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Kompost richtig anlegen

Gartenzeit: Kompost richtig anlegen Lokalzeit aus Köln 23.10.2018 03:38 Min. Verfügbar bis 23.10.2019 WDR

Lokalzeit aus Köln vom 23.10.2018

Kompost richtig anlegen

Schon mal vom „Gold des Gärtners“ gehört? Es ist der Humus, die nährstoffreiche Erde, ohne die im Garten nichts gedeihen würde. Genau um dieses Gold kümmert sich heute unser Lokalzeitgärtner. Es geht um den Kompost; den Platz, wo aller Gartenabfall landet und der Humus entsteht. Nicht gerade der größte Hingucker im Garten, aber für jeden echten Hobbygärtner unverzichtbar. Wie richtig kompostiert wird, zeigt Rüdiger Ramme im Schrebergarten zweier deutsch-türkischer Schwestern an der Bruchstraße in Mönchengladbach-Rheydt, die ihn genau deshalb um Beratung und Hilfe gebeten hatten.

Was darf auf den Kompost und was nicht:

 Beim Gärtnern fällt bekanntlich jede Menge Abfall an: Rasenschnitt, Heckenzweige, Laub, Verblühtes, Wurzeln und andere Pflanzenreste.  Beim Kochen ist das genauso: Kartoffel-, Obst-, Eier- und andere Gemüseschalen oder auch Kaffeesatz oder Teebeutel und verwelkte Blumensträuße landen oft einfach im Müll. Dabei sind sie zum Wegschmeißen eigentlich viel zu schade. Wer einen Garten hat oder auch eine größere Terrasse, kann diesen organischen Abfall auf einfache Weise zu neuem Leben erwecken; zu nährstoffreicher Erde nämlich. Mit einem Kompost.

Nicht auf einen solchen Gartenabfall-Haufen gehören Wurzel- und Samenunkräuter, kranke Pflanzen, gekochte Essensreste, Fleisch- und Fischabfälle, Knochen, Glas, Papier, Steine, Kunststoff, Metall, Leder, Fäkalien.

Kompost-Behälter:

Im Handel werden verschiedene, unten und oben offene Behälter zum Kompostieren ab 30 Euro angeboten. Metall, (recycelter) Kunststoff oder Holz sind die gängigsten Materialien. Mit ein paar Holzlatten oder auch Ziegelsteinen lässt sich solch eine Umrandung aber auch leicht selber bauen. Außerdem gibt es geschlossene Behälter aus Kunststoff; sogenannte Thermokomposter. Die geschlossenen eigenen sich eher bei kleinen Gärten oder wenn man auf der Terrasse kompostieren möchte. Hier geht der Verrottungsprozess schneller. Man muss allerdings genauer auf die Feuchtigkeit im Innern achten, da es schneller zu Fäulnis kommen kann.

   Kompost richtig anlegen:

  • Standort: ein halbschattiger, gut belüfteter Platz ist ideal; möglichst abseits von Terrasse oder einem Sitzplatz
  • bevor der Kompost aufgestellt wird, sollte die Erde darunter aufgelockert und von Unkraut befreit werden
  • wichtig: Je besser das Material zerkleinert ist, umso rascher die Zersetzung. Holzabfälle sollten am besten immer mit einem Häcksler zerkleinert werden. Ab 20 Euro lässt sich dafür einer leihen.
  • Ganz unten landet eine erste Schicht grobe Äste, dann folgt der zerkleinerte Rest. Allerdings nicht wahllos, sondern sehr gezielt.  
  • die richtige Mischung im Kompost ist entscheidend: Gartenabfälle wie Gras, Heckenschnitt, Äste, Pflanzenreste, verwelkte Blumen, Gemüse- und Obstschalen, Eierschalen, Kaffeesatz, verwelkte Blumensträuße sind ideal zum Kompostieren, verrotten aber nur im richtigen Mengenverhältnis optimal.
  • Das Wort Kompost kommt von Komponieren, Zusammensetzen. Dabei müssen nicht nur grobe und feine Bestandteile gemischt werden, sondern auch stickstoffhaltiger und stickstoffarmer organischer Abfall. Wissenschaftlich nennt man das C/N-Verhältnis. C für Kohlenstoff. N für Stickstoff. Alles was holzig ist (Äste, Wurzeln, Baumstümpfe), hat viel Kohlenstoff. Alles was krautig ist, hat viel Stickstoff (Rasenschnitt, Laub, Staudenreste)
  • Stimmt die Kombi von holzig und grün, setzt schon bald die Rotte ein. Im Innern wird es dann zeitweise bis zu 50 Grad heiß.
  • Günstig ist es auch, den Kompost nach drei, vier Monaten „umzusetzen“; das bedeutet, man schichtet mit dem Spaten den Inhalt um: Das Innere kommt nach außen und umgekehrt. 
  • Nach maximal neun Monaten ist der Kompost erntereif.
  • Gesteinsmehl im Kompost bindet die Nährstoffe und verhindert auch Geruchsbildung
  • bei überwiegend trockenem, holzigem Inhalt ist eine Stickstoff-Ergänzung sinnvoll
  • um den Rotte-Prozeß schneller in Gang zu bringen, gibt es auch Kompoststarter im Handel. Erfahrene Kompostierer aber schwören auf dieses Rezept: 10-15 Liter lauwarmes Wasser, 500 gr. Zucker und ein Würfel oder ein Paket Hefe (genügt für einen Quadratmeter)
  • Feuchtigkeitstest: im Kompost sind neben der richtigen Mischung auch die richtige Feuchtigkeit und die richtige Durchlüftung entscheidend für die Verrottung. Presst man das Kompostmaterial in der Faust aus, sollten immer ein paar Tropfen hervorquellen. Tritt mehr Feuchtigkeit aus, ist es zu nass. Kommt kein Wasser, ist es zu trocken. Daher sollte man seinen Kompost sogar gießen, wenn es lange Zeit nicht regnet.
  • schon nach etwa zwei bis drei Monaten kann man, wenn man den Kompost im Frühjahr aufsetzt, frischen Humus ernten, mit dem man schon Beete düngen kann. Sechs bis neun Monate dauert es, um reifen Kompost zu ernten.
  • bevor man den Humus verwendet, sollte er durchgesiebt werden. Die groben Materialien, die nicht durchs Sieb gehen, wandern zurück in den Kompost
  • gut ausgereiften Kompost erkennt man am würzigen Duft nach Walderde.
  • auch mit einem Kressetest kann man feststellen, ob der Kompost reif ist: eine Schale mit Kompost füllen und befeuchten, dann Kressesamen ausstreuen, andrücken und durchsichtig abdecken. Sind die Samen nach drei Tagen aufgegangen, ist der Kompost reif und kann im Garten verwendet werden.

 

Stand: 23.10.2018, 19:09