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Gartenzeit: Gewächshaus für Schulgarten

Gartenzeit: Gewächshaus für Schulgarten 03:53 Min. Verfügbar bis 12.11.2020

Lokalzeit aus Köln vom 12.11.2019

Gartenzeit: Gewächshaus für Schulgarten

Es wird kalt, es wird Winter und unser Fernsehgärtner Rüdiger Ramme verabschiedet sich heute in die Winterpause. Mit seinem letzten Einsatz hat er die nächste Gartensaison aber schon wieder im Blick. Er hilft nämlich beim Aufbau eines Gewächshauses und zwar im Schulgarten des Gymnasiums Altenforst in Troisdorf. Bio-Lehrer Nico Lemmer und die Schüler seiner Garten-AG haben ihn dabei um Unterstützung gebeten. Unser Lokalzeitgärtner hat nicht nur mit angepackt, sondern für einen Tag gleich auch mal den Unterricht rund ums Thema Gewächshaus übernommen.

Für den ambitionierte Hobbygärtner: Ein Gewächshaus für den Garten 

Ihnen fehlt im Winter die Gartenarbeit? Kein Problem: Verlängern Sie doch einfach die Gartensaison. In einem Gewächshaus kann fast das ganze Jahr über gesät, gepflanzt und geerntet werden. Und in der kalten Jahreszeit können auch frostempfindliche Kübelpflanzen wie Zitruspflanzen, Oliven, Palmen, Oleander und andere mediterrane oder exotische Pflanzen darin überwintert werden.

Der Kauf eines Gewächshauses will allerdings genau überlegt sein, denn eine gute Planung und gute Qualität sind entscheidend für den Erfolg mit den Pflanzen und dafür, wie lange man Freude an seinem Gewächshaus hat. Und das hat auch seinen Preis. Bei kleineren Gewächshäusern gibt es günstige Angebote ab 500 Euro. Für ein qualitativ hochwertigeres Gewächshaus muss allerdings schon je nach Größe und Ausstattung zwischen 1500 und 15 000 Euro ausgeben werden. Los geht es bei einer Größe von zwei mal zwei Metern und endet bei großen Häusern von vier Metern mal zehn Metern. Wer handwerklich geschickt ist: Kleinere Häuser können auch selbst aufgebaut werden.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten:

  • die Konstruktion: Ein gutes Gewächshaus verfügt über eine langlebige, wartungsarme Konstruktion mit ausreichend Lüftungsmöglichkeiten. Im Angebot gibt es Konstruktionen aus Holz, Stahl oder Aluminium. Lassen Sie sich dazu vor dem Kauf unbedingt vom Fachmann beraten. Ersatzteile sollten auch nach vielen Jahren noch erhältlich sein. Das Gewächshaus darf durch Sturm, Schnee und Hagel nicht ernstlich gefährdet sein 
  • ein gutes Gewächshaus ist so gut wie seine „Verglasung“. Das wesentliche Kriterium ist die Lichtdurchlässigkeit, die für mindestens 10 Jahre vom Händler garantiert sein sollte
  • eingedeckt werden können Gewächshäuser mit speziellem hagelfesten Gewächshaus-Glas (sogenanntes Einscheiben-Sicherheitsglas), mit Kunststoff-Fenstern (sogenannte Stegdoppelplatten aus Plexiglas) oder auch mit Folie
  • früher verwendete man nur einfaches Glas für Gewächshäuser. Doch die Wärmeregulierung war ein Problem, denn es wurde schnell zu heiß. Im Sommer verbrannte der Brennglaseffekt die Pflanzen, wenn man nicht ausreichend schattierte. Im Winter wurde es schnell zu kalt und bei Hagel ging das Glas zu Bruch.
  • deshalb sind ausreichende Belüftungsmöglichkeiten durch Fenster wichtig. Um die Fenster zu öffnen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Bei der High-Tech-Variante öffnen sich die Fenster computergesteuert je nach Temperatur. Durchgesetzt hat sich im Hobbybereich aber ein anderes System, das ebenfalls automatisch funktioniert, aber ohne Strom. Möglich macht das eine Wachspatrone im Fensteröffner, die sich je nach Temperatur ausdehnt oder zusammenzieht und so das Fenster öffnet und schließt. Die dritte Möglichkeit: die Fenster werden von Hand auf und zu gemacht.

  • wichtig auch bei den Minihäusern ist die richtige Arbeitshöhe: 1.80 Meter sollte die Stehwandhöhe schon sein, um bequem drin arbeiten zu können

  • egal wie groß das Gewächshaus sein soll, der Standort im Garten muss  sonnig, hell und windgeschützt sein. Neben den freistehenden Gewächshäusern gibt es auch sogenannte Anlehnhäuser, die direkt ans Haus angebaut und häufig auch als Wintergärten genutzt werden

  • ein Luftumwälzer sorgt für gleichmäßige Wärme. Das ist wichtig, denn es wird meist auf mehreren Ebenen im Gewächshaus gegärtnert

  • die Tür sollte immer so breit sein, dass man mit der Schubkarre problemlos hinein fahren kann

  • die Bewässerung: mit Regenrinne und Auffang-Tonne haben Sie immer bestes Wasser für ihre Pflanzen, im Gewächshaus-Zubehör gibt es auch verschiedene Systeme zur automatischen Bewässerung

  • die Heizung: um das Gewächshaus das ganze Jahr über zu nutzen - im Winter um empfindliche Kübelpflanzen unterzustellen oder um Wintersalat anzubauen -  benötigt man am besten eine Temperatur von ungefähr fünf bis acht Grad, mindestens aber muss es frostfrei sein. Für die Wintermonate muss also eine Heizung bereit stehen. Früher tat übrigens ein Mistbeet mit dampfenden Pferdeäpfeln gute Dienste, wenn auch mit strengem Geruch. Heute werden in der Regel kleine Elektroheizungen eingesetzt oder – wenn kein Stromanschluss vorhanden – spezielle  Gasheizungen extra für Gewächshäuser  

Das können Sie im Gewächshaus alles rund ums Jahr anbauen und ernten :

Januar/Februar: Pflücksalate und Wintersalate aussäen

Februar/März: Voranzucht von Tomaten, Salaten, Gemüse, Sommerblumen, Kräutern

April/Mai: Auspflanzen von wärmeliebendem Gemüse wie Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken, Melonen u.v.m.

Juni/Juli/August: Urlaubszeit mit automatischen Bewässerungssystem überbrücken

September/Oktober: Wintergemüse und Salate aussäen, Kübelpflanzen einstellen

November/Dezember: Kübelpflanzen, Wintersalate anbauen, Pflanzen über Steckhölzer vermehren     

Pflanzen, die sich im Gewächshaus besonders wohl fühlen:

Auberginen, Bananen, Basilikum, Brokkoli, Citrus, Erdnuss, Gurken, Kohlrabi, Melonen, Orchideen, Paprika, Pepperoni, Früh- und Wintersalate, Radieschen, Rettich, Tomaten, Rosmarin, Ruccola, Zuchini

Literaturtipps:

  • Kleingewächshäuser, Karla Krieger, Kosmos Garten
  • Gewächshäuser, Karla Krieger, Kosmos Garten  

Stand: 12.11.2019, 16:12