Ihre Meinung: Heimat – Wer gehört dazu?

Ihre Meinung: Heimat – Wer gehört dazu?

Der Begriff "Heimat" ist eingezogen in die politische Debatte. Galt er lange Zeit als verstaubt und rückwärtsgewandt, will die Politik mit dem Begriff nun Identität stiften und Orientierung bieten. In NRW gibt es schon seit letztem Jahr ein Heimatministerium, nun haben wir auch eines auf Bundesebene.

Allein in NRW sind 113 Millionen Euro bis zum Jahr 2022 für die Heimatpflege eingeplant. Das Geld soll laut der zuständigen Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) nicht nur der Pflege deutscher Traditionen dienen, sondern auch für islamische Kulturvereine zur Verfügung stehen.

Renaissance des Heimatbegriffs

Ortstafel Deutschland, Anfang der geschlossenen Ortschaft mit der Beschriftung Heimat

"Heimat" - als Begriff eingezogen in die politische Debatte

Die Renaissance des Heimatbegriffs ist auch eine Antwort der Politik auf die Verunsicherung vieler Menschen in Zeiten von Digitalisierung, Globalisierung und Flüchtlingen. Gerade  die Flüchtlingssituation habe wie ein Brennglas grundlegende gesellschaftliche Probleme aufgedeckt, sagte die Kanzlerin in ihrer Regierungserklärung.

Kann aus der Renaissance des Begriffs neuer Zusammenhalt erwachsen, der Migranten und Flüchtlinge integriert? Oder führt die Betonung von Heimat zu Ausgrenzung – ausgerechnet derjenigen, die ihre alte Heimat durch Flucht verloren haben?

Tradition, Heimatgefühl - und Verunsicherung

"Heimat – Wer gehört dazu?" fragt Bettina Böttinger daher am 19.4.2018 in der nächsten Ausgabe von Ihre Meinung. Dieses Mal kommt die Sendung live aus Paderborn, aus Ostwestfalen also, wo Tradition und Heimatgefühl noch fest verankert sind. Und wo auch eine Verunsicherung durch Flüchtlinge entstanden ist.

Ministerin Scharrenbach mit Heimatbotschafter Heino (Montage)

Heimatministerin Scharrenbach mit Heimatbotschafter Heino

Denn in der Nähe liegt der Ort Oerlinghausen mit einem Flüchtlingsheim für abgelehnte Asylbewerber, die auf ihre Abschiebung warten. Seitdem in dem kleinen Ort laut Polizei die Einbruchsdiebstähle deutlich gestiegen sind, spricht eine ganze Region über die Asylpolitik. Und damit auch über die Frage, wer zur Heimat dazu gehört und wer nicht.

Live-Diskussion mit Politikern und Experten

100 Zuschauerinnen und Zuschauer diskutieren bei Ihre Meinung live – untereinander und mit Politikern und Experten – auch darüber, was Heimat heute überhaupt ist. Wie heikel die Diskussion über Heimat werden kann, erlebte die Ministerin Scharrenbach, als ihr NRW-Heimatbotschafter Heino jüngst eine Platte mit Liedern überreichte, die einst auch in einem SS-Liederbuch standen. Welche Traditionen sind tabu – und wo verläuft die Grenze? Ist der Heimatbegriff offen für alle und für Veränderungen? Oder steht dahinter eine Leitkultur, an die sich Fremde anpassen müssen, um heimisch zu werden?

Die Hörfunkwelle WDR 5 überträgt die Sendung am 19.4.2018 live in ihrem Programm.

Betina Böttingers Diskussionspartner sind:

Dr. Joachim Stamp

Joachim Stamp, stellvertretender NRW-Ministerpräsident und Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, am 24.06.2017 in Neuss

Stellvertretender Ministerpräsident und Integrationsminister in NRW

Sevim Dagdelen

Sevim Dagdelen

Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Die Linke

Christian Schüle

Christian Schüle

Philosoph und Autor des Buches "Heimat: Ein Phantomschmerz"

Moderation: Bettina Böttinger
Redaktion: Jessica Briegmann, Martin Suckow

Stand: 29.03.2018, 14:39

Unsere Videos