Coronavirus in Region Aachen: Ausbildung & Wirtschaft

Auto in Produktionshalle

Coronavirus in Region Aachen: Ausbildung & Wirtschaft

Aktuelle Informationen rund um Ausbildung und Wirtschaft in der Region Aachen.

Industrie- und Handelskammer erwartet mehr Insolvenzen

Die Industrie- und Handelskammer rechnet in den kommenden Monaten mit einem Anstieg der Insolvenzen. Denn am Freitag (30.04.2021) endet die Schonfrist, die zahlungsunfähigen Betrieben in der Corona-Pandemie ein Hinauszögern der Insolvenzanmeldung erlaubte.

Es trifft viele Solo-Selbstständige, deren Reserven schon lange aufgebraucht sind, sagte ein Sprecher der IHK Aachen. Besonders betroffen seien Hotel- und Gaststättenbetriebe. Die Branche hat seit sieben Monaten quasi keine Umsätze mehr. Aber auch im Handel und der Veranstaltungsbranche sieht es düster aus, das zeigten die zahlreichen Anfragen bei der Kammer. Dort können sich Unternehmen über rechtliche Fragen und Fördermöglichkeiten informieren. Die IHK fordert jetzt klare Öffnungsperspektiven, denn nur so könnten Unternehmen überleben.

DGB fordert Impfung in Betrieben

Zum 1. Mai fordern die Gewerkschaften, dass in den Betrieben zügig mit der Impfung gegen das Coronavirus begonnen wird. DGB-Geschäftsführer Ralf Woelk erklärte heute, die Pandemie habe viele Verlierer, z. B. Selbstständige, Gastronomen, Auszubildende und Studenten. Der jungen Generation werde viel abverlangt.

Beim Thema Strukturwandel im Rheinischen Revier vermissen die Gewerkschaften die Schaffung neuer Industriearbeitsplätze, auch für ungelernte Arbeitskräfte. Die Milliardenhilfen dürften nicht nur in Forschung und Infrastruktur fließen. Mit Blick auf die Bundestagswahl wird eine Überarbeitung des Tarifrechts gefordert. Nur noch jeder dritte Betrieb halte sich an die Tarifverträge. Große Präsentveranstaltungen wird es aufgrund der Pandemie in der Region nicht geben.

Wie verändert sich die Arbeitswelt durch Corona?

Betriebsräte aus der Region haben auf einer online-Veranstaltung des DGB über die Veränderung der Arbeitswelt durch Corona diskutiert (27.04.2021). Die Arbeiternehmervertreter sehen vor allem das Home-Office mit gemischten Gefühlen.

Jürgen Müller Betriebsratsvositzender beim Dürener Automobilzulieferer Neapco: "Wir brauchen klare Regelungen, wie das mit Arbeitszeiterfassung geregelt wird. Ich behaupte sogar, dass häufig eine Leistungsverdichtung von 10 bis 15 Prozent üblich ist." Durch die Verlagerung wichtiger Aufgaben ins Home-Office könnten langfristig Abeitsplätze an andere Standort verlegt werden.

Testpflicht in Betrieben?

Etliche Unternehmen bereiten sich momentan auf eine mögliche, zeitnahe Corona-Testpflicht in ihren Betrieben vor (08.04.2021). Fehlende Bereitschaft oder gar Proteste von Mitarbeitern sind offenbar in der Region nicht zu erwarten.

Unternehmer und die Aachener Industrie - und Handelskammer sehen ein ganz anderes Problem: die Organisation. Zum Beispiel bei der Bäckerei Nobis Printen, die monatlich über 5.000 Tests für seine Mitarbeiter brauchen würde. Logistisch ist es schwierig, die Testkapzitäten kurzfristig bereitzustellen, sagt Inhaber Michael Nobis. Ebenfalls für viele unklar ist noch die Umsetzung: Also wird es mehr Selbsttests geben oder wird in jedem Unternehmen eine spezielle Fachkraft die Tests durchführen? Die IHK bekräftigt derweil nochmal, dass es in jedem Fall keinen Test-Zwang gegenüber Arbeitnehmern geben wird.

Hilfspaket für Gastronomie in Düren

Mit einem Hilfepaket will die Stadt Einzelhandel, Gastronomie und Vereine in der Corona-Krise unterstützen. Die Einzelheiten wurden am Mittwoch (31.03.2021) vorgestellt.

Die zentrale Idee heißt "Düren-Gutschein". Mit dem sollen die Bürger verbilligt bei Corona-geschädigten Geschäften einkaufen, also nicht im Supermarkt. Ein Gutschein über 100 Euro kostet die Käufer nur 80 Euro. Die Differenz wird von der Stadt bezahlt. Insgesamt soll das einen Umsatz von einer halben Million Euro bringen.

Im Hilfepaket verzichtet die Stadt weiter bei der Außengastronomie auf Gebühren, für Annakirmes und Weihnachtsmarkt werden Standgelder reduziert, Gewerbesteuer wird gestundet, das Online-Portal für den lokalen Internet-Handel ausgebaut. Für Vereine mit Corona-Lasten wird ein Notfall-Fond eingerichtet.

Corona-Notfallfond für Studierende

Viele Studierende kommen in der Pandemie finanziell nur schwer zurecht. An der FH Aachen gibt es deshalb einen Notfallfonds für Bedürftige. Studierende, die sich in einer solchen Notlage befinden, dass sie sich allein die monatlichen Kosten für Miete, Strom und Lebensmittel nicht mehr leisten können, bekommen für drei Monate bis zu 500 Euro. Und dieser Fonds hat inzwischen (03.03.2021) 112 solcher Stipendien mit einem Gesamvolumen von 111.000 Euro vergeben. Daneben kann man auch Sachspenden bekommen: Zum Beispiel gibt es für bedürftige Studenten auch Laptops, wenn die sich die technische Ausrüstung für ein Online-Studium nicht leisten können.

Viele Taxiunternehmen überstehen die Krise nicht

Seit März des vergangenen Jahres wurden allein in der Städteregion acht Taxi-Konzessionen zurückgegeben. Viele Betriebe klagen über Umsatzeinbrüche von bis zu 50 Prozent. Taxis fahren derzeit vor allem ältere und kranke Menschen auf dem Weg zu Behandlungen. Fahrten zu Hotels, Flughäfen oder kulturellen Veranstaltungen gibt es nicht mehr, klagt Kambiz Taghavi von der Aachener Autodroschkenvereinigung. Von den staatlichen Hilfen sei viel zu wenig bei den Taxiunternehmen angekommen.

Kontrollen der Corona-Arbeitsregeln

Die Bezirksregierung kontrolliert derzeit (22.02.2021) gezielt die Einhaltung der geltenden Corona-Arbeitsregeln. Dabei wird auch überprüft, ob Unternehmen ihren Beschäftigten die Arbeit im Homeoffice ermöglichen. Ergebnis: Bei der überwiegenden Zahl der überprüften Arbeitgeber war das der Fall. Da, wo das nicht der Fall war, lag es unter anderem an unzureichendem Datenschutz oder schlechter Internetverbindung.

Dehoga befürchtet Aus zahlreicher Betriebe

Nach Auskunft des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga denkt fast jeder vierte Gaststätten- und Hotelbetreiber zwischen Aachen, Düren und Heinsberg daran aufzugeben (19.01.2021). Viele Betriebe würden das Ende der Corona-Pandemie nicht mehr erleben, sagte ein Sprecher. Sollte der Lockdown bis Ostern dauern, ginge in jedem dritten Betrieb das Licht aus. Ersparnisse seien aufgebraucht und auch die finanziellen Hilfen der Politik kämen nur schleppend oder überhaupt nicht an.

Besserer Schutz auf dem Bau gefordert

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt fordert einen besseren Infektionsschutz am Arbeitsplatz (13.01.2021). Täglich arbeiten mehrere Tausend Beschäftige allein in unserer Region auf Baustellen und in Betrieben.

Unter anderem fordert die Gewerkschaft die Arbeitgeber auf, FFP2-Masken bereitzustellen. Außerdem sollten Corona-Schnelltests in den Betrieben angeboten werden. Bei vielen Arbeiten könnten Abstands- und Hygienevorschriften nicht eingehalten werden, sagt ein Sprecher der IG BAU. Gerade jetzt im Winter würden zahlreiche Arbeiten in geschlossen Räumen stattfinden, auch auf Baustellen. Damit steige die Infektionsgefahr.

Kritisiert wird auch, dass auf vielen Baustellen Waschmöglichkeiten fehlen und es auch keine Desinfektionsmittel gibt. Die Beschäftigten selbst werden aufgerufen, sich gegen Covid 19 impfen zu lassen.

NGG befürchtet Pleitewelle

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten befürchtet als Folge der Corona-Pandemie eine Pleitewelle (14.01.2021). Viele kleinere Lokale hätten inzwischen alle Reserven aufgebraucht und seien quasi zahlungsunfähig.

Die Gewerkschaft kritisiert, dass die versprochenen Staatshilfen bei den meisten Betrieben noch nicht angekommen sind. Viele hätten extra in Corona-Schutzmaßnahmen investiert und Kredite aufgenommen, die sie nun nicht zurückzahlen könnten. Hart treffe die lange Schließung auch die Mitarbeiter, die ihren Niedriglohn vor der Pandemie durch Überstunden oder Trinkgelder aufbessern konnten.

Ein Gewerkschaftssprecher appellierte an die Kunden, die Gaststätten im eigenen Wohnviertel durch Bestellungen zu unterstützen und die Waren möglichst selbst abzuholen.

IHK-Umfrage in Aachen: Trotz Corona positive Bilanz

Die Unternehmen im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Aachen sehen ihre Geschäftslage trotz des Lockdowns weniger pessimistisch als noch im September. Das zeigt eine Umfrage, die die IHK am Dienstag vorgestellt hat.

Arbeitsmarkt hart getroffen

Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsmarkt in der Region hart getroffen (05.01.2021). Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen im Dezember erneut minimal gesunken ist, lag sie weit über dem Wert des Vorjahres. Knapp 42.000 Menschen hatten im Dezember zwischen Aachen, Düren und Heinsberg keinen Job. Das waren fast 6.300 mehr als vor einem Jahr. Laut Arbeitsagentur mussten in 2020 wegen Corona 125.000 Menschen in Kurzarbeit, ein historischer Höchstwert. Und eine Entspannung sei wohl erst zum Ende dieses Jahres zu erwarten, sagte der Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren, Ulrich Käser. Er verwies darauf, dass Fachkräfte aktuell bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten und wies auch auf den generellen Trend zur Digitalisierung der Arbeitswelt hin.

Frustrierte Bauern: Preisverfall bei Kartoffeln

Weil Restaurants und Imbissbuden europaweit wegen der Corona-Pandemie nur bedingt öffnen dürfen, sind die Preise für Kartoffeln auch in der Aachener Region eingebrochen (26.11.2020). Ausgefallene Weihnachtsmärkte, Fußballspiele und Veranstaltungen tun ihr Übriges. Frittenfabriken in Belgien und den Niederlanden, die viele der Kartoffeln sonst kaufen, haben ihre Produktion bereits im Frühjahr heruntergefahren.

Die Preise sind im Keller. Anfang des Jahres erhielten Kartoffelbauern in der Aachener Region noch 20 Euro pro 100 Kilogramm. Aktuell sind es magere drei Euro. Die Bauern in unserer Region sind frustriert. Viele verarbeiten ihre Produkte jetzt notgedrungen zu Tierfutter oder bringen sie zur nächsten Biogasanlage.

Handwerksbetriebe in Region optimistisch

Die Handwerksbetriebe in der Region Aachen haben die Corona-Pandemie bislang "mit einigen Schrammen, aber ohne Beulen" überstanden. So hat die Handwerkskammer die aktuelle Konjunkturumfrage unter 16.500 Betrieben zusammengefasst. Drei Viertel der Unternehmen in der Aachener Region sind "gut" oder "zufrieden" durch den Sommer gekommen. Das hat die Handwerkskammer am Donnerstag (22.10.2020) auf einer Pressekonferenz betont.

Fast genau so viele schauen auch optimistisch auf das nächste halbe Jahr. Gelitten haben allerdings Kfz-Betriebe, Bäcker, Caterer, Augen-Optiker, Veranstaltungsfirmen oder die Gastronomie. Nur jedes sechste Handwerks-Unternehmen hat Personal abgebaut. Rund 4.000 Unternehmen haben allerdings staatliche Corona-Finanzhilfen in Anspruch genommen. Die Handwerkskammer sieht aber nur wenige Unternehmen wirklich in Existenznöten. Ein zweiter Lockdown werde allerdings deutlich schwerere Folgen haben, befürchtet die Kammer.

Gastronomen in Düren fordern Hilfe

Hilfe von der Politik fordern die Gastronomen in Düren. Sie sagen, sonst können sie in der Corona-Krise wirtschaftlich nicht überleben. Die Lage sei dramatisch, hieß es am Mittwoch (14.10.2020) beim Gastronomenstammtisch, einer Vereinigung Dürener Café- und Gaststättenbetreiber.

Um Kunden anzulocken, müssten jetzt die Außenbereiche wintergerecht umgebaut werden. Denn viele Gäste wollten aus Angst vor Corona auch bei kühlen Temperaturen draußen sitzen. Die Terrassen müssten daher mit Windschutz und Heizstrahlern umgerüstet werden. Dafür wollen die Gastronomen finanzielle Unterstützung von der Stadt. Sie seien finanziell am Limit und könnten solche Investitionen nicht mehr selbst stemmen.

Wichtige Infos für Arbeitnehmer

Stadt und Städteregion Aachen haben eine Broschüre zu den wichtigsten Fragen rund um die Corona-Krise zusammengestellt: Was kann ich tun bei einem Verdienstausfall? Kann ich Kurzarbeitergeld beantragen? Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld? Wie und wo stelle ich den Antrag? Was muss ich tun, wenn ich auf Leistungen des Jobcenters angewiesen bin?

Die Broschüre kann jeder Interessierte ab sofort gratis herunterladen.

Stand: 30.04.2021, 18:48