohlsten und blühen dort am besten. Die Baumpäonien dagegen entwickeln sich auch im Halbschatten gut.
  • windgeschützt sollte der Platz sein.
  • Pflanzloch tiefgründig lockern, etwa zwei Spaten tief.
  • Staudenpfingstrose nur so tief in die Erde setzen, wie sie auch im Topf gestanden hat.
  • Strauch-oder Baumpäonien werden tiefer gepflanzt, die Veredlungsstelle verschwindet im Boden.
  • bei sehr lehmigem Boden sollten sie unten ein Kiesbett auslegen, damit das Wasser gut abfließen kann, denn Staunässe mag die Pfingstrose nicht.
  • vermischen Sie den Aushub noch mit guter Blumenerde oder mit Kompost.
  • für den Standort sollten Sie sich langfristig entscheiden, denn das Umpflanzen verträgt die Pfingstrose in der Regel nicht.
  • es dauert etwa drei bis vier Jahre, bis sich die Pflanze voll entwickelt hat und ihre ganze Blütenpracht im Mai/ Juni entfalten kann.

 

Was tun gegen Botrytis/Pilzbefall?

Pfingstrosen sind – je nach Sorte mal mehr und mal weniger – anfällig für Pilzbefall. Sollten einzelne Knospen also plötzlich braun werden oder Blätter saft- und kraftlos an einem Trieb herunterhängen, dann hat in der Regel ein Pilz mit dem Namen „Botrytis“ zugeschlagen. Vorbeugend gibt es Pflanzenschutzmittel, die einen Befall verhindern sollen. Ist der Befall aber da, hilft nur der radikale Rückschnitt aller befallenen Triebe.

 

Neuer Trend: ITO-Hybriden

Als besonders geeignet für Gartenanfänger empfehlen Spezialisten die sogenannten ITO-Hybriden. Das sind neuere Züchtungen aus Stauden- und Strauchpäonien, die die Vorteile beider Arten in sich vereint haben: Sie sind wenig krankheitsanfällig und sie wachsen als kompakter Strauch mit dekorativem Laub und vielen, großen Blüten, die selbst bei starkem Regen nicht umzuknicken drohen (das ist bei so manchen Strauchpäonien-Sorten ein Problem) und es gibt sie in einem großen Farbspektrum.

 

Pfingstrosen als Schnittblumen:

  • achten Sie beim Kauf darauf, dass die Knospe keine feste geschlossene Kugel ist, sondern – wie Gärtner sagen – schon gesprungen ist. Das heißt, sie sollte schon leicht geöffnet und etwas weich sein und ihre Farbe zeigen. Dann können Sie sicher sein, dass die Pfingstrose zu Hause auch prächtig aufblüht.
  • stellen Sie die Vase an einen hellen, warmen Platz, dann blühen sie schneller auf. An einem kühleren Platz dauert es ein paar Tage länger. 
  • geben Sie etwas Frischhaltepulver oder wahlweise auch etwas Zucker mit ins Wasser.    
  • Pfingstrosen sind durstig und brauchen viel Wasser.
  • geschnittene Bauerpfingstrosen aus dem Garten halten in der Regel nur drei Tage in der Vase, viele andere Züchtungen – wie etwa die Sarah Bernhardt – halten dagegen 10 bis 14 Tage und duften herrlich bis zum letzten Tag.
  • am Ende der Blüte wirft die Pfingstrose typischerweise in einem Schwall alle ihre Blätter ab.
  • die Stiele sind empfindlich, daher sollte man die Sträuße nicht binden.
  • Pfingstrosen eignen sich auch zum Trocknen und sehen dann das ganze Jahr über toll aus.   

 

Weitere Infos:

Pfingstrosen-Paradies Stephan Tetzlaff, Im Weidendahl 1, 41516 Grevenbroich-Hemmerden 

www.pfingstrosen-paradies.de

Literaturtipps:

 Pfingstrosen, Gerda Tornieporth, blv-Verlag