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Gartenzeit: Frostfeste, bunte Balkonkästen und -Kübel für den Winter

Gartenzeit: Frostfeste, bunte Balkonkästen für den Winter Lokalzeit aus Köln 06.11.2018 03:22 Min. Verfügbar bis 06.11.2019 WDR Von Susanne Küppers

Lokalzeit aus Köln vom 06.11.2018

Gartenzeit: Frostfeste, bunte Balkonkästen und -Kübel für den Winter

Zum Ende der Saison noch einmal eine Gartenzeit für alle Balkongärtner, die im Winter nicht auf leere oder gar verblühte Kästen vom letzten Sommer schauen möchten. Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme zeigt, was sogar bei frostigen Temperaturen noch Blüte und Farbe in Kasten und Kübel bringt und damit einen schönen Blick nach draußen. Allen voran sind das die Christ- oder Schneerosen, botanisch Helleborus. Und die gibt es dank neuer Züchtungen jetzt nicht mehr nur in Weiß, sondern auch in rosa und rot. Was man beim Pflanzen beachten muss, welche Kombinationen mit anderen Pflanzen passend sind; dazu Tipps vom Lokalzeitgärtner.

Helleborus/Christrosen:

Wer sich auch im tiefen Winter draußen in seinem Garten oder im Balkonkasten oder in einem Kübel auf der Terrasse an Blüten erfreuen möchte, dem kann geholfen werden. Denn es gibt eine Winterblume, die von November an bis in den April draußen blüht; selbst bei Eis und Schnee. Im Mittelalter galt sie als Zauberpflanze, die in keinem Hexenbuch fehlte und schon seit der Antike ranken sich viele Legenden um sie. Als Nieswurz wurde sie damals auch bezeichnet.

Die Rede ist von der Christrose, auch Weihnachts- oder Schneerose genannt, botanisch „Helleborus“. Die Gattung Helleborus gehört zur Familie der Ranunculaceae, den Hahnenfußgewächsen. Die Christrose ist eine langlebige, winterharte und immergrüne Staude für halbschattige Standorte. Die Heimat der Christrose sind die östlichen Kalkalpen Österreichs, Italiens und Sloweniens. In Deutschland ist sie in den Berchtesgadener Alpen zu finden.

Auf dem Land galt die Christrose früher als Orakelblume, die das Wetter vorhersagen konnte. Man stellte in der Weihnachtsnacht zwölf Blütenknospen ins Wasser, jede Knospe stand für einen Monat. Am nächsten Morgen wurde nachgeschaut: die geschlossenen Blüten signalisierten einen Monat mit schlechtem und die offenen Blüten einen Monat mit gutem Wetter.

Neue Züchtungen/ Helleborus x glandorfensis:

Heute werden Christ- oder Schneerosen vor allem wegen ihrer Schönheit gepflanzt. Kannte man die Christrose bisher vor allem nur mit weißen Blüten, gibt es nun neue, robuste Züchtungen, die auch von November an bis zum Frühjahr schon in rot oder rosa blühen. Das kannte man bislang nur von den sogenannten Lenzrosen (Helleborus orientalis), die aber - wie der Name schon sagt - erst im Frühjahr zu blühen beginnen.

Schneerosen und Lenzrosen galten bislang als nicht miteinander kreuzbar. Nach Jahrzehnten intensiver Züchtungsarbeit ist dies nun gelungen. Die daraus resultierenden Sorten gelten als robust, langlebig und widerstandsfähig gegenüber Krankheiten. Und sie gedeihen selbst an sonnigen Standorten noch gut und blühen über einen langen Zeitraum. Benannt sind sie nach dem Heimatort des Züchters „Helleborus x glandorfensis“; nach Glandorf in der Nähe von Osnabrück.

Weitere Infos: www.helleborus.de

Weitere Pflanzen für Balkonkästen im Spätherbst und Winter: 

Herbstzeit kann noch einmal Pflanzzeit für den Blumenkasten auf der Fensterbank, für den Balkon oder die Terrasse sein. Wichtig allerdings: Nicht alle Herbstblüher sind auch frostfest – die klassischen großblumigen Alpenveilchen oder Erica etwa. Der Kasten sollte also am besten so bepflanzt werden, dass auch winterharte Arten mit dabei sind.

Hier einige der für Herbst und Winter geeigneten, farbenfrohen Pflanzen für Kübel und Blumenkasten, die besonders in Kombination mit verschiedenen Gräsern dekorativ sind: 

  • Stiefmütterchen, Herbst-Astern, Fetthenne, Heuchera/Purpurglöckchen, Strauchveronika, Torfmyrthe, Besenheide, Erica, Purpurglöckchen, Skimia, Alpenveilchen, Herbst-Annemonen, Hornveilchen, Herbst-Chrysanthemen, Colchium, Zierkohl, Silberblatt,

Pflanz- und Pflegetipps:

  • Dünne Styroporplatten zurechtschneiden und vor dem Einpflanzen große Kästen und Kübel damit von innen auskleiden. Das schützt die Pflanzen besser bei lang anhaltendem Frost im Winter. Bei kleineren Kästen besser darauf verzichten, weil dann nur noch zuwenig Erde hinein passt. 
  • Ungeeignet im Herbst sind Bewässerungskästen mit Wasserreservoir, da die Pflanzen darin zu nass stehen und die Wurzeln schnell faulen können.
  • Alle Kästen müssen unbedingt Löcher für den Wasserabfluss im Boden haben
  • Bevor frische Blumenerde eingefüllt wird, am besten zusätzlich noch eine Drainage mit Steinen oder Kies anlegen. Das vermindert das Risiko von Staunässe. Denn wenn zu nasse Wurzeln einfrieren, gehen selbst die kälterobusten Herbstpflanzen kaputt.
  • Kombinieren Sie niedrige Pflanzen – wie Besenheide oder Hornveilchen - und höher wachsende Pflanzen – wie Gräser oder Astern -  möglichst symmetrisch    
  • Nur sehr mäßig gießen
  • Düngen ist nicht nötig
  • Pflanzenschutz ist nicht nötig
  • Kübel und Kästen an helle, sonnige, windgeschützte Plätze stellen  
  • Bei ganz tiefen Temperaturen von zehn Grad minus und mehr über mehrere Tage Kästen mit Vlies oder einer Decke abdecken  

Vorsorge fürs Frühjahr/Zwiebelpflanzen:

Der Herbst ist auch die richtige Zeit, um Zwiebeln von Tulpen, Narzissen, Hyazinthen oder Krokusse in die Erde zu bringen. Und das können Sie auch im Blumenkasten oder im Kübel tun. Stecken Sie einige Zwiebeln einfach zwischen die herbstliche Bepflanzung zweimal so tief in die Erde, wie die Zwiebeln groß sind - mit der Spitze nach oben. Achten sie beim Kauf aber darauf, spezielle Zwiebelpflanzen für den Blumenkasten zu kaufen, dass heißt solche, die nicht zu hoch wachsen. Im nächsten Frühjahr wird sich die Blütenpracht dann automatisch einstellen. 

Stand: 07.11.2018, 19:09