Der Ladogasee - Ein russischer Sommertraum

Blick von oben auf die sonnenbeschienenen Gebäude eines Klosters, in der Mitte eine Kirche mit weiß-blauem Dach, ringsum grüne Wälder und das tiefblaue Wasser eines Sees

Der Ladogasee - Ein russischer Sommertraum

Der Ladogasee hoch im Norden Russlands ist der größte See Europas, fast vierzigmal so groß wie der Bodensee. In den warmen Monaten zieht es viele Städter aus Sankt Petersburg an und auf das Wasser.

Viele Städter entfliehen ihrer engen Kommunalka, in der sich fünf Familien fünf Zimmer, Küche und Toilette teilen. Dann ziehen sie auf ihre Datscha am Ladogasee, pflanzen Kartoffeln und Gemüse, angeln Fische, baden und genießen die paar Monate Sommerglück nach dem langen kalten Winter.

Mitten im Ladogasee liegt auf einer Insel das Kloster Walaam. Die 20-jährige Xenia fährt jeden Sommer mit dem Klosterschiff "Heiliger Nikolai" zur Insel. Schlicht und karg sind Verpflegung und Unterkunft: eine Liege im Gemeinschaftsraum, zwei warme Mahlzeiten gegen Mitarbeit im Klostergarten, nur unterbrochen von Gottesdiensten und Gebet.

Wenn es stürmt und die Wellen sich bis sechs Meter hoch auftürmen, heizen die Datschniki, die Datschenbesitzer, ihre Sauna auf 100 Grad und schlagen sich mit Birkenzweigen, bis sie rot sind wie Krebse. Danach stürzen sie sich dampfend in den See, um anschließend salzigen Trockenfisch mit eiskaltem Wodka zu verspeisen. Ein russischer Sommertraum eben.

Ein Film von Rita Knobel-Ulrich
Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth

Stand: 21.08.2020, 10:00

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