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Gartenzeit: Frühbeet Kasten selber bauen

Lokalzeit aus Köln vom 03.03.2020

Gartenzeit: Frühbeet Kasten selber bauen

Viel Bio und Bienen, Blumenwiese statt Rasen, Gemüse selber anbauen, mehr urbanes Grün, klimatolerante Pflanzen: Das hat Rüdiger Ramme in diesem Gartenjahr im Fokus. Los geht’s mit einem sogenannten Frühbeet-Kasten mit eingebauter Bioheizung. Darin kann schon im März erstes Gemüse draußen angebaut und ab Ende April/Anfang Mai auch geerntet werden. Genau das war der Wunsch von Lokalzeitzuschauerin Laura Schlichting von der Eltern-Initiative „Mobile e.V“. in Bonn-Dottendorf. 

Frühbeet-Kasten/Mistbeet selber bauen

Gartenzeit: Frühbeet Kasten selber bauen 03:40 Min. Verfügbar bis 03.03.2021 Von Susanne Küppers

Pünktlich zum meteorologischen Frühlingsbeginn startet unser Fernsehgärtner in die Gartensaison. Rüdiger Ramme greift auch 2020 wieder einigen unserer Zuschauer tatkräftig unter die Arme. Viel Bio und Bienen, Blumenwiese statt Rasen, Gemüse selber anbauen, mehr urbanes Grün, klimatolerante Pflanzen: Das hat er in diesem Gartenjahr im Fokus. Los geht’s mit einem sogenannten Frühbeet-Kasten mit eingebauter Bioheizung. Darin kann schon im März erstes Gemüse draußen angebaut und ab Ende April/Anfang Mai auch geerntet werden. Genau das war der Wunsch von Lokalzeitzuschauerin Laura Schlichting von der Eltern-Initiative „Mobile e.V“. in Bonn-Dottendorf. 

Frühbeet-Kasten selber bauen:

 

Möhren, Spinat, Kohlrabi, Salate und Kräuter, aber auch Sommerblumen wie Studentenblume und Sommeraster eignen sich gut, um schon gleich zum Frühlingsanfang im Garten ausgesät, ausgepflanzt und vorgezogen zu werden. Im März benötigen Saatgut und die zarten Jungpflänzchen allerdings noch Schutz vor der Wind und Wetter: In einem abgedeckten Frühbeet-Kasten. Zu Großvaters Zeiten war das eine Selbstverständlichkeit. Heute ist diese gärtnerische Tradition etwas in Vergessenheit geraten.

Mistbeet: Eine alte Gärtner-Tradition:

Aus Holzlatten oder Betonplatten und alten Fensterscheiben bauten sich die Hobbygärtner früher ihre geschützten Frühbeete selber. Heute ist auch die Auswahl an fertigen Frühbeet-Kästen groß. Die Bandbereite reicht von einfachen, preiswerten Gestellen, die mit Folie abgedeckt werden und die jedes Jahr neu auf und abgebaut werden, bis hin zu modernen, großen Frühbeet-Kästen aus Metall und Plexiglas, die man fest an einem Platz stehen lässt. Im Innern können schon im Februar/März kuschelige 20 Grad erreicht werden. Die ideale Temperatur für die Jungpflanzen zum Wachsen, vor allem bei einer besonderen Variante, dem Mistbeet. Durch eine Lage Pferdemist ganz unten werden die Pflanzen durch die Verrottung zusätzlich beheizt. Wärme entsteht in einem Mistbeet also von oben und von unten. Die Sonnenstrahlen kommen rein, aber nicht mehr raus; der klassische Treibhauseffekt. Und zusätzlich durch die Bioheizung durch den Mist von unten.

 

So gehen Sie vor:

Gebraucht wird dafür nicht viel, manches findet sich vielleicht noch im Keller und kann recycelt werden:

  • ein paar Holzlatten, kesseldruckimprägniert oder mit einer Bio-Holzlasur wetterfest gemacht
  • Werkzeug
  • Glas- oder Kunststoff/Plexiglas-Scheiben, Folie und ein passender Rahmen
  • Gemüse-Jungpflanzen und Saatgut
  • Blumenerde
  • Und – keine Sorge – stinkt nicht wirklich schlimm: Pferdeäpfel. Die können auf vielen Pferdehöfen kostenlos abgeholt werden 

Mit dem Bau des Kastens geht es los:

  • 2 x 1,50 Meter sollte die Kiste mindestens groß sein. Aber auch nicht viel größer, damit man von allen Seiten gut dran kommt.
  • ein Frühbeet-Kasten braucht zudem immer eine Neigung, damit das Regenwasser später gut abfließen kann.
  • hinten kann der Kasten zwischen 40 - 70 cm hoch sein, vorne zwischen 20 - 50 cm
  • ganz wichtig: ein vollsonniger Standort
  • windgeschützt
  • mit einer Ausrichtung nach Süden
  • bevor der Kasten aufgestellt werden kann, muss noch im Beet 30-40 cm tief. ausgeschachtet werden. In dieser Grube landen dann die Pferdeäpfel, die kräftig festgestampft werden.
  • darauf wird eine 20 cm hohe Lage vom Aushub – also der Gartenerde- gemischt mit Blumenerde verteilt
  • jetzt wird der Kasten obendrüber aufgestellt
  • und die Jungpflanzen/Saatgut dürfen in die Erde
  • am Ende kommt die lichtdurchlässige Abdeckung obendrauf. Als Abdeckung funktionieren eine alte Fensterscheibe, aber auch Scheiben aus Kunststoff oder auch Folie oder Vlies.
  • wichtig ist, dass die Abdeckung lichtdurchlässig ist, aber auch robust und unempfindlich – etwa gegen Hagelschlag
  • das Dach sollte sich zum Bepflanzen und auch zum Lüften leicht öffnen oder entfernen lassen
  • Achtung: Scheint bei milden Temperaturen im Frühling die Sonne, kann es innen aber auch im März/April schon mal viel zu warm werden. Dann muss auf jeden Fall gelüftet, eventuell sogar schattiert werden, damit die Pflanzen nicht verbrennen.

So gehen Sie bei der Bepflanzung vor:   

  • bereits vorgezogene Pflänzchen (Salat oder Kohlrabi etwa) können Sie direkt mit dem richtigen Abstand einpflanzen. Faustregel: Immer soviel Platz zwischen den Pflanzen lassen, wie sie später groß werden
  • spezielle Aussaaterde sollten Sie beim Säen verwenden. Einfach eine dünne Schichte oben auf die Erde aufbringen
  • kinderleicht ist es mit Saatbändern: einfach auflegen und etwas Erde drauf
  • wenn Sie einzelne Samen ausstreuen: Nicht zu dicht säen, vor allem bei Kohl ist das wichtig
  • am Ende kräftig gießen
  • dann die Folie über dem Beet aufspannen oder die Scheibe über die Balken legen
  • schon Ende April können die ersten Salat geerntet werden. Auch das andere Gemüse reift in einem Frühbeet etwa vier bis sechs Wochen früher heran.

Und noch ein Tipp: Aus einem Frühbeet können Sie ab Herbst auch ein Spätbeet machen, denn Ruccola, Feldsalat oder Endivie wachsen dann geschützt unter Glas oder Kunststoff auch im Winter problemlos. So können Sie fast ganzjährig Vitamine im eigenen Garten ernten.

Stand: 03.03.2020, 19:53