Mit dem Zug durch Vietnam

eine lächelnde vietnamesische Frau mit Strohhut und senfgelber Jacke auf einem schlichten Boot, das als Verkaufsstand dient, hält eine grüne runde Frucht mit Strohhalm in die Kamera, im Hintergrund weitere Boote und das braune Wasser eines Flusses

Mit dem Zug durch Vietnam

Den einfallsreichen Vietnamesen ist nichts unmöglich: einen ganzen Blumenmarkt auf einem einzigen Moped balancieren, drei Schweine, 100 lebende Hühner oder eine ganze Familie. 45 Jahre nach Kriegsende ist das einst geteilte Land mitten im Aufbruch, quicklebendig und pulsierend.

Kaum etwas hat die Träume der Vietnamesen mehr beflügelt als der Reunification Express. Der Zug fährt mehrmals am Tag von Nord nach Süd, von der Hauptstadt Hanoi in die zweite große Metropole: Ho-Chi-Minh-Stadt, das frühere Saigon.

In Hanoi dampft und brodelt es überall: Die Dumplings von Madame Chung, die Krabben von Herrn Nguyen, eine Pho genannte fett Nudelsuppe von Frau Lien - alles Streetfood wie von einem anderen Stern. Dann geht es los Richtung Süden, knapp 2.000 Kilometer lang ist die Ruckelpartie, die zwei Tage und Nächte dauert.

Wir lernen Vang Seo kennen. Der Reisbauer ist schon 80 Jahre alt, aber bestellt wie eh und je seine Felder auf den Reisterrassen von Ha Giang in Vietnams hohem Norden. Hier lebt auch die 18-jährige Thi Luyen in einem Bergdorf. Sie ist gerade zum ersten Mal Mutter geworden. Jetzt zieht sie als Hebamme über die Dörfer, damit auch andere junge Frauen in der Abgeschiedenheit der Bergwelt ihr Kind gesund auf die Welt bringen können.

Ein Film von Philipp Abresch
Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 18.09.2020, 17:30

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