Der Ladogasee - Ein russischer Wintertraum

niedriges braunes Steingebäude mit Mauern zwischen breiten runden Türmen auf einer kleinen schneebedeckten Insel in teils zugefrorenem großen See, darüber rötlich gefärbte Wolken, vorne ein kleines Ruderboot

Der Ladogasee - Ein russischer Wintertraum

Der Ladogasee hoch im Norden Russlands ist der größte See Europas, fast 40 Mal so groß wie der Bodensee. Im Winter wird er zum stillen Rückzugsort für Datschenbesitzer, Eisfischer und Mönche – mitten im See liegt die uralte Klosteranlage Walaam, Sehnsuchtsziel junger Pilgerinnen und Pilger.

Der Ladoga ernährt Fischer und die Bewohnerinnen und Bewohner von St. Petersburg. Und er ist ein russischer Schicksalsort. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zur Straße des Lebens für das belagerte Leningrad. Vera Rogowa erinnert sich, wie sie als junge Partisanin in Filzstiefeln und Wattejacke Lkws über den See leitete. Kinder wurden so aus der Stadt gerettet, Lebensmittel zu den ausgehungerten Menschen gebracht.

Heute stapfen Eisfischer mit Bohrern über den zugefrorenen See und warten bei Eiseskälte geduldig darauf, dass die Fische beißen. Ganz ungefährlich ist das nicht, denn der See friert unregelmäßig zu. Die breiten Rinnen sind schwer zu erkennen. In ihnen können Schneemobile und Autos auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Viele Datschen stehen verlassen, eingeschneit am See, doch die schwer bewachten Villen reicher Russen sind auch im Winter Rückzugsort. Die reichen Datschniki heizen sich hier in der Sauna ein: Sie schlagen sich mit Birkenzweigen und stürzen sich dann dampfend in den Schnee, um anschließend mit Schampanskoje nachzuspülen - ein russischer Wintertraum.

Ein Film von Rita Knobel-Ulrich
Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 23.12.2021, 11:00

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