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Gartenzeit: Gartenplatz für die Mittagspause

Gartenzeit: Gartenplatz für die Mittagspause 03:57 Min. Verfügbar bis 29.10.2020

Gartenzeit: Gartenplatz für die Mittagspause

Ungenutzte Grünflächen rund um Bürogebäude gibt es unzählige. Warum diese Flächen nicht nutzen, ökologisch aufwerten, hübsch und bienenfreundlich bepflanzen? Das fragten sich einige junge Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt Mittelrhein in Köln-Chorweiler. Eine gartenbegeisterte Gruppe fand sich schnell zusammen, der Arbeitgeber gab grünes Licht. Und für die fachliche Starthilfe konnte ein Experte gewonnen werden. Unser Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme.

Gartenplatz für die Mittagspause anlegen

Es ist das erste Projekt der neuen, betriebseigenen Gartengruppe: Ein hübscher Platz für die Mittagspause; auf einer vorher von Efeu überwucherten Fläche. Innerhalb des Gebäudes gibt es keinen Pausenraum. Deshalb möchten die Mitarbeiter gern bei schönem Wetter zwischen Frühling und Herbst ihre Pause gemeinsam draußen verbringen. Bunt, bienenfreundlich, langlebig, nachhaltig und pflegeleicht soll der neue Gartenplatz sein. Das sind die Wünsche.

Diese Idee gefällt auch WDR-Fernsehgärtner Rüdiger Ramme.  Er hat bei den ersten 35 Quadratmeter Beetfläche mitgeholfen. Knapp 600 Euro müssen für diese Fläche in neue Pflanzen investiert werden.

 

Herbstzeit: Pflanzzeit:

Die Hauptblütezeit der meisten Stauden und Gehölze ist Ende Oktober zwar vorbei. Viele Pflanzen bereiten sich schon auf den Winterschlaf vor. Gehölze verlieren ihr Laub, Stauden ziehen sich oberirdisch zurück. Trotzdem: Jetzt ist eine gute Pflanzzeit. Denn: Der Boden ist noch warm und deshalb können frisch gepflanzte Jungstauden, Gräser oder Gehölze, die alle noch in gut sortierten Gartencentern und Gärtnereien im Angebot sind, noch gut Wurzeln schlagen. Sie treiben dann im Frühjahr umso besser wieder raus.

 

Blumenzwiebeln einlegen nicht vergessen

Damit die Wartezeit bis zur Blüte im Sommer (die meisten Stauden und Sträucher wie etwa Rosen blühen erst ab Mai/Juni) nicht zu lang wird, sind auch die Zwiebelblumen ein wichtiger Bestandteil jeder Beetplanung. Tulpen, Krokusse, Narzissen, Zierlauch z.B.  Diese Zwiebeln werden häufig jedoch vergessen. Aber sie sind die ersten Blumen, die nach dem Winter blühen.

  • Sie bieten schon Futter für Insekten bieten und machen die Blumenbeet schon früh im Jahr – ab Februar/März auch für den Gartenfan attraktiv.
  • Verbuddelt  werden müssen sie unbedingt vor dem Winter. Denn sie benötigen die Kälte, um aufblühen zu können.
  • Etwa 10-15 cm tief sollten sie in die Erde kommen. Die Faustregel: Etwa doppelt so tief in die Erde, wie die Zwiebeln hoch sind.
  • So wie Stauden, Gräser oder Rosen blühen auch die Zwiebelblumen jahrelang immer wieder neu auf. Allerdings nur, wenn sie nach der Blüte, wie der Fachmann sagt, gezielt „verwildert“ werden. 
  • dazu zwei Tricks: Die verwelkte Blüte muss im späten Frühjahr abgeknipst werden. Das Laub bleibt aber stehen und zwar solange, bis es ganz eingetrocknet ist; etwa 5-6 Wochen lang. Der Grund: Über das Laub speichert die Zwiebel die Energie für die Blüte im nächsten Jahr. Die verwelkte Blüte würde die Pflanze aber Energie kosten, deshalb muss sie entfernt werden.
  • Die langsam vertrocknenden Blätter sehen häufig wenig attraktiv aus: Deshalb sollten rund um die Zwiebelpflanzen Stauden gepflanzt werden, die das unansehnliche Laub der Zwiebelblumen überwachsen und kaschieren
  • Achten Sie beim Kauf auf robuste, meist kleinwüchsige Sorten von guter Qualität, die sich zum Verwildern eignen. Die Zwiebeln müssen trocken, fest und glatthäutig sein
  • Eigentlich sind Blumenzwiebeln anspruchslos und gedeihen fast überall.  Am besten aber wachsen sie in einem etwas lehmigen, fruchtbaren, lockeren und durchlässigen Boden.
  • Starke Staunässe oder auch ein ganz trockener, sandiger Boden können dagegen problematisch sein.
  • Auch ein Platz unter sommergrünen Sträuchern und Bäumen oder aber in einer vernachlässigten Gartenecke kann ganz einfach mit Frühlingszwiebeln attraktiver gemacht werden.

Bienen- und Insektenfreundliche Pflanzen für ein nachhaltiges Blumenbeet:

 

Insekten sind unverzichtbar für das Ökosystem und sie sind in Not, finden oft weder Nahrung noch Unterschlupf in modernen, aufgeräumten Gärten. In jedem Garten und Blumenbeet sollten sie deshalb fündig werden.

Hier eine Auswahl von attraktiven Nektar- und Pollen spendenden Gartenblumen/Stauden (nur ungefüllte Sorten verwenden!), die in einen bienenfreundlichen Garten gehören, darunter auch viele Wildstauden:

Schafgabe, Goldmohn, Cosmea, Katzeminze, Beinwell, Zier- oder Steppensalbei, Zierlauch, Schönmalve, Wildrosen, ungefüllte Rosen, Gewürzkräuter, Indianernessel, Sonnenbraut, Sonnenhut, Dost , Kugeldistel, Dahlien, Astern, Tagetes, Zitronenmelisse, Borretsch, Herbstanemone, Duftnessel, Glockenblumen, Lavendel, Löwenmäulchen, Prachtkerze, Präriekerze, Blauraute, Färberkamille, Prachtscharte, Blutweiderich, Leimkraut, Storchschnabel, Sommerflieder, Studentenblume, Stauden-Phlox, Sedum, Zinnien, Garten-Ringelblume, Rittersporn, Bartnelke, Kornblume, Wilder Dost,

 

  • Ganz wichtig: Bei der Planung etwa eines neuen Staudenbeetes sollten Sie darauf achten, dass vom Frühling bis zum Herbst dort immer etwas blüht, damit die nützlichen Insekten die ganze Gartensaison hindurch Nahrung finden.
  • alles Unkraut, vor allem Wurzelunkräuter,  muss sorgfältig aus dem Beet entfernt werden
  • Boden gründlich lockern
  • zeichnen Sie auf einem Blatt Papier das Beet und seine einzelnen Zonen für die Pflanzen auf oder lassen sich dazu von einem Experten beraten
  • damit alle Stauden im Beet gut bewundert werden können, ist es wichtig zu wissen, wie hoch und wie breit sie später werden und entsprechend dieser Größen das Beet zu gestalten. Die niedrigen Polsterstauden passen daher bei klassischer Bepflanzung meist am besten vorne ins Beet, die höheren Stauden hinten
  • bei der Auswahl der Stauden unbedingt auf den richtigen Standort achten: Manche Stauden lieben die Sonne, andere dagegen fühlen sich im Halbschatten oder Schatten viel wohler. Wichtig: Eine Staude entwickelt sich nur am für sie richtigen Standort gut!!
  • Außerdem: Wer Bienen und auch Schmetterlinge im eigenen Garten beobachten möchte, verzichtet am besten auf bienengefährliche, chemische Pflanzenschutzmittel.
  • Schneiden Sie die vertrockneten Staudenreste erst im Frühjahr bodennah und nicht im späten Herbst oder Winter zurück. Die abgestorbenen Halme bieten im Winter noch Schutz für Pflanzen und Tiere. Außerdem sind die Früchte ein gutes Winterfutter für Vögel.

 

  • Stauden werden häufig als preiswerte kleine Pflanzen in kleinen 9x9 Zentimeter großen Töpfen (Kosten zwischen 2 und 4 Euro) angeboten. Hier ist es wichtig, den angegebenen Pflanzabstand einzuhalten, damit die Pflanze sich auch genügend ausbreiten kann
  • wer nicht lange warten möchte, kann Stauden auch gleich als größere und oft sogar schon blühende Pflanze im sogenannten Container kaufen und ins Beet setzen (Kosten zwischen 5 und 10 Euro)    
  • pflanzen Sie auf jeden Fall immer mehrere Pflanzen einer Art als Gruppe ins Beet, damit sie auch nicht übersehen werden können
  • Stauden vor dem Einsetzen kurz in ein Wasserbad tauchen
  • auch nach dem Pflanzen Beet gründlich wässern, in der Anwachsphase regelmäßig wässern
  • setzen Sie auch attraktive Blattschmuckpflanzen wie etwa Funkien oder Gräser mit dazu 
  • viele Stauden wie Rittersporn etwa blühen auch zweimal im Jahr, wenn man sie nach der ersten Blüte zurückschneidet. Diese Stauden nennt man remontierende Stauden

Stand: 29.10.2019, 16:53