Banner der Lokalzeit-Serie "Gartenzeit"

Gartenzeit: Nistkasten mit Dachbegrünung

Gartenzeit: Nistkasten mit Dachbegrünung Lokalzeit aus Köln 05.03.2019 03:30 Min. Verfügbar bis 05.03.2020 WDR Von Susanne Küppers

Lokalzeit aus Köln vom 05.03.2019

Gartenzeit: Nistkasten mit Dachbegrünung

Unser Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme startet heute wieder in die Gartensaison. Sein erstes Thema widmet sich den Vögeln im Garten.

Unser Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme startet heute wieder in die Gartensaison. Sein erstes Thema widmet sich den Vögeln im Garten. Bald beginnt die Brutzeit. Ein Nistplatz muss hergerichtet werden. Genau den zu finden, wird für die Piepmätze aber immer schwerer. Da kann der Hobbygärtner auch Anfang März noch was tun.

Die Zahl der Vögel geht seit Jahren bekanntlich drastisch zurück. Viele Arten sind in ihrem Bestand massiv gefährdet, warnen Naturschutzverbände schon lange. Einerseits finden die Tiere nicht mehr genügend Insekten, um den Nachwuchs groß zu ziehen. Anderseits wird auch schon die Suche nach geeigneten Nistmöglichkeiten immer schwerer. Mehr Flächen werden intensiv landwirtschaftlich genutzt. In den Städten wird immer mehr betoniert. So gibt es kaum noch Alt- oder Totholz, in das die Vögel ihre Höhlen bauen könnten.

Der Hobbygärtner kann ihnen also mit einem Nistkasten helfen. Diese können schon im Herbst aufgehängt werden oder sollte spätestens bis Anfang März hängen. Ein wenig Geduld ist allerdings gefragt. Nicht jeder Nistkasten wird sofort bezogen. Ganz wichtig ist auch die Umgebung. Ein Nistkasten in einem naturnah gestalteten Garten wird eher angenommen. Auch im Winter nutzen die Vögel ihn übrigens als Schutz vor Kälte.

Nistkasten selber bauen:

Einen Nistkasten fertig kaufen und im Garten aufhängen ist also die eine Option. Selber bauen aber meist günstiger und gar nicht schwer.

  • Wählen Sie möglichst witterungsbeständiges, unbehandeltes  Holz wie Eiche oder Robinie.

  • Der Boden sollte mindestens 12x12 cm groß sein.

  • Füllen Sie den Nistkasten nicht mit Nistmaterial wie Stroh oder Sägemehl. Den Nestbau erledigen die Vögel selbst

  • Die Größe des Einflugloches richtet sich nach dem Vogel, für den Sie den Kasten bauen wollen:

Öffnungsgrößen:

  • 28 mm  geeignet für kleine Meisen wie die Blau- und die Tannenmeise
  • 32 mm  geeignet für große Meisen wie die Kohl- und die Haubenmeise
  • 34 mm und oval geeignet für Feld- und Haussperling, den Kleiber, den Trauerschnäpper und den Gartenrotschwanz
  • 45 mm  geeignet für den Star und den Buntspecht
  • 80 mm  geeignet für die Hohltaube und die Dohle
  • 130 mm  geeignet für den Waldkauz
  • Halbhöhlen  geeignet für das Rotkehlchen, den Grauschnäpper, den Zaunkönig, die Bachstelze, die Amsel und den Hausrotschwanz
  • Damit Katzen und Marder nicht mit der Tatze an die Brut gelangen, sollte sich die Lochunterkante bei einem Höhlenbrüterkasten mindestens 17 Zentimeter über dem Kastenboden befinden.
  • Auf eine Ansitzstange unter dem Flugloch sollte verzichtet werden. Auch sie würde den Zugang für Räuber erleichtern.
  • Hängen Sie Nistkästen an einem möglichst ruhigen Plätzchen in mindestens zwei bis drei Meter Höhe auf
  • Das Einflugloch sollte frei befliegbar und nach Osten oder Südosten ausgerichtet sein
  • Nistkästen müssen nach der Brutsaison im Herbst gereinigt werden

Starenkasten mit Dachbegrünung

Für unseren Vorschlag – einen Staren-Kasten mit Dachbegrünung - fallen Materialkosten von knapp 20-25  Euro an. Verwendet haben wir dafür: 

  • wasserfeste Siebdruckplatten. Benötigt werden sechs Platten: Vorder- und Rückseite, Dach und Boden, zwei Seitenteile.
  • Dachplatte 30x30 cm  (mit 4,5 cm hohen, umlaufenden Holzleisten),
  • Bodenplatte: 23x23 cm
  • vordere Wand 25,4 x 30 cm, Rückwand: 25,4 x 35 cm
  • Seitenteile: 23 cm breit und entsprechend der Vorder- und der Rückseite abgeschrägt
  • Einflugloch: Durchmesser 45 mm
  • die Bodenplatte liegt auf zwei innen und unten angebrachten, 1 cm starken Holzleisten lose auf, damit sie zur Reinigung nach der Brutzeit leicht herausgenommen werden kann
  • das begrünte Dach benötigt ein kleines Loch an der nach unten geneigten Umlaufleiste, damit sich im Pflanzbereich keine Staunässe bilden und Wasser abfließen kann.

Für die Bepflanzung des Daches werden Dachgartensubstrat oder eine Mischung aus Lavagestein, Sand und Gartenerde benötigt. Dazu pflegeleichte Sedum- und Sempervivum-Pflanzen.  Sie können Wasser lange Zeit speichern, sind langlebig und pflegeleicht, blühen im Sommer und locken dann auch Bienen und Hummeln an.

Stand: 06.03.2019, 09:35