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Gartenzeit Frühlingserwachen: Tulpen und ihre Begleiter

Lokalzeit aus Köln vom 04.05.2021

Gartenzeit Frühlingserwachen: Tulpen und ihre Begleiter

Wer ihre Zwiebeln im Herbst in der Erde verbuddelt, wird im Frühjahr bekanntlich mit bunten Blüten belohnt. Gemeint sind Narzissen, in diesen Tagen aber vor allem die Tulpen, die jetzt in vielen Gärten blühen. Unser Lokalzeitgärtner trifft heute zwei absolute Garten-Enthusiasten, die in Punkto Zwiebelpflanzen verbuddeln eindeutig nach dem Motto „Klotzen statt Kleckern“ agieren.

Wer ihre Zwiebeln im Herbst in der Erde verbuddelt, wird im Frühjahr bekanntlich mit bunten Blüten belohnt. Gemeint sind Narzissen, in diesen Tagen aber vor allem die Tulpen, die jetzt in vielen Gärten blühen. Unser Lokalzeitgärtner trifft heute zwei absolute Garten-Enthusiasten, die in Punkto Zwiebelpflanzen verbuddeln eindeutig nach dem Motto „Klotzen statt Kleckern“ agieren. Beim Besuch im niederrheinischen Gartenparadies von Manfred Lucenz und Klaus Bender in Bedburg-Hau kam Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme jedenfalls aus dem Staunen kaum heraus. 

Offene Gartenpforte im Garten Lucenz-Bender: 

Der Garten von Klaus Bender und Manfred Lucenz öffnet am kommenden Sonntag 9. Mai (und an einigen weiteren Terminen 2021)  vom 11 bis 17 Uhr seine Pforten auch für Besucher. Wegen Corona ist allerdings eine vorherige Anmeldung  erforderlich, ebenso ein negativer Corona-Test und die Einhaltung der Hygieneregeln. Im Garten gibt es zudem ein Einwegesystem. Der Eintritt beträgt 3 Euro.

„Eine wunderbare Frühlingsstimmung ist in allen Gartenräumen zu finden. Die Tulpenblüte - 6.000 neu gepflanzte Zwiebeln- hat begonnen, während die Narzissenzeit mit den späten Sorten langsam endet. Besondere Akzente setzen die in Doppellage mit Tulpen bepflanzten großen Terrakottatöpfe. Auf dem "gelben Hügel" haben die gelben Kaiserkronen, kombiniert mit Tulpen in der gleichen Farbe, ihren Höhepunkt. Obstbäume, Magnolien und erste Rhododendron ergänzen das Frühlingsbild.“

Mehr Infos dazu: www.lucenz-bender.de

Frühlingsboten: Tulpen:

Eine der beliebtesten Gartenpflanzen im April und Anfang Mai ist die Tulpe. Gemeinsam mit den späten Narzissensorten und den ersten blühenden Stauden buhlt sie in diesen Wochen um die Aufmerksamkeit des Hobbygärtners. Wer sich schon im zeitigen Frühjahr über einen bunten Blütenreigen im Gartenbeet freuen kann, der war in der Regel im Herbst fleißig und hat viele Blumenzwiebeln verbuddelt..

Als erstes öffnen bei den Tulpen vor allem die kleinen, ungefüllten Sorten ihre bunten Kelche; insbesondere die nach ihrem Züchter benannten Kaufmanniana-Tulpen. Dann folgen die anderen, die Großblumigen.

Ein wenig Tulpengeschichte: Ende des 16. Jahrhunderts kamen die Tulpen durch den Botaniker Carolus Clusius  nach Europa; erst nach Wien und dann nach Holland. Hier entwickelte sich im 17. Jahrhundert eine wahre „Tulpomanie“. Eine Tulpenzwiebel konnte einen ungeheuren Wert erreichen: Für 5400 Gulden etwa wechselte die zehn Gramm schwere Zwiebel „Admiral von Enkhuijsen“ einmal ihren Besitzer. Mit der Summe hätte man zu dieser Zeit auch ein stattliches Grachtenhaus in Amsterdam kaufen können. Mit Tulpen-Zwiebeln wurde damals spekuliert wie heute mit Aktien an der Börse. Ab 1637 wurde das Spekulieren allerdings verboten, über Nacht waren die Tulpen da fast wertlos.

Heute ist der Tulpenhandel längst nicht mehr so spektakulär, aber immer noch gehört diese Pflanze zu den bekanntesten, beliebtesten und vor allem schönsten und farbenprächtigsten Frühlingsblühern. Etwa 3000 verschiedene Sorten gibt es und jährlich kommen neue hinzu. Es gibt sie in allen möglichen Farben, Formen, Größen und dekorativen Färbungen. Vermehren kann man Tulpen generativ über Samen – das tut man bei der Züchtung neuer Sorten. Oder – und das geht viel schneller - vegetativ über die Zwiebeln. Jede Zwiebel bildet unter günstigen Bedingungen Tochterzwiebeln, die dann im nächsten Jahr wieder blühen.

Pflege von Garten-Tulpen:

Tulpen gelten als pflegeleicht und blühen eigentlich an jedem Standort; egal ob sonnig oder schattig. Sonnig ist ihnen allerdings lieber. Im Schatten wachsen sie höher, weil sie dem Licht entgegen streben wollen. Im Herbst schon müssen die Zwiebeln in die Erde (oder wahlweise auch in Terrassen-Kübel oder Blumenkästen)  gesetzt werden. Denn sie brauchen die Kälte im Winter, um überhaupt im April oder auch Mai – je nach Temperatur und Tulpenart – aufzublühen

  • verblühte Blüten vor der Samenbildung entfernen, die Stile jedoch stehen lassen
  • das Laub auf jeden Fall stehen lassen, bis es vollständig vertrocknet ist. Hierüber versorgt sich die Zwiebel mit Nährstoffen und Wasser und kann so kräftige Tochterzwiebeln bilden
  • Tulpensorten wie etwa die niedrigen botanischen Tulpen (Wildtulpen), die sich gut zum Verwildern eignen, können den Sommer über im Boden bleiben und blühen im nächsten Jahr von selbst wieder. Fragen Sie da beim Kauf im Fachhandel nach.
  • gerne werden die Zwiebeln allerdings von Wühlmäusen angeknabbert und gerade großblumige Züchtungen eignen sich eher nicht zum Verwildern. Heißt, sie blühen nur einmal üppig auf. Wer also Probleme mit Wühlmäusen im Garten hat, sollte die Zwiebeln im Herbst besser in Töpfen im Beet versenken oder Kaninchendraht zum Schutz auslegen
  • Die meisten modernen Züchtungen sind empfindlich. Sie sollten etwa im Juni/Juli aus der Erde geholt und auf dem Dachboden oder im trockenen Keller gelagert werden. Im Herbst werden sie dann wieder unter die Erde gebracht. Wer aber ganz sicher gehen möchte, dass es mit einer üppigen Blüte wieder klappt, sollte im Herbst besser neue Zwiebeln einlegen.
  • ein leicht durchlässiger, humoser Boden ist günstig, Staunässe mögen die Tulpenzwiebeln nicht
  • beim Kauf von Zwiebeln sollten Sie auf eine gute Qualität achten: Die Zwiebel sollte möglichst fest und auch möglichst groß sein. Denn je größer und schwerer die Zwiebel, umso besser ihre Qualität. Die Größe der Zwiebel hat übrigens nichts mit der Größe oder Höhe der Tulpe zu tun, die später aus dem Boden wächst
  • im Trend liegen dicke, gefüllte Blüten, die fast an die Blütenbälle von Pfingstrosen erinnern. Tulpen mit mehreren Blütenköpfen an einem Stiel. Tulpen mit gezackten Blütenrändern. Und Tulpen, die von der Knospe zur Blüte ihre Farbe wechseln.

Das Tulpenrätsel

Die Tulpenliebhaber des 17. Jahrhunderts waren besonders von den „gestreiften“ Tulpen fasziniert, sie erzielten die allerhöchsten Preise. Wie diese dekorativen Färbungen aber zustande kamen, hat man lange Zeit nicht gewusst. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Rätsel gelüftet. Die „Streifen“ wurden nämlich von einem Virus hervorgerufen, das von Blattläusen übertragen wurde. Das Virus bewirkte, dass die Oberflächenfarbe einer Tulpe auf Teilen der Blüte nicht gebildet wird, so dass die Grundfarbe – immer weiß oder gelb – zum Vorschein kommt und so ein filigranes Muster entsteht. Heute macht man sich das natürlich bei der Züchtung zu Nutze. Eine Pflanzenkrankheit erhöhte so den Wert einer Pflanze!    

Literatur-Tipp: Die Tulpe, Anna Pavord, insel taschenbuch 

Frühlingsboten: Narzissen

Der Legende nach betäubte der schöne Jüngling Narziss aus der griechischen Mythologie die Damenwelt mit seinem Aussehen. Er verliebte sich aber durch einen Fluch der Götter nur in sein eigenes, unerreichbares Spiegelbild, dass er in einer Quelle erblickte. Erlöst wurde er am Ende, in dem die Götter ihn in eine Narzisse verwandelten. Übersetzt heißt Narzisse übrigens „Ich betäube“ und tatsächlich haben viele Narzissen einen intensiv betörenden, fast betäubend Duft.

Narzissen gehören zur Familie der Amaryllisgewächse. Es sind Zwiebelblumen wie die Tulpen und sie werden bekanntlich im Spätsommer und Herbst etwa 10-15 Zentimeter tief in die Erde gebracht. Sie gelten als sehr pflegeleicht, robust und langlebig. Sie blühen sowohl in der Sonne als auch im lichten Schatten unter Bäumen. Sie vermehren sich bei richtiger Pflege durch Tochterzwiebeln in der Erde und blühen so jedes Jahr wieder aufs Neue auf. Einige Arten bevorzugen eher sandige, lockere Böden wie die Sorten Ice Follies oder February Gold. Andere dagegen – wie Tete-a-Tete - gedeihen besser in schwereren Böden.  Das Farbspektrum reicht von weiß über gelb bis orange. Es gibt sie mit einfachen und gefüllten Blüten, auch die Wuchshöhe ist je nach Sorte unterschiedlich.

Gepflanzt bzw. als Zwiebeln im Herbst gesetzt werden können Narzissen in Rabatten, Staudenbeeten, aber auch auf Wiesen- und Rasenflächen und zwischen Gehölze. Sie blühen je nach Sorte von März bis Mai. Besonders schön wirken sie, wenn sie in größeren Gruppen als Tuffs gepflanzt werden.

Da die Sortenvielfalt recht groß ist, hier einige der beliebtesten Sorten:

  • Narcissus pseudonarcissus, Trompetennarzisse 
  • February Gold, blüht besonders früh mit gelben Blüten
  • Golden Harvest
  • Ice Follies, weiß-gelbe Blüten 
  • Holländischer Trompetenmeister, besonders große gelbe Blüten
  • Dutch Master
  • Tete-a-Tete, zitronengelbe Blüte, auch für Rasenflächen, für Sonne und Schatten

Narzissen-Pflege im Garten:

Damit Narzissen/Osterglocken jedes Jahr wieder neu und prächtig aufblühen, wollen sie allerdings etwas gepflegt werden:

  • verwelkte Blütenköpfe sollten immer sofort entfernt werden, damit keine Samenstände gebildet werden und die ganze Mutterzwiebel im Boden gestärkt wird; das begünstigt eine bessere Blüte im Folgejahr
  • die Blätter sollten dagegen unbedingt noch ca. sechs Wochen nach der Blüte stehen bleiben, bis sie komplett verwelkt und eingetrocknet sind. Damit tankt die Pflanze Nährstoffe, um neue, kräftige Tochterzwiebeln im Boden auszubilden.
  • während der Blüte benötigt die Narzisse einen feuchten Boden
  • Kurz vor und nach der Blüte sollten Narzissen gedüngt werden 
  • Tipp: Wer zwischen die Narzissen hochstielige Tulpen oder bereits ab Mai blühende, hoch wachsende Stauden pflanzt, kann damit das verwelkende und wenig ansehnliche Laub der Narzissen kaschieren 

Gartenzeit Frühlingserwachen: Tulpen und ihre Begleiter Lokalzeit aus Köln 04.05.2021 04:10 Min. Verfügbar bis 04.05.2022 WDR

Stand: 04.05.2021, 15:42