Die gefährlichsten Schulwege der Welt - Bolivien

kleiner Junge mit dunklen kurzen Haaren und hellbeige Hemd, wird in hellblauem Sackstoff sitzend an einer alten Metallrolle, die am einem Drahtseil hängt, festgebunden

Die gefährlichsten Schulwege der Welt - Bolivien

Die Täler der Yungas-Region zwischen Anden und Amazonasbecken: Die Kinder in dieser abgeschiedenen und armen Region Boliviens legen weite und unvorstellbar gefährliche Wege zurück. Sie trotzen Naturgewalten, Hunger und Erschöpfung. Alles für ein Ziel: Bildung.

Der 7-jährige Elmer träumt davon, Ingenieur zu werden und eine Brücke zu bauen zu seinem jetzigen Zuhause. Denn von dort aus führt nur ein Weg Richtung Schule: Eine Seilrutsche - einige alte durchhängende Drahtseile, gespannt über eine 200 Meter tiefe Schlucht. Elmers einzige Sicherung: Eine rostige Eisenrolle und ein Plastiksack.

Auf der anderen Seite des Tals, hoch oben auf einem Berg, leben die Schwestern Mariela und Helen. Abgeschieden und in großer Armut. Jeden Tag treten sie einen Gewaltmarsch zur Schule an, angetrieben von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Sie haben den weitesten Weg von allen Schulkindern. Fast drei Stunden kämpfen sie sich den Berg hinab. durch dichten Dschungel, vorbei an giftigen Schlangen.

Diese Schulkinder haben ihren Traum immer fest im Blick: Durch Bildung die Berge verlassen und in die Stadt ziehen. Raus aus der Armut und weit weg von ihrem lebensgefährlichen Schulweg.

Ein Film von Lars Assmann
Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 08.10.2020, 14:00