Fotos aus der Sendung vom 10.09.2021

Zu Gast bei Bettina Böttinger im Kölner Treff sind Teresa Enke, Gesine Schwan, Rocko Schamoni, Dr. Julia M. Nonn, Fabian Nießl, David Mayonga und Elisabeth Raffauf.

Gäste im Kölner Treff am 10.09.2021

Im Kölner Treff begrüßt Bettina Böttinger die Vorsitzende der Robert-Enke-Stiftung, Teresa Enke, die Politologin Gesine Schwan, den Musiker und Autor Rocko Schamoni, die Ärztin Dr. Julia M. Nonn, den Fitnesstrainer Fabian Nießl, den Sozialpädagogen und Rapper David Mayonga und die Psychologin Elisabeth Raffauf.

Im Kölner Treff begrüßt Bettina Böttinger die Vorsitzende der Robert-Enke-Stiftung, Teresa Enke, die Politologin Gesine Schwan, den Musiker und Autor Rocko Schamoni, die Ärztin Dr. Julia M. Nonn, den Fitnesstrainer Fabian Nießl, den Sozialpädagogen und Rapper David Mayonga und die Psychologin Elisabeth Raffauf.

Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan erkrankte nach dem Tod ihres Mannes an Depressionen. "Der Glaube alleine hätte mir nicht geholfen", sagt sie heute. Erst ein Psychoanalyse habe ihr geholfen und seit den 1990er Jahren ein Leben ohne Depressionen ermöglicht.

In ihrem aktuellen Buch "Europa versagt" kritisiert die ehemalige Präsidentin der Europa-Universität Frankfurt/Oder den Umgang der europäischen Länder mit Migrantinnen und Migranten. Gesine Schwan fordert eine menschliche Flüchtlingspolitik.

Fabian Nießl ist Fitnesstrainer und Personal Coach. Auf Instagram hat er mehr als 200.000 Follower. Aber auch er kennt Depressionen. Mit 18 befielen ihn Ängste und Panikattacken.

Lange Zeit hat sich Fabian Nießl für seine Krankheit geschämt. Heute steht er dazu und will anderen Mut machen. In seinem Buch "Starker Mann ganz schwach" erzählt er von seinem Weg aus der Depression.

Teresa Enke verlor im Jahr 2009 ihren Mann, den Torwart Robert Enke, durch einen Suizid. Er hatte unter schweren Depressionen gelitten. Heute klärt sie als Vorstandsvorsitzende der "Robert Enke Stiftung" über Depressionen auf.

"Wir bekommen aktuell viele Hilferufe von Jugendlichen", sagt Teresa Enke. In der Pandemie sei die Nachfrage nach Therapieplätzen gestiegen. Inzwischen ist Teresa Enke auch auf Youtube aktiv, um dort über Depressionen zu sprechen.

David Mayonga aka Roger Rekless ist Radio-Moderator, Musiker, Autor, Rapper, Musikproduzent und Mitglied des Künstlerkollektivs "Deichkind". Außerdem ist er als Sozialpädagoge in der Jugendarbeit tätig und setzt sich gegen Rassismus ein.

Mit Anfang zwanzig hatte David Mayonga, der schon im Kindergarten rassistisch angefeindet wurde, seine erste depressive Episode. Er versucht ganz offen mit der Krankheit umzugehen und will die Menschen für die Krankheit sensibilisieren.

Die Diplompsychologin und Erziehungsberaterin Elisabeth Raffauf arbeitet für "Herzfunk" im KiRaKa, dem Kinderradio des WDR. "Einsamkeit bei Kindern wird unterschätzt", sagt sie. "Kinder spüren zur Zeit sehr viel Druck."

Nach den Erfahrungen der letzten Monate geht Elisabeth Raffauf davon aus, dass Depressionen in der "Generation Corona" ein großes Thema werden. Denn die Einsamkeit und der fehlende Austausch mit Gleichaltrigen sei vor allem für Heranwachsende ein unterschätztes Problem.

Der Musiker, Schauspieler und Bestseller-Autor Rocko Schamoni erkannte mit Mitte 20, dass er Depressionen hat. "Depressionen werden mich mein Leben lang begleiten", ist er sich sicher.

"Ich sehe keinen Grund, meine Depressionen zu verschweigen", sagt Rocko Schamoni. Er habe immer wieder unterschiedlich starke depressive Phasen in seinem Leben, aber mittlerweile Strategien im Umgang mit seinen Depressionen entwickelt.

Dr. Julia M. Nonn ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie arbeitet täglich mit depressiven Menschen und stellt klar: "Jeder dritte Mensch hat einmal im Leben eine Depression."

"Depressionen sind gut behandelbar", sagt die Psychiaterin und Psychotherapeutin Dr. Julia M. Nonn, der es bei der Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten sehr wichtig ist, die Angehörigen miteinzubeziehen.

Stand: 10.09.2021, 23:30 Uhr