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Gartenzeit: Blumenerde

Gartenzeit: Blumenerde 03:51 Min. Verfügbar bis 03.09.2020

Lokalzeit aus Köln vom 03.09.2019

Gartenzeit: Blumenerde

Bei vielen Balkongärtnern sind die Sommerblumen inzwischen verblüht. Damit Kästen und Kübel auch im Spätsommer und Herbst schön aussehen, wird in diesen Tagen viel neu gepflanzt. Heißt auch, es wird wieder Blumenerde geschleppt. Im Baumarkt oder Gartencenter hat man da inzwischen die Qual der Wahl. Was macht nun wirklich Sinn, was unterscheidet die Erden und worauf sollte der Hobbygärtner beim Kauf achten?

Infobrief Gartenzeit

Blumenerde: Welches Substrat ist das Richtige für den Balkonkasten?

Bei vielen Balkongärtnern sind die Sommerblumen inzwischen verblüht. Damit Kästen und Kübel auch im Spätsommer und Herbst schön aussehen, wird in diesen Tagen viel neu gepflanzt. Heißt auch, es muss auch viel frische Blumenerde geschleppt werden.  Im Baumarkt oder Gartencenter hat der Hobbygärtner da inzwischen die Qual der Wahl: Normale Blumenerde, Bio-Erde, Erde mit und ohne Torf, extra leichte Substrate mit Kokosfasern, unzählige Spezialerden. Was macht nun wirklich Sinn, was unterscheidet die Erden und worauf sollte der Hobbygärtner beim Kauf achten.

 

Welches Substrat ist das Richtige für den Balkonkasten? 

Erst seit ca. 50 Jahren gibt es überhaupt fertige Blumenerde in Säcken zu kaufen. Früher mischten sich Hobbygärtner und Profis ihre Erden und Pflanzsubstrate noch selber zusammen.

Das macht heute fast niemand mehr. Heißt aber auch: Je größer Balkon oder Terrasse, umso mehr muss angeschleppt werden. Das Sortiment ist inzwischen riesengroß und viele Pflanzenfans fühlen sich beim Blick in die Regale schlicht überfordert.

 

Generell lässt sich sagen, dass viele Pflanzen mit klassischer, hochwertiger Blumen- beziehungsweise Pflanzerde bestens zurechtkommen. Aber es gibt ein paar Grundregeln:

  • Ein gutes Substrat sollte leicht und locker durch die Hände rieseln und nicht klumpig oder feucht sein.
  • ein Geruch nach humosem Waldboden ist ebenfalls ein Kriterium für gute Qualität
  • oft sind in günstiger Erde nur wenig Nährstoffe enthalten. Selbst in hochwertiger Erde reicht der enthaltene Dünger jedoch meist nur für rund sechs bis acht Wochen. Dann benötigen die Pflanzen neuen, auf sie abgestimmten Dünger.
  • Wer Natur und Umwelt schützen will, entscheidet sich für torffreie Erde. Früher bildete der Rohstoff Torf aus den Mooren einen unverzichtbaren Bestandteil, heute gibt es dazu Alternativen. Denn: Torf ist ein endlicher Rohstoff und wo es möglich ist, sollte der Hobbygärtner darauf verzichten. Der Handel bietet inzwischen viele torffreie Erden an. Auf den Etiketten ist das gut sichtbar aufgedruckt. Der Torf ist dann z.B. durch Rindenkompost oder Kokosbestandteile ersetzt. Gerade bei der Bepflanzung von Balkonkästen und Kübeln kann der Hobbygärtner diese torffreie Erde inzwischen für nahezu alle Pflanzen – außer für Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Heide und Heidelbeeren - verwenden.
  • Steht zusätzlich auch noch Bio drauf, ist die Erde etwas teurer, unterscheidet sich von der konventionellen meist nur in einem wichtigen Detail. Und das ist der Dünger. Bioerden verzichten auf mineralischen Dünger; also auf Kunstdünger. Hier ist in aller Regel organischer Dünger - also Hornspäne, Hornmehl oder Mist – mit eingemischt.
  • Wer Obst und Gemüse auf dem Balkon anbauen möchte, sollte das mit Bioerde tun.
  • Ausnahme: Sollen Kräuter gepflanzt werden, ist ein eigenes Substrat mit nur wenig Dünger sinnvoll.  Der Grund: Kräuter sollen viel Extrakt, also Geschmack liefern. Viel Dünger würde sie nur üppig wachsen lassen. „Kräutererde“ steht dann auf den Erdsäcken drauf.
  • Auch wer Pflanzen im Frühjahr selber aussät, sollte zu einer nährstoffarmen Aussaat-Erde greifen.
  • „Leichte Erden“: Wer hoch oben und ohne Aufzug wohnt, möchte nur ungern viele schwere Erdsäcke schleppen. Die Lösung könnten ein kleiner Block aus gepressten Kokosfasern oder andere Leicht-Erden-Produkte sein, die zusammen mit Wasser schnell zu einer stattlichen Menge Blumenerde aufquellen. Klingt praktisch, überzeugt unseren Lokalzeitgärtner aber nicht. Erstens ist die Ökobilanz durch den langen Transportweg schlecht. Oft ist in den sogenannten Leichtsubstraten auch nur viel Kokos drin, aber kaum Ton, wenig Dünger und andere wichtige Erden-Bestandteile.
  • Spezialsubstrate gibt es viele im Angebot, brauchen tun das aber nur wenige Pflanzen. Orchideen brauchen ein ganz eigenes, grobes Substrat-Gemisch. Auch für Tomaten macht ein spezielles nährstoffreiches Substrat Sinn. Und für Rhododendron, Azaleen,  Heidelbeeren oder Heidepflanzen muss auf jeden Fall eine saure Erde mit niedrigem pH-Wert verwendet werden. Aber statt Rosen-, Rasen- oder Grünpflanzen-Erde kann auch normale Blumenerde verwendet werden.

Stand: 04.09.2019, 13:20