Zwischen Aufbruch und Abstiegsangst: Sind wir fit für die Zukunft?

Zwischen Aufbruch und Abstiegsangst: Sind wir fit für die Zukunft? Ihre Meinung 21.11.2019 01:29:34 Std. UT DGS Verfügbar bis 21.11.2020 WDR

Zwischen Aufbruch und Abstiegsangst: Sind wir fit für die Zukunft?

30 Jahre nach dem Mauerfall ziehen auch die Menschen im Westen Bilanz. Die deutsche Wirtschaft brummte jahrelang. In den letzten zehn  Jahren sind viele neue Arbeitsplätze entstanden, aber nirgendwo so wenige wie im Ruhrgebiet. Während ostdeutsche Regionen aufholen, fällt das Ruhrgebiet weiter zurück. Die Kontraste zwischen Auf- und Abstieg haben eher zugenommen: Bürgerliche Beschaulichkeit hier - soziale Brennpunkte dort. Die Bruchlinien zwischen Wohlstand und Armut laufen mitten durch die Städte.

Aufbruch einer Region

Duisburg hat sich vom Stahl- zum Logistik-Standort gewandelt, gleichzeitig rutschen ganze Stadtgebiete ins Abseits.  In Bochum entsteht auf dem ehemaligen Werksgelände von Opel ein Zentrum für junge Firmen. Die Aufholjagd hat vielerorts begonnen. Immer mehr Start-ups siedeln sich in ehemaligen Fabrik- und Zechenanlagen an, Firmen investieren in Digitalisierung und neue Geschäftsideen. Doch ist das genug für den Aufbruch einer ganzen Region?

Bester Standortvorteil: die Menschen im Ruhrgebiet. Sie gelten als zupackend, fleißig, herzlich, humorvoll und zuverlässig. Selbstmitleid? Nicht im Revier! Es gibt vieles, worauf man stolz sein kann. Woran liegt es, dass dem Ruhrgebiet immer noch das Image als "Kohlenpott und Problemregion" anhaftet, während sich der Osten vielerorts erfolgreich neu erfunden hat?

Boomregion Ruhrgebiet?

Haben die Politiker in Berlin und Brüssel das Ruhrgebiet vergessen?  Was muss jetzt passieren, damit aus dem industriellen Herz Europas eine Boomregion wird? Welche Erwartungen haben die Menschen an die Politik, was kann man selbst tun? Welche Beispiele machen Mut? Von welchen Regionen kann man lernen? Wie kann man angesichts wirtschaftlicher Umbrüche den Zusammenhalt der Menschen stärken? Wie sorgen wir dafür, dass nicht nur die Jungen und Gebildeten profitieren? Wo bleibt die soziale Gerechtigkeit?

Bettina Böttinger diskutierte mit Thomas Kutschaty (SPD-Fraktionsvorsitzender NRW), Eva-Maria Blank (Unternehmerin) und Oliver Weimann (Geschäftsführer ruhr:HUB) sowie 100 Zuschauern und Zuschauerinnen in der Jahrhunderthalle in Bochum über die Zukunft von NRW: Wie blicken die Menschen ins Jahr 2020? Optimistisch oder eher mit einem Gefühl des "Abgehängt-Seins"? Und vor allem: Was kann man selber tun? Wie machen wir uns fit für die Zukunft?

Redaktion: Angela Jaenke und Birgit Virnich

Stand: 22.11.2019, 09:21

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