Zahngebiss

Zahnfüllungen: Material- und Kostencheck

Stand: 17.06.2022, 06:00 Uhr

Ein Loch im Backenzahn oder ein abgebrochener Schneidezahn – Welche Füllung ist die richtige? Und mit welchen Kosten muss man rechnen? Die Stiftung Warentest hat einen Material- und Kosten-Check gemacht. Über die Ergebnisse sprechen wir mit Lea Lukas.

Die Test-Ergebnisse

Amalgam

Für gesetzlich Versicherte ist Amalgam als Zahnfüllung grundsätzlich kostenfrei. Doch sie kommt nicht in jedem Fall infrage. Sie ist optisch besonders auffällig und eignet sich daher nicht für die vorderen Zähne.

Zudem wird Amalgam aufgrund des Quecksilber-Gehalts nicht empfohlen für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren sowie für Schwangere und Stillende.

Zahnfüllungen im Check

Hier und heute 17.06.2022 07:13 Min. Verfügbar bis 17.06.2023 WDR

Komposit

Eine Alternative: Komposit – eine Mischung aus Kunststoff, Glas oder Quarzen. Komposit-Füllungen sind optisch unauffällig, lange haltbar und vergleichsweise günstig. Für Frontzähne sogar kostenfrei. Für Füllungen in den Backenzähnen fällt für gesetzlich Versicherte in der Regel ein vergleichsweise geringer Eigenanteil an.

Keramik

Keramik-Füllungen sind unauffällig und langlebig. Allerdings auch verhältnismäßig teuer, gibt Lea Lukas zu bedenken: „Gesetzlich Versicherte müssen für eine Keramik-Füllung bis zu mehreren Hundert Euro dazu zahlen.“

Gold- und Metalllegierungen

Gold- und Metalllegierungen seien hingegen nur bei stark beschädigten Backenzähnen eine Lösung. Diese Füllungen sind sehr lange haltbar, aber auch deutlich zu sehen. Gesetzlich Versicherte müssen einen hohen Eigenanteil leisten.

Kompomer

Für Kinderzähne hingegen sei in der Regel Kompomer die passende Füllung. Klarer Vorteil: Auch sie ist für gesetzlich Versicherte kostenfrei sowie optisch unauffällig. Zwar ist sie von allen Materialien am kurzlebigsten – was bei Milchzähnen aber nicht ins Gewicht fällt.

Die Kosten im Vergleich

Am Beispiel einer relativ großen Zahnfüllung für einen an drei Flächen beschädigten Backenzahn hat die Stiftung Warentest berechnet, was diese je nach Material kosten würde – inklusive Zahnarzthonorar, Kosten für Labor und Material und abzüglich des Zuschusses der Krankenversicherung.

Herausgekommen ist: Eine Amalgam-Füllung wäre kostenlos, bei Komposit würde eine Zuzahlung von 33 Euro fällig, bei Kompomer 15 Euro. Eine entsprechende Keramik-Füllung würde 740 Euro kosten, eine aus Gold oder Metall 828 Euro.