Spaghetti wie in Italien

Spaghetti wie in Italien

In Italien gehört mindestens einmal am Tag Pasta auf den Tisch - und zwar stets als Vorspeise, der nur noch ein kleines, bescheidenes Hauptgericht folgt. Einen Teller Spaghetti weist niemand zurück - es sei denn, sie sind schlampig, also zu lange gekocht. Denn das ist zunächst einmal das Wichtigste: Niemals dürfen Spaghetti zu weich sein, sie müssen noch Biss haben, den Zähnen noch leicht Widerstand bieten. "Al dente" nennen das die Italiener.

Die richtige Qualität

Achten Sie beim Einkauf darauf, dass Sie Spaghetti aus Hartweizen kaufen. Es gibt Hartweizennudeln ganz ohne Ei hergestellt, sie bestehen also aus nichts anderem als Mehl und Wasser! Aber auch Eiernudeln bestehen aus Hartweizen, sofern sie bester Qualität sind. Ob die Nudeln guter Qualität sind, kann man an der leuchtend gelben Farbe sehen, die auf besten Hartweizen hindeutet.

Spaghetti richtig kochen

Es sind vier Punkte, die schon beim Kochen darüber entscheiden, ob Sie gute Spaghetti servieren werden oder nicht:

  1. Spaghetti niemals in Stücke brechen! Als Bündel fassen, ins kochende Wasser stellen und weichen lassen, dabei vorsichtig nachschieben, bis sie total im Topf verschwunden sind. Jetzt mit einer Gabel aufrühren, damit die Spaghetti nicht am Topfboden oder sogar zusammen kleben. Sie müssen schwimmen!
  2. Spaghetti brauchen Platz. Nehmen Sie den größten Topf, den Sie haben - lieber zu groß, als zu klein! Spaghetti brauchen viel Wasser, damit die Stärke, die ihnen anhaftet, sich im kochenden Wasser löst.
  3. Bringen Sie das Wasser im zugedeckten Topf rasch zum Kochen, salzen Sie erst dann. Kein Öl hinzugeben, auch wenn Sie das als heißen Tipp immer wieder empfohlen bekommen! Das Öl macht die Spaghetti rutschig, was bedeutet, dass keine Sauce mehr haften bleiben kann.
  4. Und ein letztes: Lassen Sie die Nudeln niemals abtropfen! Sie werden dabei kalt, sie trocknen aus, sie kleben zusammen! Gießen Sie sie nur rasch durch ein großes Sieb ab, und geben Sie sie unverzüglich, mitsamt dem anhaftenden Wasser, zur Sauce.

Wieviel Spaghetti pro Person?

Will man Spaghetti als Vorspeise servieren, rechnet man zwischen 50 und 80 Gramm pro Kopf. Als Hauptgericht dürfen es ruhig 100 bis 110 Gramm sein. Als Beilage würden sogar nur 30 bis 40 Gramm reichen - aber das ist ein anderes Thema! In Italien räumt man Spaghetti stets eine wichtige, am liebsten sogar die Hauptrolle ein.

Der richtige Käse

Der Begriff "Parmesan" sagt gar nichts - er darf für jegliche Art von geriebenem oder noch zu reibenden Hartkäse verwendet werden, der weder aus Italien stammen, noch sonst irgendein Qualitätsmerkmal aufweisen muss. Es darf bis zu einem gewissen Teil sogar Käserinde für das Zeug verarbeitet werden, das unter dieser Bezeichnung in Tütchen abgepackt wird. Deshalb unser Rat: Kaufen Sie niemals bereits geriebenen Parmesan! Kaufen Sie Käse am Stück, am besten in einem guten Laden, bei einem verantwortungsbewussten Händler, der Ihnen auch Auskunft über sein Angebot geben kann.
Denn eigentlich meint man mit dem Begriff "Parmesan" einen ganz bestimmten Käse, den berühmten Parmiggiano Reggiano, das ist die geschützte Herkunftsbezeichnung für einen Käse, der nach ganz genauen Regeln und präzisen Vorschriften produziert wird. Dass es sich auch tatsächlich um einen echten "Parmiggiano Reggiano" handelt, ist auf seiner Rinde vermerkt: Mit roter Farbe ist sie über und über damit bestempelt.
Die Käsestücke lassen sich übrigens sehr gut im Gemüsefach aufbewahren. Am besten in ein feuchtes Tuch gewickelt, damit sie nicht austrocknen. Zum Reiben sollte man sich eine gute, das heißt vor allem stabile Reibe gönnen. Die besten Käsereiben kommen aus Italien.

Das Spaghettifest: ein Partytipp!

Eine hübsche Idee, wenn Sie mal wieder eine größere Runde von Gästen einladen: Bereiten Sie drei oder vier verschiedene Saucen zu und stellen Sie sie zusammen mit einer großen Schüssel Salat in der Küche bereit. Sorgen Sie auch für genügend geriebenen Käse. Butter sollte da sein, frisches Olivenöl und natürlich frisches Weißbrot. Im größten Topf, den Sie haben, kochen Sie am laufenden Band Spaghetti - immer wieder frisch, bis alle Gäste satt sind. Jeder Gast fischt sich seine Portion Spaghetti aus dem Topf, vermischt sie mit der Sauce nach Wahl und - wetten! - genießt sie !

Die Rezepte

Der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag regelt, dass in gebührenfinanzierten Angeboten viele Inhalte nur noch für begrenzte Zeit online bleiben dürfen. Rezept-Internetseiten haben danach im WDR nur noch eine „Verweildauer“ von drei Monaten.

Die hier nicht mehr veröffentlichten Rezepte erhalten Sie gegen Einsendung eines mit 0,70 Euro frankierten und an Sie adressierten Rückumschlags – Thema der Sendung bitte angeben. Weitere Informationen erhalten Sie über unsere Hotline: 0221 56789 999.

Die Originalsendung lief im Jahr 1998.


Stand: 08.01.2018, 15:30