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Gartenzeit: Minigarten anlegen

Minigarten anlegen 03:47 Min. Verfügbar bis 15.10.2020

Lokalzeit aus Köln vom 15.10.2019

Gartenzeit: Minigarten anlegen

Stellen Sie sich vor, Sie finden eine neue Wohnung und zu der gehört tatsächlich ein kleiner Garten. Verwildert zwar, aber immerhin. Also erstmal alles Unkraut raus, so weit so einfach. Nur, wie geht’s dann weiter? Genau das fragte sich unsere Zuschauerin Monika Wilhelmy aus Bonn-Tannenbusch, die mit Pflanzen bis dato noch nie was am Hut hatte. Sie schrieb an unseren Lokalzeitgärtner. Er hat dabei geholfen, den kleinen Acker in ein Gärtchen zu verwandeln. Gartentipps für Garten-Anfänger mit Minigarten.

Gartenneuanlage: Die Planung 

Der Herbst und auch das Frühjahr sind ideal, um einen Garten neu anzulegen. Für den Garten-Anfänger gilt allerdings: Weniger ist mehr. Und: Es bedarf auch bei kleineren Flächen erstmal einer konkreten Planung. Welche Wünsche soll der Garten erfüllen, wie hoch darf der Pflegeaufwand sein? Wie intensiv wird er später genutzt? All diese Fragen sollten im Vorfeld geklärt werden. Auf dieser Grundlage kann dann eine Skizze/Zeichnung gemacht werden.

In unserem nur 30 Quadratmeter großen Fallbeispiel waren Rasen und bienenfreundliche Pflanzen erwünscht. Das Garten sollte aber zusätzlich kostengünstig in der Anlage und am Ende pflegeleicht und langlebig sein, da keinerlei Gartenerfahrung vorhanden war. Rollrasen und angrenzende Staudenbeete führten da zu einem schnellen und stimmigen Ergebnis. Getrennt wurden die Bereiche Stauden und Rasen mit einfachen Corten-Stahlkanten. Die Kosten für diese Garten-Neuanlage betrugen am Ende insgesamt knapp 700 Euro. Es gab drei Entwürfe: 

Insektenfreundliche Staudenbeete:

Nicht nur hübsche Schmetterlinge sondern auch Bienen und Hummeln sollten in jedem Garten willkommen sein. Es ist unbestritten: Insekten sind unverzichtbar für das Ökosystem und sie sind in Not, finden oft weder Nahrung noch Unterschlupf in modernen, aufgeräumten Gärten.

Hier eine Auswahl von attraktiven Nektar- und Pollen spendenden Gartenblumen/Stauden (nur ungefüllte Sorten verwenden!), die in einen bienenfreundlichen Garten gehören, darunter auch viele Wildstauden:

  • Schafgabe, Goldmohn, Cosmea, Katzeminze, Beinwell, Zier- oder Steppensalbei, Zierlauch, Schönmalve, Wildrosen, ungefüllte Rosen, Gewürzkräuter, Indianernessel, Sonnenbraut, Sonnenhut, Dost , Kugeldistel, Dahlien, Astern, Tagetes, Zitronenmelisse, Borretsch, Herbstanemone, Duftnessel, Glockenblumen, Lavendel, Löwenmäulchen, Prachtkerze, Präriekerze, Blauraute, Färberkamille, Prachtscharte, Blutweiderich, Leimkraut, Storchschnabel, Sommerflieder, Studentenblume, Stauden-Phlox, Sedum, Zinnien, Garten-Ringelblume, Rittersporn, Bartnelke, Kornblume, Wilder Dost,

Die wichtigsten Tipps:

 

  • Ganz wichtig: Bei der Planung etwa eines neuen Staudenbeetes sollten Sie darauf achten, dass vom Frühling bis zum Herbst dort immer etwas blüht, damit die nützlichen Insekten die ganze Gartensaison hindurch Nahrung finden.
  • Außerdem: Wer Bienen und auch Schmetterlinge im eigenen Garten beobachten möchte, verzichtet am besten auf bienengefährliche, chemische Pflanzenschutzmittel.
  • Schneiden Sie die vertrockneten Staudenreste erst im Frühjahr und nicht im späten Herbst oder Winter zurück. Die abgestorbenen Halme bieten im Winter noch Schutz für Pflanzen und Tiere. Außerdem sind die Früchte ein gutes Winterfutter für Vögel.
  • Viele der bienenfreundlichen Pflanzen sehen auch in einem Balkonkasten gut aus. Man kann Bienen also auch dort gezielt anlocken.

 

Buntes Blumenbeet planen und pflanzen:

 

  • alles Unkraut, vor allem Wurzelunkräuter,  muss sorgfältig aus dem Beet entfernt werden
  • Boden gründlich lockern
  • damit alle Stauden im Beet gut bewundert werden können, ist es wichtig zu wissen, wie hoch und wie breit sie später werden und entsprechend dieser Größen das Beet zu gestalten. Die niedrigen Polsterstauden passen daher bei klassischer Bepflanzung meist am besten vorne ins Beet, die höheren Stauden hinten
  • bei der Auswahl der Stauden unbedingt auf den richtigen Standort achten: Manche Stauden lieben die Sonne, andere dagegen fühlen sich im Halbschatten oder Schatten viel wohler. Wichtig: Eine Staude entwickelt sich nur am für sie richtigen Standort gut!!
  • Stauden werden häufig als preiswerte kleine Pflanzen in kleinen 9x9 Zentimeter großen Töpfen (Kosten zwischen 2 und 4 Euro) angeboten. Hier ist es wichtig, den angegebenen Pflanzabstand einzuhalten, damit die Pflanze sich auch genügend ausbreiten kann
  • wer nicht lange warten möchte, kann Stauden auch gleich als größere und oft sogar schon blühende Pflanze im sogenannten Container kaufen und ins Beet setzen (Kosten zwischen 5 und 10 Euro)    
  • die Farben sollten aufeinander abgestimmt sein: Soll es quietschbunt oder Ton in Ton zugehen im Beet?
  • die Blütezeitpunkte sollten aufeinander abgestimmt werden, damit von Frühling bis Herbst immer etwas blüht. Ein nur im Sommer blühendes Beet wirkt die restliche Zeit sonst langweilig.
  • pflanzen Sie auf jeden Fall immer mehrere Pflanzen einer Art als Gruppe ins Beet, damit sie auch nicht übersehen werden können
  • Stauden vor dem Einsetzen kurz in ein Wasserbad tauchen
  • auch nach dem Pflanzen Beet gründlich wässern, in der Anwachsphase regelmäßig wässern
  • setzen Sie auch attraktive Blattschmuckpflanzen wie etwa Funkien oder Gräser mit dazu 
  • viele Stauden wie Rittersporn etwa blühen auch zweimal im Jahr, wenn man sie nach der ersten Blüte zurückschneidet. Diese Stauden nennt man remontierende Stauden
  • schneiden Sie die vertrockneten Staudenreste am besten erst im Frühjahr, bevor die neuen Triebe sprießen, bodennah ab. 

Rollrasen verlegen: 

Der große Vorteil gegenüber der Aussaat: Rollrasen ist in einem Tag verlegt und nach wenigen Tagen begehbar. Die Preise pro Quadratmeter variieren je nach Abnahmemenge, im Schnitt kostet der Quadratmeter Rollrasen zwischen zwei und sechs Euro; inclusive Verlegen liegt er je nach Arbeits-Aufwand vor Ort zwischen acht und zwölf Euro.

Die einzelnen Schritte beim Verlegen:

  • liegt schon alter Rasen aus, muß er abgetragen werden. Dafür kann man spezielle Schälmaschinen ausleihen.
  • den Boden gründlich von Unkraut befreien und auflockern. Wer viel Kraft und Zeit hat, kann das mit der Schaufel machen. Mit einer Motor-Fräse geht es aber sicher schneller und einfacher. Kann man in Gartencentern,  Gartenbaubetrieben oder bei Rollrasenherstellern ausleihen

 

  • planiert wird auf einer kleinen Fläche mit einer Harke, auf größeren Flächen kann dafür eine Kreiselegge eingesetzt werden. Gehen Sie hier ganz sorgfältig vor, denn über kleine Hügel oder auch Vertiefungen werden Sie sich später mächtig ärgern. Jetzt sollte der Untergrund so glatt wie möglich gemacht werden  
  • pH-Wert im Boden messen, Rasen braucht eine gute Bodenstruktur und die wird mit Kalk verbessert, optimal ist ein pH-Wert von 6,5. Wer kein Messgerät zur Verfügung hat, streut vorbeugend Kalk auf der ganzen Fläche aus
  • speziellen Starter-Dünger extra für Rasen verteilen
  • anwalzen. Aber Achtung: der Boden muß beim Walzen ganz trocken sein. Statt mit einer Motor-Walze können Sie hier auch mit einer manuellen arbeiten
  • Rasen vorsichtig ausrollen. Die einzelnen Rollen ohne Lücken dicht nebeneinander ausrollen. Ganz wichtig: Zwischen Schälen und Verlegen  dürfen nicht mehr als 2 Tage liegen, sonst geht der Rasen kaputt.  
  • in Verlegerichtung anwalzen
  • sofort danach kräftig wässern. Denn die frisch verlegten Grashalme dürfen gerade in der Anwachsphase auf keinen Fall austrocknen. Deshalb auch in den ersten Wochen immer wieder bewässern.
  • begehbar ist der Rasen - vorsichtig - sofort, tobende Kinder müssen noch zwei Wochen warten
  • gemäht werden sollte erstmals 14 Tage nach dem Verlegen, dann regelmäßig, am besten alle sieben Tage 

Stand: 15.10.2019, 15:25