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GZ: Frühblühende, insektenfreundliche Stauden

Gartenzeit: Frühblühende, insektenfreundliche Stauden Lokalzeit aus Köln 16.04.2019 03:33 Min. Verfügbar bis 16.04.2020 WDR Von Susanne Küppers

Lokalzeit aus Köln 16.04.2019

GZ: Frühblühende, insektenfreundliche Stauden

Bunt blühende Staudenbeete sind der Stolz eines jeden Hobbygärtners. Nur leider haben viele Gärten im April und Mai oft noch nicht allzu viel zu bieten, weil eigentlich nur Sommerblumen in den Beeten stecken. Das ist schade; nicht nur für den Pflanzenfan sondern auch für Hummeln und Bienen.

Bienen und Hummeln suchen jetzt schon eifrig nach Nektar. Hilfe ist in Sicht: Unser Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme stellt heute Frühlings-Stauden vor und die viele guten Gründe, sie im Garten zu beherbergen.

Vorteile von Stauden

Farbenprächtig blühende Stauden in lila, rot, gelb, blau oder weiß sind ein Blickfang in jedem Garten. Ihre Vielfalt ist so groß, dass sie – egal ob in einem sonnigen oder schattigen Beet – von Frühling bis Herbst für kräftig bunte Farbtupfer und durch unterschiedliche Größen, Formen und Blattstrukturen für viel Abwechslung im Garten sorgen. Und das über viele Jahre hinweg und ohne großen Pflegeaufwand. Außerdem liefern die meisten von ihnen – vor allem die Wildformen und solche mit offenen, ungefüllten Blüten - auch wichtigen Nektar und Pollen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und sind damit ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz.

Stauden zeichnen sich durch eine ganz besondere Eigenart aus: Alles Oberirdische – also die Triebe mit den Blüten – wächst jedes Jahr im Frühjahr komplett neu, im Winter sterben die Triebe der meisten Stauden ab und nur die Wurzel überdauert und treibt immer wieder neu aus.

Bei der Anlage von Staudenbeeten werden allerdings häufig die im Frühling blühenden Stauden vergessen. Der Grund: Viele Staudenbeete werden im Sommer oder Herbst angelegt und dann werden vor allem blühende Pflanzen ausgewählt. Das Ergebnis in den folgenden Jahren: Alle Stauden blühen gleichzeitig und drei Wochen später und davor gar nix. Auf eine geschickte Kombination kommt es also an. Dann kann der Hobbygärtner den nützlichen Insekten über einen langen Zeitraum von März bis November Futter anbieten und sich natürlich selber an den Blüten erfreuen.

Zwei bienenfreundliche Vorschläge von Rüdiger Ramme: Bergenien und Akelei

Bergenien

  • blühen unheimlich üppig an hohen Blütenständen in rot, rosa und weiß
  • sind sehr langlebig, robust und pflegeleicht
  • Blüte zwischen April und Mai
  • behalten ihr Laub auch im Winter, sind also immergrün
  • sind wahre Standortkünstler, weil sie für Schatten, Sonne und Halbschatten geeignet sind
  • neuere Züchtungen blühen im Herbst sogar ein zweites Mal. („Herbstblüte“, „Doppelgänger“, „Harzkristall“, „Purpurglocken“)

Akelei

  • große Farben- und Formenvielfalt
  • blüht zwischen April und Juni
  • neuere Züchtungen blühen auch in gelb
  • verbreiten sich allerdings über Samen relativ ungehemmt. Kleiner Trick, wenn das nicht gewollt ist: Nach der Blüte einfach die verwelkten Blütenstände zurückschneiden, damit sich kein Samen bildet und verbreitet
  • nach der Blüte wird auch das Laub oft unansehnlich. Tipp: Sommerstauden dazu pflanzen, die das Laub der Akelei überwachsen und kaschieren  
  • Akelei gedeihen sowohl in sonnig wie auch halbschattig gelegen Beeten
  • Die allermeisten Sorten und Züchtungen – die mit ungefüllten Blüten vor allem – gelten als Magnet für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

Das sind weiterer Klassiker im Staudenbeet

  • Blütezeit März bis Mai: Bergenien – Akelei – Grasnelken – Duft-Veilchen – Leberblümchen- Küchenschelle- Frühlingsplatt-Erbse - Lenzrosen - Adonisröschen – Gemswurz – Primel - Waldsteinie - Tränendes Herz – Taubnessel - Strahlenanemone – Glockenblumen - Lungenkraut -  Trollblume – Blaukissen – Pfingstrose – Epimedium/Elfenblume – Vergissmeinicht
  • Blütezeit Juni bis August: Frauenmantel -  Mädchenauge – Sonnenblume – Sonnenhut – Schafgabe – Flockenblume – Nelke – Storchschnabel – Glockenblume – Kugeldiestel – Ehrenrpeis – Braunelle – Rittersporn - türkischer Mohn – Schaublatt – Eisenhut – Prachtspiere – Lupine – Sommermargarite 
  • Blütezeit September bis November: Schafgabe – Winterchrysantheme -  Sonnenbraut – Sonnenblume -  Sonnenauge – Sonnenhut – Herbstanemone – Herbstaster – Bleiwurz – Silberkerze
  • Blütezeit Dezember bis Februar: Alpenveilchen – Schneerose – Duftveilchen – Rotes Lungenkraut

Generell unterscheidet man zwischen: 

  • Beetstauden, die auf fast allen Gartenböden gut gedeihen und wenig Pflege brauchen und niedrig wachsen
  • Polsterstauden, die sich wie ein dichter Pflanzenteppich im Beet verbreiten
  • Prachtstauden, die besonders große und auffällige Blüten haben und in der Regel höher wachsen
  • Wintergrünen Stauden, deren Laub erst im Frühjahr abstirbt und die dann sofort wieder austreiben
  • Immergrünen Stauden, die ihre Blätter ständig erneuern unabhängig von der Jahreszeit
  • Wildstauden, die häufig kleinere, ungefüllte Blüten haben, aber sehr robust und langlebig sind

So gehen Sie beim Pflanzen vor:

  • Stauden brauchen einen lockeren, humosen Boden, aber keine besondere Pflege. Beim Pflanzen kann der Boden – falls nötig - mit guter Blumenerde oder Kompost verbessert werden
  • Entfernen Sie aber unbedingt alles Unkraut 
  • Düngen Sie das Beet vorm Pflanzen mit Hornspänen oder Langzeitdünger 
  • die optimale Pflanzzeit ist das Frühjahr 
  • Erstellen Sie vorm Pflanzen einen Pflanzplan, der Standortansprüche, Höhe, Platzbedarf, Blühzeitpunkt und Blütenfarbe der Stauden berücksichtigt.
  • Stauden werden häufig als preiswerte kleine Pflanzen in kleinen 9x9 Zentimeter großen Töpfen angeboten. Hier ist es besonders wichtig, den angegebenen Pflanzabstand einzuhalten, damit die Pflanze sich auch genügend ausbreiten kann
  • Wer nicht lange warten möchte, kann Stauden auch gleich als größere und oft sogar schon blühende Pflanze kaufen und ins Beet setzen  
  • Pflanzen Sie am besten immer mindestens drei Pflanzen einer Art zusammen, damit sie später nicht übersehen werden können
  • Setzen Sie auch attraktive Blattschmuckpflanzen wie etwa Funkien, Gräser oder Efeu mit dazu 
  • Viele Stauden wie Rittersporn oder Lupinen blühen auch zweimal im Jahr, wenn man sie nach der ersten Blüte zurückschneidet. Diese Stauden nennt man remontierende Stauden

Literatur-Tipp:

- Staudenbeete – ideenreich gestalten, Dorothee Waechter, GU Ratgeber Garten