Erntezeit im Ural

viele junge und alte Menschen sitzen in einer Art bäuerlicher Holzscheune um einen reich gedeckten Tisch

Erntezeit im Ural

In dem kleinen Dorf Irgisly, im südlichen Teil des Ural, hat die Zeit noch ein anderes Tempo. Fernab der Metropolen Moskau und Sankt Petersburg orientiert sich der Rhythmus der Menschen an den Jahreszeiten und den Gesetzmäßigkeiten der Natur.

Irgisly liegt in der russischen autonomen Republik Baschkirien, in einer wunderschönen, weiten und hügeligen Landschaft, die von tiefen Wäldern, dunklen Schluchten und vereinzelten kleinen Dörfern geprägt wird. Die Mehrzahl der knapp 1000 Einwohner Irgislys lebt noch immer in sehr einfachen und oft auch ärmlichen Verhältnissen.

Im Dorf kennt jeder jeden. Der Alltag der Menschen dreht sich um die elementaren Dinge, wie das tägliche Brot, die Kuh, die Kartoffeln, Fisch, die Familie, Geburt und Tod. Das Leben, hier in der russischen Provinz, ist einfach, sinnlich, beseelt und ruhig. Stress und Burnout sind unbekannt.

Der Film zeigt die Menschen von Irgisly in ihrem Alltag, bei der Gartenarbeit, beim Einkochen, beim Melken. Dazu erzählen sie, wie sie die Welt sehen, was sie beschäftigt, was sie erhoffen, woran sie leiden. So wird Irgisly auch zum Spiegelbild der krassen Gegensätze innerhalb der russischen Gesellschaft, den Metropolen einerseits, in denen der Reichtum des Landes verprasst wird und den ländlichen Regionen andererseits, in denen der Wohlstand noch lange nicht angekommen ist.

Ein Film von Detlev Cordts und Julia Solovieva
Redaktion: Christiane Mausbach

Stand: 09.10.2018, 15:35