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Gartenzeit: Frühlingsmacher vom Niederrhein

04:17 Min. Verfügbar bis 16.02.2023

Lokalzeit aus Köln 15.02.2022

Gartenzeit: Frühlingsmacher vom Niederrhein

Frühlingsgefühle gefällig? Unser Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme ist zu Gast dort, wo gerade millionenfach Primeln, Tulpen und Narzissen für einen bunten Frühlingsbooster in den Startlöchern stehen.

Von Susanne Küppers

Ende Februar, Anfang März beginnt bei den Hobbygärtnern wieder die Pflanzzeit. Erste Beete können mit Frühlingsblumen bestückt werden. Vor allem aber viele Balkongärtner warten sehnsüchtig darauf, ihre Kästen und Kübel mit bunten Frühlingsblühern zu bepflanzen. Die Auswahl auch an mehrjährigen, robusten Züchtungen wird dabei immer größer. Jedes Jahr kommen Neuheiten und neue Trends dazu. Produziert werden die Pflanzen oft am Niederrhein. 

Der Niederrhein: Nummer eins bei der Zierpflanzenproduktion

Primeln, Marokkanische Margeriten, Stiefmütterchen, Bergenien und andere frühe Stauden wachsen zu Hundertausenden im Februar/März in den Gewächshäusern von Michael Opgenhoff in Straelen heran. Grün, aber voller Knospen wandern die meisten ab Anfang März in den Verkauf. Sie blühen dann schnell auf, sobald sie mehr Licht und Wärme bekommen.

Die Gärtnerei Busch-Opgenhoff ist nur eine von über 1.500 Gartenbau-Betrieben am Niederrhein. Das Gebiet zwischen Kevelaer, Straelen und Geldern ist mittlerweile das größte Zierpflanzen-Anbaugebiet in Deutschland. Gewächshaus steht hier an Gewächshaus.

Zwiebeln im Kühlhaus

Nicht neben- sondern übereinander stapeln sich bei Gärtner Hans-Peter Maes in Geldern die Töpfe mit Narzissen-, Tulpen oder Hyazinthen-Zwiebeln. Insgesamt produziert der Gartenbau-Betrieb Maes in acht großen Kühlhäusern über 10 Millionen Töpfe mit den klassischen Zwiebelblumen. Bei Temperaturen um 0 Grad warten die Zwiebeln knapp drei Monate darauf, ins Freie zu kommen. Sobald es draußen ab Ende Februar/Anfang März wärmer wird, gehen größere Stückzahlen in den Verkauf, der bis Ostern dauert.

Kältereiz für Zwiebelblüte unerlässlich 

Wer im Herbst versäumt hat, Tulpen- oder Narzissen-Zwiebeln selber im Gartenbeet oder Balkonkasten zu verbuddeln: Die Profis liefern auch fertige Pflanzen. Den Kältereiz, den die Zwiebeln für die Blüte benötigen, bekommen sie heutzutage voll automatisiert im Kühlhaus, wandern nur noch zum Aufblühen kurz ins Gewächshaus.

„BeeBetter“: Futter für frühe Wildbienen

Hobby- und Balkongärtner sind im Frühling auch als Retter in der Not gefragt. Mit der gezielten Auswahl von Frühlingsblüten können sie bedrohten Wildbienen und Hummeln, die schon früh im Jahr auf Nahrungssuche sind, wichtiges Futter bieten. Hummeln etwa fliegen schon bei zwei Grad, Wildbienen bei sechs Grad.

„BeeBetter“ nennt sich die Kampagne, für die der Zwiebelproduzent Kiepenkerl ausgewählte Sorten von Narzissen, Tulpen und anderen frühen Zwiebelblumen am Niederrhein produzieren lässt. Sorten, die mehr als nur Farbe und Frühlingsgefühle liefern: Es sind einfach blühende Sorten mit offenen Blüten, bei denen Pollen und Nektar gut zu erkennen und für die Insekten leicht zu erreichen ist. Bei vielen sogenannten gefüllt blühenden Züchtungen kommen Biene und Hummel nicht mehr an den versteckt liegenden Pollen heran. Der Imker füttern Zuckerwasser zu, in der Natur geht das nicht.

Pflanztipps für den Balkongärtner

Wer nun zügig dem Winter ade sagen möchte: Ab Ende Februar, Anfang März geht die Pflanzsaison auf Balkonien los.

  • Im Frühjahr darf der Kasten ruhig etwas dichter bepflanzt werden, denn die Pflanzen wachsen noch nicht so stark wie etwa die Sommerblumen.
  • Frühlingsblüher benötigen wenig Pflege. Ab und zu gießen und Verblühtes ausknipsen reicht.
  • Wer etwas für die Insekten tun möchte, achtet auf ungefüllte Blüten
  • Bei Frost kann einfach eine Decke über den Kasten gelegt werden oder man stellt ihn über Nacht geschützt z.B. in den Hausflur.
  • Kosten pro Pflanze liegen zwischen zwei und vier Euro
  • Viele Frühlingsblüher sind mehrjährig, können nach der Blüte in ein Gartenbeet ausgepflanzt werden oder auch bis zum nächsten Jahr im Kasten bleiben
  • Frühlingsblüher vertragen sowohl sonnige als auch halbschattig/schattige Standorte
  • nach der Blüte Ende April/Anfang Mai sollten die Pflanzen gedüngt werden
  • bei den Zwiebelblumen nach der Blüte das Laub nicht abschneiden, sondern bis etwa Mitte Mai komplett eintrocknen lassen. So lagert die Pflanze Reservestoffe in ihre Zwiebel ein, die sie für die Blüte im nächsten Jahr benötigt.
  • Danach gibt es drei Möglichkeiten: Die Zwiebeln ausbuddeln, trocknen,  in einer Kiste lagern und im Herbst wieder einbuddeln. Oder: Den ganzen Kasten geschützt beiseite stellen und im nächsten Frühling wieder aufhängen. Oder: Die verblühten Zwiebelpflanzen komplett in einen Garten auspflanzen; am besten im lichten Schatten unter Bäumen.