Plagegeister Maulwurf und Wühlmaus

Hilfe gegen Wühlmäuse

Plagegeister Maulwurf und Wühlmaus

Er verursacht in diesen Wochen reichlich Ärger in vielen Gärten und so mancher Hobbygärtner verwandelt sich, wenn ein Maulwurf Chaos im Rasen anrichtet, in einen rabiaten Jäger. Aber nicht nur der - bevorzugt Regenwürmer verspeisende - Maulwurf, auch die Wühlmäuse richten viel Schaden an.

Auch Wühlmäuse hinterlassen unschöne Erdhaufen, knabbern als Vegetarier aber vor allem auch die Wurzeln vieler Pflanzen an – gern von jungen Obstbäumen oder von Zwiebelpflanzen – und schädigen sie massiv oder lassen sie ganz eingehen. Was kann - oder besser gesagt: was darf - man überhaupt gegen Wühlmäuse und Maulwürfe unternehmen?

Am Julius-Kühn-Institut in Münster haben sich Biologen jahrelang mit der Bekämpfung von Maulwurf und Wühlmaus beschäftigt. Zunächst muss man genau unterscheiden, mit welchem Plagegeist man es zu tun hat. Denn der Maulwurf steht unter Artenschutz, die Wühlmaus dagegen nicht.

Mit einer sogenannten Verwühlprobe lässt sich leicht feststellen, wer sich da unter der Erde tummelt. Einer der Erdhaufen wird zur Seite geschoben, und die Gänge des Tieres, die sich wenige Zentimeter unter dem Erdboden befinden, werden freigelegt. Nun muss man einen Tag lang warten. Der Maulwurf wird die offenen Gänge und das gesamte Loch sofort wieder zuschieben. Die Wühlmaus dagegen verschließt nur die Gangöffnungen, lässt das ausgehobene Loch aber offen.

Was darf der Hobbygärtner gegen den Maulwurf unternehmen?

Nicht viel. Der Maulwurf steht unter Artenschutz, er darf weder gejagt noch getötet werden. Ihn gezielt zu vertreiben, ist aber erlaubt. Allerdings nicht einfach. Wie die Untersuchungen in Münster ergeben haben, lassen sich die Tiere mit Hausmittelchen wie Knoblauch oder Hundehaaren wohl nicht in die Flucht schlagen. Auch Schallgeräte, die sie mit Geräuschen und Vibration vertreiben sollen, haben im Feldversuch keinerlei Erfolg gezeigt.

Auf kleineren Flächen im Privatgarten aber könnten sogenannte Vergrämungsmittel, die unter der Erde einen starken Gestank entwickeln und im Fachhandel erhältlich sind, den Tieren durchaus ungemütlich werden und sie weiter weg treiben. Am besten kann man vorbeugend den Maulwurf im Garten fernhalten. Wer einen Rasen neu anlegen möchte, sollte am besten darunter ein engmaschiges Drahtgitter auslegen. Das geht sowohl bei Rollrasen als auch bei der Rasen-Aussaat. Ein solches Gitter kann aber auch hochkant etwa 50 cm tief rund um die Rasenfläche eingegraben werden und hält dann als unterirdischer Zaun die ungebetenen Gäste fern. Wem das alles zu aufwändig ist, dem raten die Münsteraner Experten, einfach entspannt zu bleiben. Ab April, wenn die Paarungszeit der Maulwürfe zu Ende geht, gräbt das Tier deutlich weniger. Man sollte dann die Erdhaufen vorsichtig glatt ziehen, und der Rasen erholt sich wieder. Wichtig: die Erdhaufen nicht feststampfen, denn das animiert den Maulwurf, sie wieder aufzuschichten.

Was tun gegen Wühlmäuse?

Bei den Wühlmäusen sind dem Hobbygärtner weniger die Hände gebunden, denn sie stehen nicht unter Artenschutz. Und sie können viel Schaden bei den Pflanzen anrichten. Besonders gern fressen sie Knollen- und Zwiebel-Pflanzen weg und nagen an den Wurzeln von Obst und Gemüse. Wenn sich der Hobbygärtner dann wundert, warum aus der Ernte nichts wird, ist es schon zu spät. Mit ihrem Heißhunger auf Pflanzen sind diese Nager auch für Landwirte und besonders für Obstbauern ein großes Ärgernis. Dass bestimmte Pflanzen wie Kaiserkrone, Wolfsmilchstiele, Hundszunge oder Steinklee wegen ihres Geruchs die Mäuse vertreiben, hat sich im Feldversuch des Julius-Kühn-Institutes nicht bestätigt. Lediglich: Dass die Wühlmäuse diese Pflanzen nicht anfressen. Wenig bis gar keinen Erfolg hat es auch, die Gänge mit übel riechenden Thuja-Zweigen, mit Knoblauch, Holunderblättern oder sogar Menschenhaaren zu zustopfen.

Auch so lärmempfindlich, wie man bisher dachte, sind die Tiere nicht. Deshalb machen auch handelsübliche Schall- und Lärmgeräte gegen Wühlmäuse, die man in den Boden nahe der Gänge steckt, keinen Sinn. Das belegten die Wissenschaftler. Als günstig hat sich häufiges Umgraben erwiesen, denn das zerstört das Gangsystem der Tiere und vertreibt sie so. Aber wer will und kann schon ständig umgraben? Einzig Giftköder (Achtung: Immer außer Reichweite von Vögeln oder eigenen Haustieren auslegen!) und - noch wesentlich wirkungsvoller – Fallen helfen sicher gegen Wühlmäuse. Aber Achtung: Mit Speck fängt man zwar Mäuse. Mit Möhren, Sellerie und besonders Topinambur aber Wühlmäuse!

Ein Tipp, wenn Sie sich nicht auf Mäusefang begeben wollen: In einem Garten mit Wühlmäusen pflanzt man junge Obstgehölze oder auch Knollen- und Zwiebelpflanzen am besten in engmaschige Drahtkörbe. An diesen solchen Maschen beißt sich auch der hartnäckigste Nager die Zähne aus. Solche Drahtbarrieren werden auch im professionellen Obstanbau verwendet.

Stand: 17.03.2015, 17:50

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