Banner der Lokalzeit-Serie "Gartenzeit"

Gartenzeit: Obstbäume richtig pflanzen

Gartenzeit: Obstbäume richtig pflanzen Lokalzeit aus Köln 16.10.2018 03:31 Min. Verfügbar bis 16.10.2019 WDR

Lokalzeit aus Köln vom 16.10.2018

Gartenzeit: Obstbäume richtig pflanzen

Schon mal von einem Familienbaum gehört - einem Obstbaum, an dem gleich drei verschiedene Sorten Äpfel, Birnen oder auch Pflaumen wachsen? Solche Bäumchen mit besonders viel Geschmack bringt unser Fernsehgärtner Rüdiger Ramme heute in die Erde. Darüber freuen konnten sich die Kinder der Garten-AG der Katholischen Grundschule Südschule in Düren.

Obstbäume pflanzen – die richtige Vorbereitung

Die kalte Jahreszeit ist traditionell der richtige Zeitpunkt, um einen Obstbaum zu pflanzen. Die Gehölze befinden sich in der Vegetationspause und können alle Kraft ins Wurzeln schlagen stecken. Gerade sogenannte wurzelnackte Ware (also Pflanzen, die nicht in einem Erdballen im Topf bereits Wurzeln geschlagen haben) muss im Herbst oder Winter in die Erde. Gehölze, die im Topf (Container) vorgezogen sind, können prinzipiell jederzeit gepflanzt werden. Die besten Anwachserfolge erzielt man aber auch hier im Herbst und Winter.

Die Auswahl an Sorten aber auch an Wuchsformen ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Die hoch gewachsenen Obstbäume – sogenannte Hochstämme - in Großmutters Garten kennen viele noch aus ihrer Kindheit. Heute sind die Gärten in Neubaugebieten kleiner geworden und ein dicker Apfelbaum passt da meist gar nicht herein. Auf Obst im Garten und sogar auf der Terrasse oder dem Balkon muss man trotzdem nicht verzichten. Es gibt die Gehölze längst auch in kleineren Formaten.

Obstbaumformen

Wer einen Apfel-, Pflaumen-, Kirsch-  oder Birnbaum neu pflanzen möchte, sollte sich im Herbst oder Winter in einer Baumschule umsehen. Verzichten Sie nicht auf fachmännische Beratung, denn die Auswahl an Sorten und Formen ist groß und ihr Obstbaum soll ja – wenn er ausgewachsen ist – erstens Früchte tragen und zweitens gut in ihren Garten hineinpassen. 

Wie starkwüchsig ein Obstbaum ist, hängt in erster Linie von der so genannten Unterlage ab (das ist die Bezeichnung für eine Wildform des jeweiligen Obstes), auf die der Baum mit einem Edelreis veredelt wurde (das ist die spezielle Sorte Apfel, Birne oder Pflaume, die später am Baum wächst). Und da gibt es schwach-, mittel- und stark wachsende Unterlagen. Das Veredeln geschieht durch Aufpfropfen/Aufbinden eines Zweiges der gewünschten Sorte – das Edelreis - auf den jungen Stamm einer Wildform. Die beiden Zweige wachsen zusammen und dann kann das kleine Bäumchen eingepflanzt werden und Wurzeln schlagen.      

Familienbaum und Bestäubung

Immer gefragter ist in den letzten Jahren der Familienbaum geworden. Das ist ein Obstgehölz – meist in Buschform im Angebot – auf dem nicht nur eine sondern gleich drei verschiedene Sorten einer Frucht veredelt wurden. Das heißt, später wachsen verschiedene Apfel-, Birnen- oder Pflaumen-Sorten auf einem Baum oder Busch. Nebenbei bei hat solch ein Familienbaum noch einen Vorteil: Die einzelnen Sorten bestäuben sich gegenseitig und das heißt, es gibt garantiert Obst. Denn das wird oft vergessen: Ein Obstbaum trägt nur Früchte, wenn er im Frühjahr bestäubt wird. Und dafür brauchen viele Obstsorten – gerade der Apfel - mindestens ein zweites, passendes Exemplar in ihrer Nähe. Es gibt allerdings auch selbst-bestäubende Sorten und Arten. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf bei einem Fachmann.

Erziehungsschnitt nicht vergessen

Für alle Formen aber gilt auch: Um reichlich Früchte zu ernten, muss man sich beim Fachmann vor allem über den richtigen Erziehungsschnitt in den ersten drei Jahren informieren!!  

Obstbaum pflanzen

  • solange der Boden nicht tief gefroren ist, kann jederzeit gepflanzt werden.
  • entscheidend ist der Standort: vollsonnig muss er sein, sonst werden die Früchte nicht süß.
  • in der Anwachsphase braucht der junge Stamm noch Halt an einem Pfahl, damit er nicht ständig im Wind wackelt und nicht richtig Wurzeln schlagen kann.
  • das Pflanzloch sollten Sie besonders großzügig ausheben – mindestens doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen groß ist. Ein lockerer Untergrund ist enorm wichtig für ein gutes Anwachsen.
  • füllen Sie zuerst etwas Aushub wieder ins Pflanzloch ein
  • setzen dann das junge Bäumchen darauf
  • Achtung: Die Veredelungsstelle - also der dicke Knubbel unten am Stamm dort wo die veredelte Sorte mit der Wildform zusammen gewachsen ist - muss immer eine Hand breit über dem Boden bleiben, damit das Edelreis nicht selber Wurzeln schlägt.
  • mischen Sie nun den restlichen Aushub mit organischem Dünger und guter Pflanzerde oder Kompost und geben ihn dazu.
  • dann den jungen Stamm mit einem festen Strick an den Pfahl binden.
  • falls noch nicht in der Baumschule geschehen, kommt nun der Pflanzschnitt (je nach Form und Obstsorte muss hier anders vorgegangen werden; dazu am besten also beim Kauf nachfragen). Die Grundregel: einen Leittrieb, der ganz gerade nach oben wächst, auswählen und um ein Drittel einkürzen
  • anschließend starke Seitentriebe auswählen und ebenfalls einkürzen   

Stand: 16.10.2018, 09:09