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Hochbeete bepflanzen für Kita

Gartenzeit: Hochbeete bepflanzen für Kita Lokalzeit aus Köln 21.08.2018 03:28 Min. Verfügbar bis 21.08.2019 WDR

Lokalzeit aus Köln vom 21.08.2018

Hochbeete bepflanzen für Kita

Das wusste schon die Ur-Großmutter: Wer im Juni Erdbeeren ernten möchte, sollte sie im August in die Erde bringen. Die jungen Pflänzchen können über den Winter kräftig Wurzeln schlagen und liefern schon im nächsten Jahr viele Früchte. Was also passte da besser für die beiden neuen Hochbeete der Kindertagestätte St. Mariä-Geburt in Grevenbroich als Erdbeeren, fand unser Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme.

Erdbeeren im Garten

Als „Speise der Seligen“ werden Erdbeeren (Fragaria) auch bezeichnet. Schon in der Steinzeit spielten sie für die Ernährung eine wichtige Rolle. Botanisch zählt die Erdbeere gar nicht zur den Beeren, sondern zu den sogenannten Sammelnussfrüchten. Sie ist eine Staude und gehört zur Familie der Rosengewächse.

Bei uns heimisch sind die kleinen, aromatischen Walderdbeeren. Die großen Früchte, die im Supermarkt oder auf dem Markt zum Verkauf angeboten oder im Garten selber angebaut werden, bezeichnet man als Gartenerdbeeren. Es sind Züchtungen, die auf amerikanische Ahnen zurückgehen. Ihre Früchte sind nicht nur viel größer, sie sind auch robuster und bringen einen deutlich höheren Ertrag. Das beste Erdbeeraroma wird immer noch durch eigenen Anbau im Garten erzielt.

Die Sortenwahl – Unterschied: Einmal oder mehrfach-fruchtende Sorten: 

Die Auswahl an Sorten für den Hobbygärtner ist mittlerweile groß. Da gibt es Kreuzungen zwischen Wald- und Gartenerdbeeren und solche, die als Bodendecker wie eine Wiese zusammenwachsen. Vor allem aber gibt es neben den klassischen Sorten, die im Mai/Juni ihre Früchte liefern, inzwischen viele sogenannte dauer- oder mehrfach-fruchtende Sorten, die von Juni bis September immer wieder neue Früchte bilden. Mit ihnen kann die Erntezeit deutlich verlängert werden, auch wenn sie ab Juli nur noch weniger und kleinere Früchte ausbilden.

  • Einmal tragende Erdbeersorten sind z. B.: Avanta, Darselect, Elsanta, Elvira, Joneyeye, Korona, Polka, Senga Sengana oder Tenira.
  • Mehrmals tragende Erdbeersorten sind z. B.: Evita, Fresca, Josee, Mara de Bois, Mieze Nova, Muir, Ostara, Rapella, Seascape, Selva, Sweetheart, Thuriga oder Tribute.

Klassische Pflanzzeit August:

Die beste Pflanzzeit für Erdbeeren ist der August. Dann können die Jungpflanzen über den Winter Wurzeln schlagen und liefern schon im nächsten Jahr eine üppige Ernte. Viele der neuen dauer-blühenden und -fruchtenden Sorten können aber auch im Frühling gepflanzt werden.

Drei Jahre lang liefern die Erdbeeren auf einer Fläche immer wieder guten Ertrag. Dann müssen sie neu gepflanzt werden und das an anderer Stelle, denn auf der gleichen Fläche würden sich die neuen Erdbeer-Pflanzen nur schlecht entwickeln.

Auch ein Hochbeet eignet sich bestens für den Anbau. Klassisch sind hier Äste, Laub und Kompost geschichtet. Das alles verrottet langsam. Wegen der Nährstoffe und Wärme haben die jungen Pflänzchen das besonders gern. 

Salate und anderes Gemüse in die Lücken setzen

Wer im August pflanzt, kann in die Lücken zwischen den Erdbeeren noch Salate, Spinat, Radieschen, Lauch, Endivie oder Zwiebeln pflanzen oder säen. Das alles reift noch bis zum Herbst und Winter und kann noch im gleichen Jahr geerntet werden. Auch dauerhaft lassen sich Erdbeeren in einem Beet mit diesen Gemüsearten anbauen. Starkzehrer wie Kartoffeln, Tomaten oder Kohl sollten dagegen nicht mit Erdbeeren auf einer Fläche gemeinsam angebaut werden.

Erdbeeren pflanzen, pflegen und vermehren: 

  • Vorm Pflanzen die Erde im Beet lockern, alles Unkraut entfernen und Nährstoffe – sprich Dünger – dazugeben.
  • ein sonniger Standort ist unerlässlich, damit die Früchte auch schön süß werden
  • Erdbeeren brauchen außerdem Platz: Im Abstand von 60 Zentimetern werden  Reihen angelegt und die einzelnen Pflänzchen in 30 Zentimeter Abstand in die Erde gesetzt.
  • Wählen können Sie dabei zwischen den klassischen Erdbeeren, die viele Früchte auf einmal im Juni liefern und traditionell im August gepflanzt werden und solchen, die den Erntesegen von Juni bis September verteilen und auch im Frühjahr noch gepflanzt werden können.
  • Damit kein Unkraut zwischen den Reihen wächst, aber vor allem damit die Früchte später trocken liegen und nicht faulen, mulcht man Erdbeerbeete vor allem vor und in der Erntezeit mit Stroh. Das hält zudem noch die Schnecken fern und die Feuchtigkeit besser im Beet.
  • Neue Erdbeerpflanzen können Sie leicht selbst heranziehen. Denn wie an einer Nabelschnur hängen bereits neue Pflänzchen an einer Mutterpflanze. Diese setzt man am besten in eigene Töpfe, dort schlagen sie Wurzeln und können dann später an anderer Stelle eingepflanzt werden.
  • Regelmäßig gießen nicht vergessen, besonders die Jungpflanzen benötigen ausreichen Wasser.
  • Gedüngt werden die Erdbeeren in der Regel nach der Ernte

Pflanztipp: Erdebeerbeet mit verschiedenen Sorten:

Damit es nicht nur im Juni was zu ernten gibt, unser Tipp: Kombinieren Sie verschiedene Erdbeer-Sorten. Zum Beispiel frühreife, einmal im Jahr tragende Sorten, bei denen schon ab Ende Mai geerntet werden kann. Und dazu mehrfach-fruchtende Sorten. Die entsprechenden Eigenschaften stehen jeweils auf den Etiketten. So haben Sie den ganzen Sommer was zum Naschen bis in den August oder September hinein.        

Erdbeeren auf Terrasse oder Balkon

Wenn Sie keinen Obstgarten haben, aber trotzdem ein Erdbeerfan sind, kein Problem: Versuchen Sie es mal mit einem so genannten Erdbeertopf; ein hoher Tontopf mit vielen seitlichen Öffnungen, in die auch Erdbeeren gepflanzt werden. Schon bald werden die Erdbeer-Pflanzen den Topf ganz überwuchern (eignet sich übrigens auch gut für Kräuter!). Aber auch in normalen Blumenkästen, Töpfen und Blumenampeln können Erdbeeren gepflanzt werden. Hier einige Tipps, wie Sie garantiert Erfolg mit ihren Erdbeerpflanzen haben werden: 

  • verwenden Sie gute Blumenerde
  • Erdbeeren lieben die Sonne; also einen sonnigen Standort wählen
  • bei Hänge-Erdbeeren sollten Sie die ersten Blüten bis Ende Mai immer entfernen, dann werden besonders viele neue Ausläufer nach unten ranken und Früchte tragen.
  • das gilt auch für die Spalier- oder Kletter-Erdbeeren, deren Triebe an der Rankhilfe aufgebunden werden müssen, weil nicht selbständig klettern können
  • mit speziellem Beerendünger alle zwei Wochen nachdüngen

Stand: 21.08.2018, 15:44