Stress, Ausbeutung und keine Skrupel? Hinter den Kulissen der Paketdienste

Stress, Ausbeutung und keine Skrupel? Hinter den Kulissen der Paketdienste

Vor einem Jahr lösten die Recherchen von Dieter Könnes und seinem Team eine Großrazzia in der Paketbranche aus. Was hat sich seitdem getan? Dieter Könnes schaut erneut hinter die Kulissen.

Über drei Milliarden Sendungen pro Jahr, also mehr als 10 Millionen pro Tag, bescheren den Paketdiensten einen Jahresumsatz von über 18 Milliarden Euro.

Umsätze und Gewinne steigen, doch in puncto Kundenzufriedenheit ist noch viel Luft nach oben. Denn längst nicht jedes Paket kommt pünktlich oder unbeschadet beim Kunden an. Und bei einer Reklamation dann den richtigen Ansprechpartner zu finden, geschweige denn  einen Schaden reguliert zu bekommen, lässt betroffene Kunden oft verzweifeln.

Doch nicht nur Kunden sind unzufrieden. Paketfahrer klagen über unzumutbare Arbeitsbedingungen und miserable Bezahlung weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Und das alles in einer Branche, die boomt wie kaum eine andere.

Razzia bei Hermes-Subunternehmern

Grund genug für Dieter Könnes und sein Team, sich im letzten Jahr erstmals intensiv mit den Verhältnissen hinter den Kulissen dieser Branche auseinander zu setzen. Bei seinen Recherchen  sprach er mit Insidern, die von unzumutbaren Arbeitsbedingungen berichteten, von Missachtung des Arbeitsrechts, von Schwarzarbeit. Seinem Team gelang es, einen Lockvogel als Paketfahrer einzuschleusen und damit einen Einblick in die Branche zu bekommen, wo Arbeits- und Kundenzufriedenheit nicht überall an erster Stelle stehen.

Das Bild zeigt eine Grafik zur Organisationsstruktur von Hermes.

Großrazzia bei Hermes-Vertragspartnern

Am Ende gab es eine Großrazzia, bei der 300 Mitarbeiter von Polizei, Zoll und Staatsanwaltschaft Geschäftsräume und Wohnungen von Vertragspartnern durchsuchten, die als Subunternehmer für den Hermes-Konzern tätig waren.

Der Vorwurf: Verdacht auf Hinterziehung von Sozialabgaben, Unterschreitung des Mindestlohns sowie Beihilfe zur Urkundenfälschung. Hermes erklärte auf Nachfrage: "Die im Bericht geschilderten Umstände entsprechen in keinem Fall auch nur ansatzweise den Maßstäben, an denen wir unsere in der Zustellung für uns tätigen Servicepartner messen." Hermes wollte die Vorwürfe, die sich aus den Recherchen von Dieter Könnes und seinem Team ergeben haben, überprüfen und entsprechend Konsequenzen ziehen.

Doch was hat sich tatsächlich getan?

Noch einmal macht sich Dieter Könnes auf den Weg ins Sauerland, um zu prüfen, ob und wie sich die Verhältnisse an dem Paket-Depot von Hermes verändert haben.

Stand: 07.11.2018, 19:00

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