Gernot Roll - König der Neugierde

Der Kameramann und Regisseur Gernot Roll nach der Verleihung des Bayerischen Filmpreises im Prinzregententheater.

Gernot Roll - König der Neugierde

 "Dass ich nichts Anderes gelernt habe, außer das Filmemachen, dass ist das Drama, das ist mir irgendwann bewusstgeworden. Dass man das bis ins hohe Alter machen kann, das kann doch nicht sein“, so Gernot Roll in "König der Neugierde" und straft sich dann doch selber Lügen.

Ganze 67 Jahre hat er im Filmgeschäft verbracht. Mit gerade einmal 14 Jahren begann er 1953 eine Ausbildung zum Kameramann in den DEFA-Studios in Babelsberg. 1960 siedelte Gernot Roll aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland über und arbeitete für die Bavaria Film in München. Meisterwerke des deutschen Films wie die vielfach ausgezeichnete "Heimat"-Reihe des Regisseurs Edgar Reitz zählen ebenso wie seine Bildgestaltung des deutschen Oscar-Gewinners "Nirgendwo in Afrika" (2001) von Caroline Link zu seinem eindrucksvollen Oeuvre. Mit der für das Kino entstandenen Thomas-Mann-Adaption "Buddenbrooks" (2007) und dem Fernseh-Dreiteiler "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" (2001), beide in Zusammenarbeit mit dem WDR entstanden, erwies sich Roll als Spezialist für Literaturverfilmungen und Filmbiografien.

"Gernot Roll - König der Neugierde" beleuchtet die wichtigsten Stationen im Werk des vielseitigen Künstlers, der auch als Regisseur von Filmen wie "Der Räuber Hotzenplotz" (2006) Kinoerfolge feierte. Enge Wegbegleiter wie Heinrich Breloer und Edgar Reitz kommen dabei genauso zu Wort wie Caroline Link und der 2019 verstorbene Joseph Vilsmaier. Als fast schon telepathisch beschreibt beispielsweise Edgar Reitz die Zusammenarbeit mit Roll. "Man guckt sich an, man stammelt irgendwas vor sich hin, der andere hat's sofort begriffen, worum's geht."

Gernot Roll starb am 12. November im Alter von 81 Jahren.

Dokumentarfilm, Deutschland 2020
Regie:
Michael Praun

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