Neruda

Luis Gnecco als Pablo Neruda in einer Szene aus dem Film "Neruda"

Chile/Argentinien/ Frankreich/Spanien 2016

Neruda

1948: In einer flammenden Rede vor dem Kongress bezichtigt Senator Pablo Neruda, berühmter Dichter und Kommunist, die Regierung Präsident Videlas des Verrats – und wird umgehend seines Amtes enthoben. Der Kalte Krieg ist in Chile angekommen. Neruda entzieht sich seiner Verhaftung und taucht ab. Mitten in der Arbeit an seiner epochalen Gedichtsammlung „Canto General“ versucht er, mit seiner Frau Delia del Carril das Land auf geheimen Wegen zu verlassen.

Verfolgt vom melancholischen Polizisten Peluchoneau, beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, dem Neruda zwischen Poesie und Legendenbildung einen ganz eigenen Reiz abgewinnt. Immer wieder legt er selbst Spuren, um seinem hartnäckigen Verfolger im letzten Moment zu entkommen. Bald dringt die Geschichte vom Dichter auf der Flucht nach Europa, Künstler wie Pablo Picasso setzen sich für seine Freiheit ein. Die seltsame Jagd führt die Kontrahenten derweil in immer abgelegenere Gegenden. In der imposanten Bergwelt der chilenischen Kordilleren macht sich Neruda schließlich daran, das letzte Kapitel des Duells mit Peluchoneau in Szene zu setzen..

„Bis zum Schluss macht sich Neruda über Neruda lustig. Und sinkt dann doch, wenngleich nur angedeutet, vor ihm in die Knie: Dichter, was wären wir ohne dich – eine ärmere Version unserer selbst, weniger kämpferisch, weniger zartfühlend, weil wir an deinen Versen gewachsen sind! Den Film, in dem solche Worte tatsächlich fallen könnten, hat Larraín nicht gemacht. Zum Glück. Stattdessen eine fast schon satirische Meditation über die alte Ehe zwischen dem Poeten und seinem Volk. Bei allen Fehlern des anderen: Es geht nicht ohne ihn.“ (Merten Worthmann, Die Zeit, 23.2.2017)

Darsteller
Luis Gnecco: Pablo Neruda
Gael García Bernal: Óscar Peluchonneau
Emilio Gutiérrez Caba: Picasso

Stab
Regie: Pablo Larraín
Buch: Guillermo Calderón

Stand: 01.08.2018, 17:44

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