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Gartenzeit: Ein Bachlauf für den Teich

Gartenzeit: Ein Bachlauf für den Teich Lokalzeit aus Köln 02.10.2018 03:34 Min. Verfügbar bis 02.10.2019 WDR

Lokalzeit aus Köln vom 04.10.2018

Gartenzeit: Ein Bachlauf für den Teich

Lokalzeitzuschauer Heike Becker und Marco Peters aus Stolberg bei Aachen möchten ihren alten Gartenteich aufhübschen. Do-It-Yourself ist angesagt, aber die zündenden Ideen fehlen. Eine gute Idee aber hatten sie doch: Sie baten unseren Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme um Hilfe. Sein Vorschlag: Ein leise plätschernder Bachlauf. Was man dafür alles an Materialien, auch Technik, vor allem aber an handwerklichem Geschick und auch Pflanzen braucht, darum geht es heute in unserer Gartenzeit.

Einen Bachlauf selber anlegen 

Einen Gartenteich zu haben, ist herrlich. Aber wenn es dort, von einem Bachlauf runter, auch noch leise plätschert: Noch besser! Es gibt zwar einige Regeln für die Gestaltung eines Bachlaufes, grundsätzlich aber hängt diese immer auch von den Gegebenheiten auf dem jeweiligen Grundstücks ab. Und natürlich von den Vorstellungen und Wünschen seiner Besitzer. Besonders als Ergänzung zu einem Gartenteich ist ein Bachlauf immer reizvoll, es geht aber auch ohne Teich.

Die nötigen Materialien (Menge hängt immer von der Größe des Bachlaufes ab):

  • Erdaushub/Erde, Kies, Findlinge
  • Teichfolie, Vlies, Bachlauf-Pumpe, Schlauch
  • Teichpflanzen für die steinige Uferzone

Die Vorbereitung und Planung

  • Wenn Sie gerade auch den Teich neu angelegt haben, können Sie die Erde gut gebrauchen, die sich beim Ausheben des Teiches aufgetürmt hat. Denn so ein Bach, der muss ja immer irgendwo runter fließen. Damit kann also der Hügel aufgeschüttet werden.  
  • Die Größe des Teiches, die Länge des Bachlaufes und das Gefälle müssen vorher sorgfältig geplant und aufeinander abgestimmt sein. Wichtig ist vor allem die Pumpenleistung. Es soll ja nicht nur ein kleines Rinnsal fließen. Beispiel: Für einen 20 cm breiten Bachlauf etwa werden 6000 bis 8000 Liter Pumpenleistung pro Stunde benötigt. Fragen Sie hierzu am besten einen Fachmann.
  • Sie müssen sich entscheiden, ob Sie den Bachlauf ganz klassisch mit Teichfolie als Abdichtung oder mit fertigen Bachlaufschalen oder mit anderen Materialien wie Ton, Beton oder Glasfasermatten anlegen wollen.
  • Außerdem benötigen Sie viele große und kleine Steine, Schaufel, Wasserwaage und Stauden, Farne und Gräser drumherum.
  • Tipp: Wem die Eigenplanung zu viel ist, der kann inzwischen auch Bachlauf-Komplettsets mit allem Zubehör im Fachhandel kaufen.

Der Einbau und die Technik

  • Am Rand des Teiches wird mit dem Erdaushub ein Hügel aufgeschüttet.
  • Mit der Hand wird die 20 cm tiefe und mindestens 30 cm breite Mulde oder Rinne für den späteren Bachverlauf ausmodelliert.
  • Teichfolie ist das gängigste Material, um ein künstliches Bachbett abzudichten. Ideal sind lange, schmale Folienbahnen. Die Rinne wird zunächst mit einem Schutzvlies und dann mit der Teichfolie ausgekleidet. Wichtig beim Verlegen: Ziehen Sie den Folienrand an beiden Seiten nach oben über den Rand der Rinne, damit der Bach kein Wasser an das angrenzende Erdreich verliert. Folie sorgfältig und möglichst faltenfrei verlegen.
  • Die Länge des Wasserlaufs sollte mindestens drei Meter betragen.
  • Nun kommt die Technik ins Spiel: Die Bachlauf-Pumpe ist das Herzstück eines jeden künstlichen Bachlaufes. Sie wird im Teich versenkt und der Schlauch, an dem die Pumpe hängt, wird nach oben zur Mündung des Bachlaufes geführt. Achtung: Messen Sie die benötigte Länge zwischen Teich und dem Anfang des Baches – der Quelle – genau aus, damit der Schlauch am Ende nicht zu kurz ist.
  • Der Schlauch muss dann in den Hügel eingegraben werden. Denn die Technik soll am Ende natürlich nicht zu sehen sein.
  • Testen Sie vor dem Eingraben des Schlauches, ob das Wasser auch wie gewünscht, den Bach runter läuft.
  • Die Teichfolie wird an den Seiten eingegraben und mit groben und feinen Steinen so kaschiert, dass keine Folie mehr zu sehen ist.
  • Auch der komplette Hügel wird mit Findlingen und Kies an den Seiten befestigt und sollte völlig unter der Steinschicht verschwinden.

Die Bepflanzung und Gestaltung

  • Entlang des Bachlaufes pflanzen Sie nun in den trockenen Bereich Gräser, Farne und Stauden, die im Laufe der Zeit den Randbereich begrünen.
  • Pflanzen, die direkt im Bachbett wachsen sollen, werden in spezielle Pflanztaschen gesetzt und mit Steinen umbaut. Wasserpflanzen für das Bachbett sind zum Beispiel: Zwerg-Binsen, Japanische Sumpf-Iris und Sumpf-Primel.

Literaturtipps:

  • Teichbau und Teichtechnik, Peter Hagen, Ulmer-Verlag
  • Teichpflege, Peter Hagen, Ulmer-Verlag
  • Teich und Tümpel im Garten, Lothar Seegers, Ulmer-Verlag
  • Der Bach im Garten, Peter Stadelmann, Gräfe und Unzer

Stand: 04.10.2018, 08:59