Könnes kämpft - gegen Paketdienst-Ärger

Könnes kämpft - gegen Paketdienst-Ärger

Der Internethandel boomt - und damit auch die Umsätze der Kurier-, Express- und Paketdienste. Knapp drei Milliarden Sendungen werden in Deutschland jedes Jahr verschickt, Tendenz steigend.

Doch längst nicht jede Sendung kommt auch tatsächlich wie gewünscht beim Empfänger an. Verärgerte Kunden auf der einen Seite; Unternehmen, die bei Schaden und Verlust nicht zahlen wollen, auf der anderen.

Wie kann man sich bei Ärger mit dem Paketdienst zur Wehr setzen? Dieter Könnes und sein Team kämpfen für die Verbraucher, decken die Hintergründe auf und tauchen ein in eine Branche, in der Kunden wie Fahrer gleichermaßen zu den Leidtragenden gehören.

Dieter Könnes trifft Insider, die von unzumutbaren Arbeitsbedingungen bei Subunternehmern berichten. Missachtung des Arbeitsrechts, Schwarzarbeit, möglicherweise Schleusen von Ausländern? Es sind gravierende Vorwürfe, mit denen das Team im Rahmen der Recherche konfrontiert wird. Dieter Könnes und sein Team gehen dem nach und geben so einen Einblick in ein sehr spezielles Gewerbe, das mehr auf Profit als auf Arbeits- und Kundenzufriedenheit setzt.

WDR-Recherchen lösen Razzia bei Transportfirmen für Paketdienste aus

Ermittlungen wegen Sozialabgaben-Betrugs und Umgehen des Mindestlohns. WDR-Sendung „Könnes kämpft“ taucht ins Milieu der Paketdienste ein.

Köln. In einer Großrazzia zu den Geschäftspraktiken von Transportfirmen für Paketdienste haben Polizei, Zoll und Staatsanwaltschaft 24 Geschäftsräume bzw. Wohnungen von Fahrern in Nordrhein-Westfalen durchsucht. Die Razzia erfolgte vergangene Woche in Zusammenhang mit Recherchen der WDR-Sendung „Könnes kämpft“ (Mittwoch, 29. November, 21.00 Uhr, WDR Fernsehen). Bei den Ermittlungen geht es unter anderem um den Verdacht der Hinterziehung von Sozialabgaben und des Unterschreitens des Mindestlohns sowie um den Vorwurf des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern und der Beihilfe zur Urkundenfälschung. Im Verdacht stehen Firmen, die als Subunternehmer ihre Fahrdienste anbieten. Die Staatsanwaltschaft spricht von mehreren Tatverdächtigen.

Als Folge der Razzia hatten die Behörden 16 Personen ohne offizielle Aufenthaltsgenehmigung feststellen können. Gegenüber dem WDR erklärte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer, es sei umfangreiches Beweismaterial festgestellt worden und man stehe erst am Anfang der Ermittlungen.

Auch die Recherchen von Dieter Könnes im Milieu der Paket-Dienstleister zeigen, dass Gesetze hier offenbar immer wieder umgangen werden. Vom WDR eingesetzten Lockvögeln, die sich bei Subunternehmern als Fahrer beworben und so in die Firmen eingeschleust hatten, wurde zum Beispiel eine Bezahlung deutlich unterhalb des Mindestlohns angeboten. Mehrere andere Mitarbeiter bestätigten den WDR-Mitarbeitern dies, zum Teil sprachen diese sogar von einer Bezahlung nur halb so hoch wie der Mindestlohn. In einem Fall wurde schon beim Anstellungsgespräch klar gemacht, dass es einen Teil der Bezahlung nur am Finanzamt vorbei geben würde.

Pressemitteilung
Stand: 29.11.2017, 17.00 Uhr

Stand: 24.11.2017, 11:00

Weitere Themen

Unsere Videos