Gartenzeit: Präriepflanzen

Gartenzeit: Präriepflanzen Lokalzeit aus Köln 18.09.2018 03:34 Min. Verfügbar bis 18.09.2019 WDR

Lokalzeit aus Köln vom 18.09.2018

Gartenzeit: Präriepflanzen

Hitze im August und vor allem wochenlange Trockenheit haben in diesem Jahr nicht nur dem Garten von Lokalzeitzuschauerin Michaela Meier in Grevenbroich arg zugesetzt. Sie wünscht sich jetzt mehr Pflanzen, die damit besser klar kommen. Unser Pflanzenprofi Rüdiger Ramme schlägt ihr deshalb heute ein sogenanntes Prärie-Kiesbeet vor. Was das ist, welche Pflanzen dazu zählen, wie sie sich gegen die extrem heiße, trockene Witterung wappnen und wie man so ein Beet Schritt für Schritt anlegt; dazu heute unsere Gartenzeit. Denn wenn die Sommer so heiß und trocken bleiben, werden Steppengräser, Sonnenhut oder Prachtkerzen aus der nordamerikanischen Prärie auch in deutschen Gärten in Zukunft eine größere Rolle spielen, sagt Rüdiger Ramme.  

Ein Präriebeet anlegen

Wenn die Temperaturen, so wie in diesem Sommer, zeitweise auf 40 Grad klettern und es wochenlang nicht regnet, dann leiden viele unserer Gartenpflanzen, die an solche Hitze und Trockenheit einfach nicht gewöhnt sind. Kein Problem ist das dagegen für die sogenannten Präriepflanzen. Damit bezeichnet man vor allem Stauden, die in den nordamerikanischen Prärielandschaften wachsen. Sie gelten als sehr robust, langlebig, winterhart, aber auch hitzeresistent und kommen natürlich auch mit wenig Regen bestens zurecht. Viele von ihnen blühen vom Hochsommer bis zum Herbst. Im Winter ziehen sie sich dann zurück und treiben jedes Frühjahr wieder neu aus.

Präriegräser, Prachtkerzen, Indianernessel oder Sonnenhut sind nur einige wenige Beispiele. Wer sie ins Gartenbeet pflanzt, kann im Sommer unbesorgt in die Ferien fahren. Denn diese grünen und bunt blühenden Hungerkünstler überstehen auch längere Trocken- und Hitzeperioden problemlos.

Die Vorbereitungen

Ideal ist ein Beet mit diesen Gewächsen auch für den Hobbygärtner mit wenig Zeit, denn die Pflanzen benötigen nicht nur wenig Wasser, sondern auch wenig Pflege. Etwas Zeit braucht man nur für die Anlage des Beetes.

  • Erster Schritt: Mit jeder Menge Sand, Steinen, Kies oder Lavasplitt muss der Boden im Beet zunächst durchlässiger und magerer – wie der Gärtner sagt – gemacht werden. Denn die Präriegewächse mögen keine humusreiche und nährstoffreiche Kost. Regenwasser sollte zudem schnell abfließen können.
  • Modellieren Sie bei der Bodenbearbeitung evtl. ruhig auch ein paar kleinere Hügel. Das Auf und Ab macht ein Gartenbeet abwechslungsreicher.    

Die Pflanzen im Präriebeet

Ist aus einem Beet mit normaler Gartenerde dann ein sandiges, trockenes, steiniges Beet geworden, kommen die Pflanzen dazu, die Haltung bewahren in der Dürre:

  • Die Prachtkerze (Gaura), hoch wachsende Staude, winterhart und weiß und rot blühend, etwa „Corrie’s Gold“. 
  • Die Indianernessel (Monarda fistulosa), blüht von Juli bis September in Rosa und Violett.
  • Sonnenhut (Rudbeckia) und Echinacea), hoch wachsende Stauden, blühen in gelb, weiß und rot, winterhart.
  • Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), blüht im Juni, wird 40-80 cm hoch, blaue Blüten, Rückschnitt nach der Blüte wird empfohlen, zweite Blüte dann im September.
  • Blauraute (Perovskien) benötigen wenig Wasser und blühen im Herbst.
  • Fetthenne und andere kleinere Sedum-Arten und auch Sempervivum; typisch sind die fleischigen Blätter, in denen die Pflanzen Wasser speichern können, Blüte im Spätsommer.
  • Wiesenscharfgarbe (Achillea millefolium) blüht ab Juni.
  • Viele Gräser (etwa Chinaschilf/Miscanthus sinensis oder das Präriegras/Schizachyrium)  gelten als sehr trocken liebend.
  • Ehrenpreis (Veronicastrum), auffällig sind die langen Blütenkerzen von bis zu 1,20 m Höhe.
  • Pachtscharte (Liatris), die langen lila Blütenwalzen locken Schmetterlinge an.
  • Winterharte Kakteen wie etwa die Opuntien; auch sie können größere Menge Wasser in ihren fleischigen, dicken Blättern speichern.  

Gestaltung und Pflege eines Präriebeetes

  • Einzelne hohe Stauden wie der Sonnenhut oder die Prachtkerze können gut alleine im Kiesbeet stehen.
  • Vor allem die niedrigen Arten aber – wie etwa Sedum und Sempervivum – sehen in Gruppen - als kleine Teppiche gepflanzt - besser aus.
  • Egal aber, ob buntes Durcheinander oder puristische Auswahl: Pflanzen Sie nicht zu dicht, sonst wird es auch im Steinbeet schnell zu eng. Denn die Pflanzen überwuchern bald die Steine.
  • Mit Findlingen und grobem und feinem Kies wird das Beet am Ende noch abgedeckt. So kann in Trockenzeiten das Wasser im Boden besser gespeichert werden, es kommt kein Unkraut durch und außerdem passt es gut zu diesen Pflanzen.  
  • Um die Pflege muss sich der Hobbygärtner kaum Sorgen machen. Regel Nummer eins: Nicht gießen! Auch wenn’s bei langen Trockenperioden vielleicht mal schwer fällt, weil die Pflanzen schwächeln. Aber sobald der erste Tropfen vom Himmel fällt, erholen sie sich wieder.

Stand: 18.09.2018, 18:08