M - Eine Stadt sucht einen Mörder

Fritz Langs erster Tonfilm zählt zu den Meisterwerken des deutschen Vorkriegskinos.

M - Eine Stadt sucht einen Mörder

"M" erzählt von einem Mann, der kleine Mädchen mordet. Die ganze Stadt Berlin gerät in helle Aufregung und Panik. Die Polizei sucht nach dem Mörder, den man ein Ungeheuer, eine Bestie nennt. Für die Suchmethoden, die dabei angewandt werden, hat sich heute das Wort "Rasterfahndung" eingebürgert. Damit es nach etwas aussieht, werden Razzien veranstaltet. Abend für Abend. Davon fühlt sich die Berufsverbrecherwelt gestört und beschließt, den Kinderschänder auf eigene Faust zu finden; auch um zu zeigen, dass sie mit "so einem" nichts zu tun hat. Der Film zeigt die Unterwelt bestens organisiert; eine Geheimgesellschaft, die, wenn es darauf ankommt, die ganze Stadt kontrollieren kann.

Fritz Lang rückt staatliche Macht und Verbrecherwelt in eine zweideutige Identität. Die Unterwelt kann die Stadt besser kontrollieren und fasst den Kindermörder. Sie stellt ihn vor ein selbsternanntes Gericht. Gustaf Gründgens, der Anführer und Ankläger, fordert die Todesstrafe. Die versammelten Verbrecher äußern das Empfinden des gesunden Volkes. Die Huren sind gefühlvoll, die Ganoven haben ein unerbittliches Rechtsgefühl. In letzter Sekunde greift die staatliche Macht ein.

Mit Fritz Langs "M" hatte der unvergessene Peter Lorre 1931 seinen Durchbruch als Schauspieler. Es war allerdings auch eine Rolle, die ihn sein Leben lang verfolgen sollte. Peter Lorre (1904-1964) hieß eigentlich László Loewenstein und avancierte im Exil in Hollywood zum hervorragenden Charakterdarsteller. Seine Spezialität in gut 70 Filmen - darunter Klassiker wie "The Maltese Falcon", "Casablanca" und die Detektiv-Serie um "Mr. Moto" - waren leise Bösewichte, die ihre latente Brutalität hinter der Maske lauernder Berechnung verstecken.

Deutschland 1931
Stab:
Regie: Fritz Lang
Buch: Thea von Harbou, Fritz Lang

Darsteller:
Hans Beckert, der Mörder (Peter Lorre)
Frau Beckmann, die Mutter (Ellen Widmann)
Elsie, das Kind (Inge Landgut)
Der Schränker (Gustaf Gründgens)
Einbrecher (Friedrich Gnass)
Falschspieler (Fritz Odemar)
Taschendieb (Paul Kemp)
Bauernfänger (Theo Lingen)
Kriminalkommissar Lohmann (Otto Wernicke)

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