Schüssel gefüllt mit Zucker, Löffel mit Zucker

Wie gesund sind Zuckeralternativen?

Stand: 16.05.2022, 06:00 Uhr

Wer gesünder leben möchte, greift zu Zuckeralternativen. Aber wie gut tun Birkenzucker und Agavendicksaft uns wirklich? Ernährungswissenschaftlerin Anja Tanas sagt, welche Zucker-Alternativen es gibt und hat Tipps, wie wir den Zuckeranteil in unserer Ernährung reduzieren.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt maximal 25 Gramm Zucker am Tag – das entspricht etwa sechs Teelöffeln.

Doch auch in Zuckeralternativen wie Ahornsirup und Agavendicksaft steckt Haushaltszucker. „Die Sirupe und Dicksäfte sind zudem hoch verarbeitete Industrieprodukte“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Anja Tanas. „Wenn man es wirklich gesund haben will, kocht man sich Apfelmus oder zerquetscht Bananen.“

Anja Tanas empfiehlt, auch von den Zuckerersatzstoffen nicht mehr zu sich nehmen, als man es bei normalem Zucker tun würde. Denn auch Alternativen, wie Kokosblütenzucker oder Honig, sind kalorienreich.

Wie gesund sind Zuckeralternativen?

Hier und heute 16.05.2022 10:09 Min. Verfügbar bis 16.05.2023 WDR

Xylit und Erythrit liegen im Trend

Bei den zuckerfreien Alternativen liegen Xylit und Erythrit besonders im Trend. Beides sogenannte Zuckeralkohole, die durch Vergärung von Pflanzenteilen gewonnen werden. Xylit, auch als Birkenzucker bekannt, ist fast genauso süß wie Zucker, hat aber nur halb so viele Kalorien. Es eignet sich gut zum Backen. Erythrit ist nicht so süß, hat dafür aber auch fast keine Kalorien. 

Um für sich an eine gesunde, zuckerreduzierte Ernährung zu gewöhnen, können Sie zunächst mit einer Mahlzeit starten, rät Anja Tanas – zum Beispiel mit dem Frühstück: etwa Haferflocken mit Milch und Obst an Stelle von Schoko-Müsli. Und statt zum Beispiel den Kristallzucker im Joghurt durch Agavendicksaft zu ersetzen, sei es besser, Vollkorngetreide, viel frisches Obst, insgesamt eine eher pflanzenbasierte Ernährung zu bevorzugen, rät Anja Tanas. Vor dem Essen einen kleinen Salat, dann ist der Magen schon mal leicht gefüllt. Oder ein Bananenbrot, das sei sehr nährstoffreich. 

Honig im Glastopf mit Löffel.

Honig hat einige Vorteile gegenüber Zucker.

Honig sei dagegen ein Naturprodukt, das gesünder sei als Haushaltszucker, wegen seiner Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. „Honig ist entzündungshemmend, bakterizid, hustenlösend. Aber aus ökologischen und küchentechnischen Gründen macht es keinen Sinn, alles mit Honig süßen.“ Er eigne sich zudem auch nicht zum Kuchenbacken, wegen der Konsistenz und des intensiven Geschmacks.