Die Lotosweberinnen vom Inlesee

Zwei Asiatinnen fischen auf einem Langboot nach Wasserpflanzen

Die Lotosweberinnen vom Inlesee

Lotospflanzen gedeihen bestens im Inlesee in Myanmar. Ihre Blüten und Blätter gelten als mythische Symbole für Erleuchtung und Reinheit. Der Legende nach wurde Buddha in einer Lotosblüte geboren. Aung Naing Saw erntet nur die daumendicken Stängel. Sie sind von mikrofeinen, elastischen Fasern durchzogen, die per Hand zu einem Garn verrollt und anschließend zu einer der teuersten Textilien der Welt verwoben werden.

In Khiang Khan, im Süden des 120 Quadratkilometer großen Inlesees, leben die Menschen in Pfahlbauten auf dem Wasser. Der See bietet ideale Bedingungen für die Fischerei und die Landwirtschaft. Auf schwimmenden Gärten wird Gemüse angebaut. Und seit den 1920er Jahren weben die Frauen am Inlesee Lotosstoff, nur sie und nur hier. Was einst für religiöse Zwecken hergestellt wurde und nur wenige ernährte, hat sich seit der Öffnung Myanmars zu einem Wirtschaftszweig entwickelt, von dem viele Familien leben.

Doch das Ökosystem und die natürliche Ressource Lotos geraten dadurch immer mehr in Gefahr. Die Filmemacher Anna-Lena Maul und Peter Moers haben den Weg des Lotos von der Wasserpflanze zum Webstoff verfolgt und zeigen, wie sich das Handwerk und die Weberinnen zwischen Religion und Kommerz verändern.

Ein Film von Anna-Lena Maul und Peter Moers
Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 17.08.2020, 12:00

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