Neue Staffel „Könnes kämpft“ – Dieter Könnes im Interview

Das Bild zeigt Dieter Könnes.

Neue Staffel „Könnes kämpft“ – Dieter Könnes im Interview

Zahlen wir zu viel für Strom? Welche Diät ist nutzlos oder sogar gefährlich? Und wie passen Missstände in Pflegeheimen mit hohen Gewinnen zusammen? Diesen und weiteren Fragen geht »Servicezeit«-Moderator Dieter Könnes in seiner neuen Staffel „Könnes kämpft“ ab 4.12.2019 im WDR Fernsehen nach.

Der 47-Jährige setzt sich in »Könnes kämpft« dafür ein, dass Verbraucher zu ihrem guten Recht kommen – ob beim nicht ausgezahlten Lottogewinn oder, wie in der bald ausgestrahlten 50. Folge, wenn es um Baupfusch geht. Sechs neue Folgen gibt es in den nächsten Wochen, wir treffen den „Robin Hood des WDR“ im Café Espresso Perfetto in Köln.

WDR: Wie wird man zum „Robin Hood des WDR“?
Dieter Könnes: Das ist ein Format, das zu mir als "Servicezeit"-Moderator passt. Ich kümmere mich gerne um die Themen, die die Verbraucher beschäftigen. Wir haben mit ganz kleinen Fällen angefangen – Ärger beim Wechsel des Telefonanbieters beispielsweise – und dann gemerkt, dass oftmals etwas ganz Großes dahintersteckt.

WDR: Was war Ihr spektakulärster Fall?
Dieter Könnes: Bei uns meldete sich jemand, der sich seine Lebensversicherung in Raten auszahlen lassen wollte, plötzlich aber kein Geld mehr bekam. Wir haben recherchiert und einen Betrug in großem Stil aufgedeckt – Wirtschaftskriminalität mit einer Schadenssumme im zweistelligen Millionenbereich. Dahinter steckte eine Frau, die mit internationalem Haftbefehl gesucht wurde. Und wir haben sie gefunden: im Ferienhaus der Mutter in Holland!

WDR: Wie haben Sie das denn geschafft?
Dieter Könnes: Das war unser Spürsinn. Wir haben da eine Terrier-Mentalität und beißen uns fest. Wir sind dem Fall nachgegangen und wollten die Mutter mit den Betrügereien ihrer Tochter konfrontieren. Die war gerade zu Besuch – und kam für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Es war also auch Glück dabei.

WDR: Wie kommen Sie an die Themen?
Dieter Könnes: Betroffene melden sich bei uns. Wir gehen aber auch Dingen, die uns auffallen, auf den Grund: Warum nimmt die Bauqualität ab? Wohin geht es mit der Pflege? Dann starten wir auch mal einen Aufruf über die Sozialen Medien. Und wir arbeiten mit dem WDR-Hörfunk zusammen.

WDR: Was geht Ihnen persönlich besonders nahe?
Dieter Könnes: Ich erinnere mich an einen Fall von "Love Scamming": Eine Frau ist beim Online-Dating auf einen Betrüger hereingefallen und hat nicht nur ihre gesamten Ersparnisse verloren, sondern auch ihre Familie, die sich abwendete. Ein besonders tragischer Fall von "Love Scamming", denn die Frau war in einer psychisch nicht sehr stabilen Situation auf den Betrug hereingefallen. Da musste ich schlucken. Immerhin: Im Zuge der Dreharbeiten wurden Drahtzieher festgenommen.

WDR: Was muss ein Fall haben, damit Könnes kämpft?
Dieter Könnes: Er muss gesellschaftliche Relevanz besitzen. Wir prüfen: Hat der Fall System, eine Masche? Zudem eine politische Dimension? Selbst wenn wir im Einzelfall nichts erreichen sollten, erreichen wir etwas für die Allgemeinheit. Als Journalisten, die für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk arbeiten, ist es unsere Aufgabe, den Finger in die Wunde zu legen. Zum Beispiel das Thema Wohnen: Vor sechs Jahren haben wir erstmals über die steigenden Mieten berichtet. Wir decken die Missstände auf. "Könnes kämpft" informiert also nicht nur, sondern macht die Welt auch etwas besser. Und das Leben etwas einfacher: Eine Frau schrieb uns, dass sie Ärger mit ihrem Küchenhersteller hatte. Wochenlang wartete sie auf einen Termin. Dann drohte sie mit "Könnes kämpft" – und prompt standen die Leute vor der Tür.

"Könnes kämpft"
WDR FERNSEHEN
Mit Dieter Könnes sprach Ina Sperl.
Sendetermine:
MI / 4., 11., 18. Dezember, 8., 15., 22. Januar / 21:00

Stand: 18.11.2019, 17:00

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