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GZ: Kräuterschnecke bauen und bepflanzen

Lokalzeit aus Köln vom 23.04.2019

GZ: Kräuterschnecke bauen und bepflanzen

Rüdiger Ramme hilft heute den Zwillingen und Lokalzeitzuschauerinnen Cordula und Regina Horn aus Köln-Höhenhaus. Eine Kräuterspirale aus Steinen wünschen sich die beiden Schwestern. Es ist das erste Projekt in ihrem neuen Garten nach dem Umbau des gemeinsamen Hauses. Beide müssen ihren grünen Daumen erst noch entdecken, wünschen sich aber viele Kräuter im Garten und vor allem für die Küche.

Deshalb haben sie den Lokalzeitgärtner um Beratung bei der Pflanzenauswahl und um Unterstützung beim Anlegen des kleinen Bauwerks gebeten.

Kräuterspirale bauen – Schritt für Schritt:

Frische Kräuter eben mal selber im Garten, auf dem Balkon oder auch auf der Fensterbank ernten; das tun viele Hobbygärtner gern und es ist nicht schwer. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Kräuter selber zu ziehen: Vom einfachen Blumenkasten auf der Fensterbank bis hin zum kleinen Kräutergarten. Eine schöne und praktische - weil platzsparende – Variante ist eine Kräuterspirale oder Kräuterschnecke aus Steinen, in der jahrelang gleich auf mehreren Etagen Kräuter wachsen können.  Mediterrane wie Rosmarin oder Salbei ebenso wie heimische wie Petersilie oder Dill.

Sie anzulegen, erfordert allerdings ein wenig Zeit, Geschick und etwas Kraft. Denn gleich zu Beginn heißt es: Steine schleppen. Schließlich wird ein kleines Bauwerk errichtet.

Neben den Steinen (je nach Geschmack Grauwacke, Basalt, Formsteine oder Klinker) und viel Schotter, Erde und Sand brauchen Sie außerdem noch Spaten, Schaufel und Stampfer und natürlich – das Wichtigste – die Kräuter. Das Frühjahr ist die beste Pflanzzeit. Viele Kräuter locken zudem auch Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten in den Garten und spenden mit ihren Blüten Pollen und Nektar.

Anlegen einer Kräuterspirale:

  • der Platz für ein spiralförmiges Kräuterbeet im Garten sollte immer sonnig sein und mindestens einen Durchmesser von zwei bis drei Metern haben 

 

  • Zunächst das Beet oder den Platz für die Kräuterschnecke freimachen von anderen Pflanzen, Rasen, Unkraut oder Steinen, den Untergrund ebnen und die Erde lockern.
  • Der Materialbedarf für eine Kräuterspirale mit zwei Metern Durchmesser und ca. 80 cm Höhe ist knapp eine Tonne Steine sowie rund 600 Kilo Schotter und ebenso viel Substrat (Erde-Sandgemisch). Die Kosten dafür betragen ca. 200 Euro.
  • Markieren Sie dann mit Hilfe einer Pflanzschnur den runden Grundriss für die Spirale und heben am äußeren Rand spatentief einen Graben aus. Den Aushub schaufeln Sie in die Mitte. Er kann als Substrat für die Kräuter gleich mit verwendet werden.  
  • Die Spirale sollte sich später nach Süden hin öffnen.
  • Der Graben wird nun mit grobem Schotter verfüllt, nass gemacht und mit einem Stampfer zu einer ebenen Fläche verdichtet, die das stabile Fundament für die spiralförmige Steinmauer darstellt.
  • Dann beginnt man mit der ersten Lage Steine (Natursteine wirken am natürlichsten, aber es können auch Klinker oder Formsteine sein). Achten Sie darauf, dass diese stabil aufeinander stehen und in der Größe zueinander passen. Die Steine sollten mindestens faustdick sein. 
  • Drücken Sie die unteren Steine fest in die Erde und achten Sie darauf, dass die Fugen versetzt verlaufen. Größere Lücken zwischen den Steinen werden immer wieder mit Schotter verfüllt.
  • Ist die erste Reihe kreisrund gelegt, wird eine weitere Schicht grober Schotter als Drainage eingefüllt, damit später das Wasser gut ablaufen kann und sich keine Staunässe bildet.
  • Bauen Sie dann die Spirale aus Steinen schrittweise zur Mitte hin auf, bis der höchste Punkt ca. 80 cm erreicht ist. Im Innern wird nun schichtweise immer wieder als Substrat eine Mischung aus Blumenerde und Sand (zwei Drittel Blumenerde und ein Drittel Sand) aufgefüllt. Insgesamt benötigt man etwa 600 Liter Substrat für eine Spirale von zwei Metern Durchmesser.
  • Damit sich oben kein Wasser stauen kann, können Sie in der oberen Etage noch eine Schicht Tonscherben unter dem Sand/Erde-Gemisch auslegen: So kann das Wasser gut nach unten ablaufen.

Die Kräuter-Auswahl:

Wenn der letzte Stein gesetzt ist, kommen endlich die Kräuter zum Zuge. Welche Kräuter in die Schnecke kommen, ist reine Geschmackssache. Die Auswahl ist riesig. Etwa 15-20 verschiedene Kräuter können in einer Spirale von zwei Metern Durchmesser Platz finden.

Beim Verteilen in der Schnecke achten Sie darauf, dass:

  • schattenliebende, heimische Kräuter wie etwa Sauerampfer, Waldmeister, Petersilie, Melisse, Minze oder Bärlauch nach unten gepflanzt werden
  • und mediterrane Sonnenanbeter wie etwa Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano und die meisten anderen mediterranen Kräuter nach oben. 
  • Die Standortansprüche der einzelnen Kräuter finden Sie auf den Etiketten
  • Achtung: Pflanzen Sie nicht zu dicht. Damit sich die Kräuter schnell üppig ausbreiten können, benötigen sie Platz.
  • Tipp: Pflanzen Sie Minze am besten in einem Tontopf in die Schnecke ein und halten sie so im Zaum. Denn dieses beliebte Kraut neigt dazu, sich so stark zu verbreiten, dass es andere Kräuter verdrängt.

Pflanztipps:

Oberer Bereich: Lavendel, Rosmarin, Salbei, Ysop, Majoran, Thymian, Bohnenkraut

Mittlerer Bereich: Gewürz-Fenchel, Melisse, Estragon, Koriander, Petersilie,

Schnittlauch, Kapuzinerkresse

Unterer Bereich: Dill, Bärlauch, Waldmeister,  Minze

Die Pflege:

Schon nach wenigen Wochen werden die Kräuter ihr Schneckenhaus überwuchern. Viel Pflege benötigen sie nicht.

  • Nur bei längerer Trockenheit ab und zu gießen. Gerade die mediterranen Kräuter sind schließlich an Trockenheit gut angepasst.
  • Außer ein wenig organischem Dünger einmal im Frühjahr benötigen Kräuter keine weiteren Düngergaben. Das würde sie nur stark wachsen lassen. Das beste Aroma aber erzielen Kräuter, wenn sie klein und kompakt bleiben.

Literaturtipps:

  • "Aromagärten", Adouard Lebleu, Ulmer Verlag
  • "Kräuter", Marie-Luise Kreuter, blv-Verlag   
  • "Küchenkräuter schnell und einfach", GU-Pflanzenratgeber, Gräfe und Unzer