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Gartenzeit: Blumenwiese für Kirchgarten

Gartenzeit: Blumenwiese für Kirchgarten 04:16 Min. Verfügbar bis 22.06.2022

Lokalzeit aus Köln vom 22.06.2021

Gartenzeit: Blumenwiese für Kirchgarten

Bunte, blühende Blumenwiesen statt eintöniger, grüner Rasenteppich: Dieses Öko-Upgrade im Garten ist bei vielen auf Nachhaltigkeit bedachten Hobbygärtnern total beliebt. Sie sind preiswert anzulegen und ökologisch wertvoll, da sie viele nützliche Insekten anlocken. Nicht nur an Feldrändern auf dem Land, auch in überall in den Städten kann man die Blühstreifen inzwischen bewundern. Und demnächst womöglich auch rund um die Kirchen unseres Landes. Die Hilfe unseres Lokalzeitgärtners ist heute an der St. Cäcilia-Kirche in Bonn-Oberkassel gefragt. Viel eintöniger, pflegeintensiver Rasen rundrum. Nun möchte die Gemeinde gezielt neue, flugfähige Gäste anlocken.

Blumenwiese anlegen – Schritt für Schritt:  

Benötigt wird eine ungenutzte, sonnige Fläche im Garten von mindestens 5 bis 10 Quadratmetern, die möglichst nicht ständig betreten werden muss. Ein trockener, windstiller Tag von April bis Ende Juni ist zum Aussäen gut geeignet. Grundsätzlich unterscheidet man bei den Wiesentypen zwischen sogenannten Fett- und Magerwiesen. Bei unserer Wildblumenwiese handelt es sich um eine Magerwiese.

Der Begriff Wiese ist dabei leicht irreführend. Auf Gräser wird in vielen Wildblumenmischungen verzichtet, da sie sich zu stark durchsetzen und andere Pflanzen verdrängen. Außerdem benötigen sie einen nährstoffreichen Boden, viele Wildblumen dagegen aber bevorzugen einen mageren, trockenen Boden ohne viele Nährstoffe. In den verschiedenen, im Handel angebotenen Mischungen stecken in der Regel 25 bis 50 verschiedene Wildblumen und Sommerblumen wie zum Beispiel Mohn, Ringelblumen, Cosmeen, Schafgabe, Malven, Glockenblumen, Margeriten, Dost, Gänseblümchen oder Akelei.

Bodenvorbereitung:

Ganz wichtig ist die sorgfältige Vorbereitung des Bodens. Sie ist ähnlich wie bei der Rasenaussaat. Sollten Sie eine Rasenfläche in eine bienenfreundliche Wiese umwandeln wollen, muss zunächst der Rasen abgeschält werden. 

  • erst wird die Fläche locker, etwa spatentief, umgegraben
  • alles Unkraut muss natürlich raus
  • dann glatt harken mit dem Rechen
  • und dann noch mit einer Walze planieren

Ganz wichtig: Aufs Düngen, so wie beim Rasen aussäen, unbedingt verzichten!

Aussäen:

Fingerspitzengefühl ist nun beim Aussäen gefragt. Denn auf einen Quadratmeter kommen – je nach Mischung – oft nur wenige Gramm der Wildblumenmischung. Beachten Sie unbedingt die Hinweise auf der Verpackung, damit sich auch alle in der Mischung vorhandenen Pflanzen gut entwickeln können.

  • Große Flächen unterteilen Sie am besten in einzelne fünf bis zehn Quadratmeter große Parzellen
  • und wiegen das benötigte Saatgut dann entsprechend ab
  • erleichtern kann sich der Gärtner das Säen auch noch durch das Untermischen und Strecken des Saatgutes mit Vermiculit, einem wasserspeichernden, natürlichen Mineral, oder mit Sand oder Reis. Das wird im Verhältnis 1 (Saatgut) zu 3 (Vermiculti, Sand oder Reise) ausgewogen und untergemischt. So lässt sich leichter aussäen und die verteilte Mischung ist zudem besser auf dem dunklen Boden zu sehen.
  • nun wird das Saatgut noch flach eingeharkt
  • anschließend mit einer Walze noch einmal über die Fläche gehen
  • dann ausgiebig wässern

Ganz wichtig ist nun, dass das Saatgut in den nächsten Wochen während der Keimung nicht austrocknet!

Pflege:

Insgesamt benötigt eine Wildblumenwiese sehr wenig Pflege. Nach vier bis fünf Wochen haben sich alle Pflanzen aus dem Boden geschoben und die Fläche ist bereits grün. Nach sechs Wochen beginnen die ersten Blumen – oft ist es das Steinkraut - zu blühen, die letzten – Malven oder –Schafgabe etwa - dann nach etwa drei Monaten. Um ein dauerhaftes Wachstum vieler Wildblumen – es sind sowohl ein- als auch zweijährige Pflanzen darunter - zu fördern, sollte im Herbst nach der Blüte - und wenn alle Pflanzen reife Samen ausgebildet haben - gemäht werden. Das Schnittgut wird dann liegen gelassen, so dass sich die einjährigen Sommerblumen, erneut aussäen können. Sei keimen dann im nächsten Jahr wieder. Setzt sich in den ersten Jahren doch zuviel Unkraut durch, muss im Frühjahr erst gejätet und dann nachgesät werden.

Stand: 22.06.2021, 15:11