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Hochbeet wird Frühbeet

Hochbeet wird Frühbeet Lokalzeit aus Köln 19.03.2019 03:39 Min. Verfügbar bis 19.03.2020 WDR

Lokalzeit aus Köln vom 19.03.2019

Hochbeet wird Frühbeet

Ein vorhandenes Hochbeet lässt sich mit ein paar Handgriffen in ein überdachtes, sogenanntes Frühbeet verwandeln, um erste Salate, Radieschen oder Kohlrabi zu pflanzen oder säen. Solch ein Beet steht auch im Innenhof der Gemeinschaftsgrundschule Geilenkirchener Straße in Köln-Braunsfeld, die sich bei unserem Fernsehgärtner gemeldet hat. Gemeinsam mit Kids und Erziehern des Offenen Ganztags legt Rüdiger Ramme heute dort einen „Pflanzenkindergarten“ an.

Wer schon im März draußen als Gemüsegärtner aktiv werden will, kann loslegen, muss seinen Pflänzchen aber noch Schutz bieten. Ein vorhandenes Hochbeet etwa lässt sich mit ein paar Handgriffen in ein überdachtes, sogenanntes Frühbeet verwandeln, um erste Salate, Radieschen oder Kohlrabi zu pflanzen oder säen. Solch ein Beet steht auch im Innenhof der Gemeinschaftsgrundschule Geilenkirchener Straße in Köln-Braunsfeld, die sich bei unserem Fernsehgärtner gemeldet hat. Gemeinsam mit Kids und Erziehern des Offenen Ganztags legt Rüdiger Ramme heute dort einen „Pflanzenkindergarten“ an. Eine Anregung für alle Hobbygärtner mit Hochbeet, denen es jetzt schon in den Fingern juckt.

Frühbeet bauen und bepflanzten

Möhren, Spinat und Kohlrabi. Salat, Basilikum und Salbei. Studentenblume und Calendula: Diese Gemüse, Kräuter und Blumen haben eines gemeinsam: Sie eignen sich bestens, um schon zum Frühlingsanfang in einem mit einer Folien- , Vlies- oder auch Glas-Abdeckung geschützten Frühbeet im Garten vorgezogen zu werden. Denn um direkt im Garten zu pflanzen oder zu säen, ist es Mitte März für das allermeiste Gemüse noch zu frisch.

Auch ein vorhandenes Hochbeet kann im März mit ein paar Handgriffen in ein überdachtes Frühbeet verwandelt werden. Das schützt einerseits vor Kälte und auch Frost, die es auch im März und April vor allem nachts immer noch geben kann. Anderseits wirkt die lichtdurchlässige Überdachung  gerade an sonnigen Tagen wie eine Heizung und lässt Gemüse schneller als üblich reifen.

Früher bauten sich die Hobbygärtner aus Holzlatten oder Betonplatten und alten Fensterscheiben ihre geschützten Frühbeet-Kästen selber. Heute ist auch die Auswahl an fertigen Frühbeet-Kästen, die in Gärtnereien, Gartencentern oder Baumärkten angeboten werden, groß. Die Bandbereite reicht von einfachen, preiswerten Gestellen, die mit Folie abgedeckt werden und die jedes Jahr neu auf- und abgebaut werden, bis hin zu den modernen, großen Frühbeet-Kästen aus Metall und Plexiglas, die man fest an einem Platz stehen lässt. Mit der richtigen Isolierung und Belüftung können damit im Innern schon im März kuschelige 20 Grad und mehr erreicht werden. Die ideale Temperatur für Saatgut und Jungpflanzen zum Wachsen.

Wer selber bauen will: Schauen Sie im Keller oder Schuppen nach, ob sich nicht noch was Passendes findet; etwa alte Holzlatten, eine alte Fensterscheibe, Vlies oder Folie, Leer-Rohre oder Moniereisen für ein Gerüst, ggfs. Styropor für die Innenauskleidung und natürlich Werkzeug.

Was Sie brauchen:

  • ein sonniges Plätzchen im Garten
  • ein vorhandenes Hochbeet oder einen fertigen Frühbeet-Kasten, wahlweise auch eine passende alte Scheibe, alte Holzbalken oder Bretter, um sie selber zusammen zu schrauben und Leer-Rohre, ggfs. Moniereisen-Stangen für die Dachkonstruktion
  • vorgezogene Jung-Pflanzen, die auch im März schon draußen gesetzt werden können (Salate, Radieschen, Spinat, Steckzwiebeln, Möhren, Rote Beete, Kohlrabi z.B.) 
  • Saatgut oder Saatbänder (Achten Sie bei der Packungs-Beschreibung darauf, ob sich dieses Gemüse für die Anzucht im Frühbeet eignet)
  • Gartenerde oder Blumenerde
  • Aussaaterde (können Sie verwenden, wenn Sie Samen oder Saatbänder einsetzen wollen, ist aber bei gutem Boden nicht unbedingt nötig)
  • Schaufel/Harke 
  • Gießkanne

Darauf sollten Sie achten:

  • der Standort des Kastens oder des Beetes sollte sehr sonnig und Richtung Süden ausgerichtet sein
  • Kasten oder Beet sollten nicht zu groß sein, damit man leicht von außen alle Arbeiten erledigen kann; z.B. 3 x 1,50 Meter.
  • mit dünnen, biegsamen Leer-Rohren aus dem Baumarkt lässt sich nach dem Pflanzen unkompliziert eine Dachkonstruktion für ein Vlies oder für Folie ins Beet bauen. Mehr Stabilität erhalten die Rohre, wenn man innen noch Moniereisen dazwischen schiebt. 
  • als Abdeckung können verschiedene Materialien genutzt werden. Ein wasserdurchlässiges Vlies etwa oder auch eine Folie. Aber auch Stegplatten aus Plexiglas sind geeignet, weil sie sehr lichtdurchlässig, aber auch robust und unempfindlich – etwa gegen Hagelschlag  – sind. Aber auch alte Glasscheiben können eingesetzt werden.
  • das Dach oder der Tunnel sollte sich zum Bepflanzen und auch zum Lüften leicht öffnen lassen
  • scheint bei milden Temperaturen die Sonne, kann es innen aber auch im März oder April schon mal zu warm werden. Dann muss auf jeden Fall gelüftet, eventuell sogar schattiert werden, damit die Pflanzen nicht verbrennen.

Bei der Wahl der Folie gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • einfache UV-durchlässige Folie isoliert zwar nicht gut gegen Kälte, lässt aber viel Licht rein und wärmt die Pflanzen. Die Gefahr: Es kann unter der Folie an sonnigen Frühlingstagen schnell zu warm und zu feucht werden. Dann muss tagsüber unbedingt gelüftet werden
  • luft- und wasserdurchlässiges Vlies isoliert besser bei Kälte, lässt aber nicht soviel Licht an die Pflanzen wie die Folie. Dafür ist die Gefahr, dass es zu warm wird, geringer. Trotzdem wird die Temperatur im Innern um etwa drei Grad erhöht Diese Variante eignet sich gut für Hobbygärtner, die nicht täglich ihr Frühbeet im Blick haben können.    
  • Noppenfolie isoliert am besten, falls es doch noch mal sehr frostig wird. Ist es aber schon sonnig und warm, wird es den Pflanzen unter der Noppenfolie schnell zu heiß.

So gehen Sie bei der Bepflanzung vor:   

  • Erde mit Harke oder Schaufel oben etwas auflockern (nicht umgraben!), alles Unkraut sorgfältig entfernen  
  • wenn nötig, Beet noch mit Gartenerde oder gute Blumenerde auffüllen und verbessern  
  • bereits vorgezogene Pflänzchen (Salat oder Kohlrabi etwa) können Sie direkt mit dem richtigen Abstand einpflanzen. Faustregel: Immer soviel Platz zwischen den Pflanzen lassen, wie sie später groß werden
  • spezielle Aussaaterde können Sie beim Säen verwenden. Einfach eine dünne Schichte oben auf die Erde aufbringen
  • kinderleicht ist es mit Saatbändern: einfach auflegen und etwas Erde drauf
  • wenn Sie einzelne Samen ausstreuen: Nicht zu dicht säen, vor allem bei Kohl ist das wichtig
  • am Ende kräftig gießen
  • mit mehreren Leer-Rohren (ggfs. verstärkt durch Moniereisen) ein halbrundes Gerüst über dem Beet aufbauen
  • dann die Folie überlegen und mit Klammern und Steinen am Rand befestigen.
  • nach sechs Wochen kann zum ersten Mal geerntet werden

Noch ein Tipp:

Nach der ersten Ernte kann erneut ohne Vlies oder Folie Gemüse gepflanzt oder gesät werden. Und im Herbst wird aus dem Frühbeet ein überdachtes Spätbeet. Denn Ruccola, Feldsalat oder Endivie wächst geschützt unter Glas oder Kunststoff auch im Winter problemlos. So können Sie fast ganzjährig Vitamine im eigenen Garten ernten.

Literatur-Tipps:

- Aussaat und Vermehrung, Siegfried Stein, blv-Verlag

Stand: 19.03.2019, 16:26