Ihre Meinung: Bratwurst oder Veggieburger? Der Kampf ums Essen

Ihre Meinung: Bratwurst oder Veggieburger? Der Kampf ums Essen

Es ist Hochsaison am Grill, aber was gegrillt wird, kann Familien, Paare und Freundeskreise vor eine Zerreißprobe stellen. Die einen wollen nur noch die neuen, hippen Veggieburger, die anderen die gute, alte Bratwurst. Essen wird immer mehr zur Glaubensfrage. Was ist die richtige Lebensweise und warum? Konventionell, vegetarisch, vegan, flexitarisch?

Essen ist längst keine Privatsache mehr, essen ist politisch. Kann man noch Eier essen, wenn dafür weiterhin männliche Küken geschreddert werden? Kann man noch Fleisch essen, wenn Rinder so viel Methangas erzeugen?

Wenn es ums Essen geht, geht’s eben gleich ums große Ganze: Gesundheit, Tierhaltung und Klimawandel. Manchen Bürgern geht das gehörig auf die Nerven, denn sie wollen essen, was ihnen schmeckt.

Ist es überhaupt gesund, sich strengen Ernährungsregeln zu unterwerfen, ob vegan oder vegetarisch? Buchautor Nils Binnberg sagt: "Der Mensch sollte alles essen." Sieben Jahre lang hat er nach strengen Ernährungsregeln gelebt, folgte zwanghaft jeder Gesundheitslehre und wurde schließlich krank. Jetzt isst er, was ihm schmeckt, sogar Tiefkühlpizza.

Bio – alles nur Quatsch?

Eine der zentralen Fragen lautet aber auch: Was kaufen wir? Bio oder konventionell hergestellte Lebensmittel? Die einen wollen am liebsten nur Bio essen.

Die anderen argumentieren: Viele Menschen können sich Bio überhaupt nicht leisten. Bio sei Quatsch, denn konventionelle Lebensmittel seien sogar gesünder. Mit Bio erreiche man nicht die Erträge, die benötigt würden, um die Bevölkerung satt zu bekommen.

Und die ganz Konsequenten – oft die Kinder und Jugendlichen – sagen: Wir wollen nicht, dass Tiere für unsere Ernährung leiden, deshalb verzichten wir generell auf tierische Produkte. Laut Statistik sind inzwischen etwa sechs Prozent der Deutschen Vegetarier. Etwa ein Prozent ernähren sich sogar vegan.

Bauern zwischen den Fronten

Die Bauern, die die Nahrungsmittel produzieren, stehen oft zwischen den Fronten. Unkraut und Ungeziefer, die die Ernte bedrohen, will keiner. Wenn Bauern konventionell arbeiten, werden sie beschimpft, weil sie angeblich die Umwelt vergiften.

Aber: Wer auf effiziente Pestizide verzichtet, muss viel öfter mit landwirtschaftlichen Maschinen über die Felder fahren und verbrennt dabei viel umweltschädlichen Treibstoff. Wie kann eine nachhaltige Produktion da überhaupt gelingen? Wie können wir gleichzeitig gut essen und Natur und Tiere schützen? Wie können wir im Jahr 2050 zehn Milliarden Menschen ernähren, ohne unseren Planeten zu zerstören?

Gäste der Sendung

  • Sarah Wiener, Ernährungsexpertin, Fernsehköchin und Abgeordnete im Europaparlament
  • Godo Röben, Geschäftsführer Rügenwalder Mühle
  • Thomas Fabry, Landwirt und Blogger
  • Nils Binnberg, Autor von "Ich habe es satt!" und Journalist

Redaktion: Jessica Briegmann, Angela Jaenke

Stand: 12.07.2019, 14:54

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