Ihre Meinung: Aggressiv und rücksichtslos – was ist los auf unseren Straßen?

Aggressivität im Straßenverkehr Ihre Meinung 26.09.2019 UT DGS Verfügbar bis 26.09.2020 WDR Von Jens Eberl

Ihre Meinung: Aggressiv und rücksichtslos – was ist los auf unseren Straßen?

Unsere Straßen werden immer voller und die Aggressivität der Verkehrsteilnehmer steigt stetig. Es herrscht Krieg im Verkehr, denn immer mehr Fußgänger, Radfahrer, Autos, Busse konkurrieren um den knappen Platz auf der Straße. Und jetzt auch noch die E-Scooter. Nicht nur in Berlin, Köln, Düsseldorf, sondern auch in kleineren Städten wie Paderborn flitzen sie über Radwege, Gehwege, Straßen.

Aggressivität steigt

Die einen sind begeistert über diese einfache Art von A nach B zu kommen, die anderen – vor allem Fußgänger – schimpfen über die gefährlichen Raser. Immer häufiger kommt es zu Unfällen. In Köln und in einigen europäischen Nachbarländern gab es schon Todesfälle. Unfallforscher und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat klagen laut über das ungezügelte Verhalten mancher E-Roller-Fahrer.

Durch einen zugeparkten Radweg weicht eine Fahrradfahrerin auf die Fahrbahn aus.

Die Straßen werden immer voller

Aber auch das Radfahren wird immer gefährlicher. Im ersten Halbjahr 2019 kamen rund elf Prozent mehr Menschen auf dem Rad ums Leben als im Vorjahreszeitraum. Sind E-Roller und Fahrräder für verstopfte Innenstädte überhaupt die Lösung, oder ist die Infrastruktur unserer Städte gar nicht ausgerichtet für die neue Mobilität?

Brauchen wir nicht erstmal ein komplett neues Verkehrskonzept? Und wie steht es eigentlich mit der Ökobilanz der E-Scooter – Stichwort Batterien, Haltbarkeit etc.? Sollte man nicht lieber wie in Monheim ab 2020 kostenlosen ÖPNV anbieten, um das Klima zu retten, Unfälle zu vermeiden und die Aggressivität im Straßenverkehr zu drosseln?

Umweltspuren als Lösung?

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht sich gezwungen, insgesamt mehr Regeln zu schaffen. Sein Vorstoß: Er will Busspuren für E-Scooter und Fahrgemeinschaften freigeben und den Krieg auf der Straße befrieden. Das stößt jedoch vielerorts auf Widerstand. SPD und die Gewerkschaft der Polizei sind dagegen: "Insbesondere E-Scooter und Busse sind eine sehr gefährliche Kombination", so der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Michael Mertens.

Zustimmung kam hingegen vom NRW Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU), der Scheuers Vorschläge begrüßt. In Düsseldorf sind zwei Umweltspuren bereits Realität. Dort dürfen versuchsweise neben Bussen, Taxen, Rädern und Elektroautos auch Fahrgemeinschaften unterwegs sein. Laut Stadtverwaltung ist dieses Modell einzigartig.

Ein E-Scooter-Fahrer fährt an einem Polizeiauto vorbei.

Sind E-Roller für verstopfte Innenstädte die Lösung?

Und so wird weiter gestritten um den Verkehrsraum der Zukunft, den Krieg auf der Straße und die Frage, was am besten fürs Klima und die Menschen ist. Setzen wir auf den öffentlichen Nahverkehr, abgasarme Autos, E-Scooter  oder das Rad? Wem gehören die Straßen der Zukunft im Autofahrerland Deutschland?

Moderatorin Bettina Böttinger diskutierte mit 100 Zuschauerinnen und Zuschauern die Frage, wie wir künftig fahren wollen.

Gäste der Sendung:

  • Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf
  • Dr. Sophia Becker, Mobilitätsforscherin
  • Ralf Langefeld, Polizeihauptkommissar aus Essen  

Redaktion: Jessica Briegmann, Angela Jaenke

Stand: 20.09.2019, 09:34

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