Ihre Meinung: Arbeitsstress, Überstunden, Zeitdruck

Arbeitsstress, Überstunden, Zeitdruck – schuften wir uns krank? Ihre Meinung 21.02.2019 01:29:31 Std. UT DGS Verfügbar bis 21.02.2020 WDR

Ihre Meinung: Arbeitsstress, Überstunden, Zeitdruck

Früher wurde im Energeticon in Alsdorf bei Aachen Steinkohle aus 800 Metern Tiefe gefördert, richtige Maloche. Doch bei vielen Arbeitern und Angestellten hat das digitale Zeitalter die Arbeitswelt total umgekrempelt. Die Übergänge von Arbeitszeit und Freizeit sind fließend geworden.

Heute stellen sich ganz andere Fragen als früher. Wie sieht effizientes Arbeiten aus? Reicht vielleicht eine 15-Stunden-Woche, wenn wir auf Konsum verzichten? Sind Zeitarbeitskonten die Lösung? Und wo wollen wir eigentlich arbeiten? Großraumbüro, Co-Working-Space oder Homeoffice?

Kann man Karriere machen und gleichzeitig auf die work-life-balance achten? Wie wollen wir künftig arbeiten, damit wir nicht zu einer kranken und gehetzten Gesellschaft verkommen?

Diese Fragen diskutierten Zuschauerinnen und Zuschauer mit Vertretern aus der Politik, den Gewerkschaften und anderen Experten.

Gäste der Sendung

Ihre Meinung - "Arbeitsstress, Überstunden, Zeitdruck"

Porträt von Knuth Giesler während eines Pressestatements zu Thyssenkrupp.

Knut Giesler (Bezirksleiter IG Metall NRW):
"Seit Jahren ist es doch so, dass unsere Kolleginnen und Kollegen immer mehr Leistungsdruck haben und immer flexibler sein müssen. Das Mantra der Arbeitgeber lautet: Vollzeit + Überstunden + Leistung + Flexibilität. Dem setzen wir entgegen: Mehr Flexibilität im Sinne der Beschäftigten. Für Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Für Arbeitszeiten, die den unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Lebensphasen angepasst werden können – und nicht umgekehrt."

Knut Giesler (Bezirksleiter IG Metall NRW):
"Seit Jahren ist es doch so, dass unsere Kolleginnen und Kollegen immer mehr Leistungsdruck haben und immer flexibler sein müssen. Das Mantra der Arbeitgeber lautet: Vollzeit + Überstunden + Leistung + Flexibilität. Dem setzen wir entgegen: Mehr Flexibilität im Sinne der Beschäftigten. Für Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Für Arbeitszeiten, die den unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Lebensphasen angepasst werden können – und nicht umgekehrt."

Frank Schäffler (Bundestagsabgeordneter, FDP):
Der Abgeordnete aus Bünde im Kreis Herford findet, dass sich die Antwort auf die Frage 'Schuften wir uns krank' aus der Produktivität ergeben muss. "In Zeiten des Fachkräftemangels haben Unternehmen gute Gründe, die Arbeitszeit nicht verkürzen zu wollen."

Jasmin Arbabian-Vogel (Präsidentin des Verband deutscher Unternehmerinnen):
"Arbeitnehmern ist eine Work-Life-Balance zunehmend wichtiger. Besonders junge und gut ausgebildete Fachkräfte lassen sich nicht mehr ausschließlich mit viel Geld und einem teuren Dienstwagen locken."

Professor Michael Kastner (Institut für Arbeitspsychologie und Arbeitsmedizin in Herdecke):
"Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert von Depression und Burn-out sein. Schuld daran ist eine Welt im Umbruch und die totale Vernetzung. Dagegen hilft nur entnetzen, entschleunigen, Planbarkeit, Disziplin und Transparenz."

Redaktion: Jessica Briegmann und Michael Heussen

Stand: 26.03.2019, 15:02

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