Politik vor der Haustür – Wie gestalten wir unsere Nachbarschaft?

Politik vor der Haustür: Wie gestalten wir unsere Nachbarschaft? Ihre Meinung 10.09.2020 01:28:46 Std. UT DGS Verfügbar bis 10.09.2021 WDR Von Bettina Böttinger

Politik vor der Haustür – Wie gestalten wir unsere Nachbarschaft?

Schon vor der Corona-Krise stand es schlecht um unsere Kommunen: Vielerorts leere Ladenlokale, weil sich der Handel ins Internet verlegt hat, und wenig Geld in den städtischen Kassen. Nur einige Städte stehen gut da, anderswo fast immer das gleiche Bild: marode Infrastruktur und zu viel Dreck.

Auch in kleineren Kommunen und auf dem Land sieht es nicht viel besser aus: Schulgebäude sind im desolaten Zustand, manche Straßen gleichen Schlaglochpisten, öffentliche Parks und Einrichtungen wie Schwimmbäder oder Sporthallen sind oftmals – wenn es sie überhaupt noch gibt – heruntergekommen und sanierungsbedürftig. Kein Ruhmesblatt für unsere Kommunalpolitiker*innen, die sich am kommenden Sonntag (13.9.2020) zur Wahl stellen.

Was können Kommunalpolitiker*innen bewirken?

Woran liegt es? Fehlt es an Ideen und Geld oder sind diejenigen, die die Städte und Kommunen regieren, einfach ohne Macht und ohne Visionen? Haben wir gute Kommunalpolitiker*innen oder sind es die falschen Kandidat*innen, die jetzt um den Einzug ins Rathaus kämpfen? Was können Kommunalpolitiker*innen überhaupt bewirken?

Das Projekt "Liebe deine Stadt" von Merlin Bauer

Das Projekt "Liebe deine Stadt" von Merlin Bauer

Sind sie diejenigen, die dafür verantwortlich sind, was vor unserer Haustür, in unserer Straße, auf dem Dorfplatz oder im Stadtzentrum passiert? Oder sind Bundes- und Landesregierung entscheidender? Und was kann jede*r Einzelne tun, um die direkte Umgebung lebens- und liebenswerter zu gestalten? Gerade die Kommunalwahl bestimmt unsere unmittelbare Lebenswelt, gleichzeitig ist sie im Bewusstsein der Wähler*innen wenig attraktiv. Viele fragen sich: Was kann ich mit meiner Stimme überhaupt bewirken? Warum soll ich wählen gehen?

Ist mehr Eigeninitiative erforderlich?

Wieso waren die Städte und Landkreise zur Gründerzeit und in den Nachkriegsjahren in der Lage, eine Infrastruktur zu schaffen, die heutzutage noch nicht einmal erhalten, geschweige denn neu geschaffen werden kann?

Deutschland gilt doch als wohlhabendes Land. Hohes Bruttosozialprodukt, hohe Durchschnittseinkommen, hohe Exportquote, geringe Arbeitslosigkeit, guter Ausbildungsstand. Warum sieht man den angeblichen Reichtum nicht mehr im öffentlichen Raum?

Wo versickern die Steuern? Liegt es an unseren Kommunalpolitiker*innen? Finden wir keine qualifizierten Bürger*innen mehr, die bereit sind, sich in der Politik ihrer Städte und Dörfer zu engagieren? Oder müssen wir uns alle mehr engagieren, um unseren Lebensraum wieder attraktiver zu machen?

Live-Diskussion in Krefeld

Bettina Böttinger diskutierte das Thema mit Bürger*innen live in der Brauerei Schlüffken im Krefelder Nordbahnhof.

Redaktion: Angela Jaenke und Michael Heussen

Stand: 11.09.2020, 10:18