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Gartenzeit: Grünes Klassenzimmer

GZ: Grünes Klassenzimmer 04:00 Min. Verfügbar bis 30.03.2022

Lokalzeit aus Köln vom 30.03.2021

Gartenzeit: Grünes Klassenzimmer

Es gibt sie in fast jedem Garten, meist sind sie akkurat gestutzt: die Hecken. Auch unser Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme pflanzt heute eine Hecke. Aber mit einem ganz anderen Ziel und auch anderen Sträuchern: Lebensraum für Insekten und Vögel soll sie vor allem bieten. Und gleichzeitig lebendiges Anschauungsmaterial sein. Denn: Sie wird im Klassenzimmer einer Schule wachsen; der Nikolaus Grundschule in Bonn-Kessenich. Wie kann das sein?

Naturnahe Hecke für Grünes Klassenzimmer

Es gibt sie in fast jedem Garten, meist sind sie akkurat gestutzt, gerne auch immergrün aus Thuja, Eibe, Bambus oder Kirschlorbeer und in erster Linie als Sichtschutz zum Nachbarn oder Abgrenzung zum Bürgersteig gedacht: die Hecken. Auch unser Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme pflanzt heute eine Hecke. Aber mit einem ganz anderen Ziel und auch anderen Sträuchern: Lebensraum für Insekten und Vögel soll sie vor allem bieten. Und gleichzeitig lebendiges Anschauungsmaterial sein. Denn: Sie wird im Klassenzimmer einer Schule wachsen; der Nikolaus Grundschule in Bonn-Kessenich. Wie kann das sein?  Ganz einfach: Der Unterricht kann hier – gut in Zeiten von Corona - demnächst auch draußen stattfinden; in einem Grünen Klassenzimmer.

Grüne Alternative zum Zaun:

Hecken sind eine grüne Alternative zum Zaun oder zu einer Mauer, halten den Wind ab und auch neugierige Blicke, außerdem bieten sie Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Tiere. Und sie sind – in niedriger Form – ein schönes Gestaltungselement in Gärten, etwa um verschiedene Bereiche voneinander abzugrenzen.

Wer plant in seinem Garten oder Vorgarten eine Hecke zu pflanzen, der hat zunächst einmal die Qual der Wahl, denn die Auswahl an Heckenpflanzen ist riesig.

Und eins braucht man: Geduld, denn so eine Hecke, die wächst nicht von heute auf morgen dicht zusammen. Dafür bietet sie aber einen attraktiven,  grünen Blickfang und das bei guter Pflege gleich für mehrere Generationen.

Der Herbst oder das zeitige Frühjahr sind die klassischen Zeitpunkte, in denen eine  Hecke gepflanzt wird. Im Handel wird allerdings auch zunehmend so genannte Containerware angeboten. Das sind Pflanzen, die schon in der Gärtnerei vorgezogen und damit größer sind. Da diese schon kräftige Wurzeln gebildet haben, können sie auch ganzjährig gepflanzt werden. Günstiger ist dagegen sogenannte wurzelnackte Ware: Das sind ganz junge Heckenpflanzen mit ersten kleinen Trieben, die nur von Herbst bis Frühjahr im Angebot sind, sofort in die Erde kommen sollten, damit sie über den Winter erst einmal kräftige Wurzeln schlagen. 

Naturnahe, ökologisch wertvolle Hecke:

Oft werden heutzutage Ziergehölze und Nadelbäume als Sichtschutz gepflanzt, die für die heimische Tierwelt – Vögel und Insekten vor allem - kaum von Nutzen sind. So werden etwa, laut Nabu, die Früchte des heimischen Weißdorns von 32 Vogelarten gefressen, die des nahverwandten nordamerikanischen Scharlachdorns jedoch nur von zwei Arten. Heimische Wildsträucher haben außerdem den Vorteil, dass sie an unsere Klimaverhältnisse gut angepasst und deutlich robuster und pflegeleichter sind als so manche Exoten. Sparen lässt sich so auch. Die meisten heimischen Wildsträucher kosten in der Regel nur um die sechs Euro.

Wer also über genügend Platz verfügt, kann in einem naturnah ausgelegten Garten auch eine frei wachsende Hecke aus verschiedenen naturnahe und heimischen Gehölzen wie Wildrosen, Holunder oder Weißdorn anlegen, die mit ihren nektar- und pollenreichen Blüten im Frühjahr und Sommer und ihren Früchten im Herbst viel Futter für die Tierwelt bietet und dazu noch Rückzugs- und Nistmöglichkeiten.

Für eine frei wachsende Hecke bieten sich zum Beispiel an:

  • Weißdorn
  • Schlehe
  • Kornellkirsche
  • Wildrose
  • Felsenbirne
  • Steinginster
  • Sanddorn
  • Prunus/Mandelpfirsich
  • Sambucus/ Holunder
  • Hundsrose/Wildrose
  • Buttleija/ Schmetterlingsflieder
  • Weigelien
  • Spierensträucher
  • Roseneibisch
  • Flieder
  • Zierapfel
  • Berberitze
  • Heckenkirsche/Lonicera
  • Cornus/ Hartriegel
  • Hainbuche

Anlegen der Hecke:

  • was es braucht für eine gemischte Naturhecke ist allerdings ausreichend Platz. Was die Länge der Hecke anbelangt, gilt die Regel: Je länger, desto besser
  • wenn der Platz es erlaubt, sollte zwei- oder besser dreireihig gepflanzt werden.
  • die größer werdenden Gehölze kommen in den Hintergrund, die niedrigeren davor. So wird ein stufiger Aufbau erreicht und der kann durchaus eine Tiefe von drei bis sechs Metern erreichen
  • der Pflanz-Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen beträgt ein bis anderthalb Meter. In den ersten zwei bis drei Jahren sieht die Neupflanzung deshalb vielleicht etwas mickrig aus, aber die Lücken werden schnell geschlossen
  • das Pflanzloch wird etwa doppelt so breit und tief ausgehoben wie der Wurzelballen jeder Pflanze groß ist
  • wichtig ist, dass man durch die Auswahl der Gehölze auch eine langen Blütezeitraum einplant und auch verschiedene Früchte, um möglichst vielen Lebewesen Futter zu bieten. Deshalb ist die Vielseitigkeit der Hecke so wichtig
  • unbedingt einzuhalten ist der gesetzlich geregelte Abstand zum Nachbarn. Ein Meter ist es bei einer später etwa zweieinhalb Meter hohen Hecke.
  • Die Kosten pro Jungpflanze liegen je nach Art zwischen sechs und zwölf Euro.
  • Anfang braucht es ein wenig Phantasie: Aber schon nach zwei, drei Jahren hat sich ein dichter, grüner Wall entwickelt.
  • Was die Pflege betrifft: Eine naturnahe Hecke ist sehr pflegeleicht. Rückschnitt oder Auslichten ist nur alle paar Jahre nötig, wenn die Hecke zu dicht geworden ist. Vor allem wenn sie von unten her verkahlen, empfiehlt sich ein radikaler Rückschnitt bis etwa 30 bis 40 Zentimeter über dem Boden ("auf den Stock setzen"). Das Schnittgut und auch Totoholz lässt man liegen.

Niemals sollte die gesamte Hecke auf einmal gestutzt werden, sondern immer nur einzelne Büsche, damit die Tiere nicht plötzlich ihren gesamten Lebensraum verlieren.

Stand: 30.03.2021, 15:09