Wunderschöne Winterblüher

Weidenkätzchen, Jasmin und Co.: Pflanzentipps für wunderschöne Winterblüher Hier und heute 08.02.2021 16:12 Min. Verfügbar bis 08.02.2022 WDR

Wunderschöne Winterblüher

Während sich die meisten Pflanzen im Herbst zurückziehen, blühen sie wunderschön im Winter! Zu den schönsten Winterblühern zählen Lenzrosen, Weidenkätzchen, Winterjasmin, Zaubernuss und Schneeball. Pflanzenexperte Markus Phlippen hat Tipps für wunderschöne Winterblüher.

Verwelkte Blätter neben gelben Blüten einer Zaubernuss

Die Zaubernuss fällt durch ihren Duft auf.

Die Zaubernuss ist ein klassischer Winterblüher mit wunderbarem zarten Duft. Es gibt gelbe, orange und rote Sorten. In der freien Natur gibt es vier Wildarten der Zaubernuss, die alle in den gemäßigten Regionen auf der Nordhalbkugel vorkommen. Was ganz wichtig ist: niemals schneiden. Denn die Zaubernuss blüht an den Triebenden und wächst auch nur sehr langsam. Der Standort ist idealerweise sonnig bis halbschattig. Der Boden sollte nährstoffreich, feucht und leicht sauer sein.

Auch mit den Weidenkätzchen geht es zum Winterende los. Sehr beliebt sind Hochstämmchen mit hängenden Kätzchen. Hierbei ist wichtig, dass die Blüten nach der Blüte radikal abgeschnitten werden. Denn dann entstehen erst die frischen Triebe, an denen im nächsten Frühjahr die Blüten erscheinen. Der Totalrückschnitt wehrt zudem lästige Pilzkrankheiten ab. Auf die gleiche Weise muss man auch kleine Mandelbäumchen schneiden. Übrigens: Weidenkätzchen stehen unter Naturschutz. Sie sind die erste Bienennahrung im Winter.

Blüten des Winterjasmin mit Schnee

Der Winterjasmin leuchtet gelb.

Der Winterjasmin leuchtet gelb und macht richtig Lust auf die kommende Saison. Der einzige echte Jasmin, der in unseren Breiten im Garten wachsen kann. Erstaunlicherweise duften seine Blüten nicht. Dafür wächst er auf fast allen Böden. Man kann ihn als frei wachsenden Strauch oder sogar als Hecke pflanzen. Auch als Kübelpflanze wächst er gut. Eigentlich ist es ein Kletterstrauch, deshalb braucht er am besten ein Rankgerüst. Am besten sieht die Pflanze aus, wenn ihre Triebe malerisch über einer Mauerkrone hängen. Man muss den Winterjasmin nicht schneiden, kann ihn aber schneiden, jedoch erst nach der Blüte. Die Pflanze treibt aus dem alten Holz wieder aus.

Die Gattung der Schneebälle ist vielfältig. Es sind wunderbare Winter- beziehungsweise Frühlingsblüher. Seinen Namen trägt die Gattung aufgrund ihrer weißen und manchmal fast kugelförmigen Blütenstände. Schneebälle stehen am liebsten in voller Sonne, die meisten Arten vertragen jedoch auch leichten Schatten. Sie sind sehr anpassungsfähig, was den Boden angeht.

Mittelmeerschneeball (Viburnum tinus): Er ist immergrün, hat früh im Jahr hübsche weiße Blüten und braucht nicht geschnitten zu werden.

Winterschneeball (Viburnum x bodnantense): Er hat einen unschlagbaren Duft und die Blüten sitzen im Spätwinter an den unbelaubten, dunkelbraunen Trieben und sind ein absoluter Hingucker.

Helleborus – von Christrosen, Lenzrosen und andere Nieswurze

viele verschiedene schöne Helleborus-Blüten in mehreren Reihen

Winterblüher: Helleborus gibt es in vielen verschiedenen Farben und Formen.

Helleborus niger: das ist die heimische Christrose mit ihren weißen offenen Blüten. „niger“ – also schwarz heißt sie übrigens, weil ihre Rhizome im Boden schwarz sind. Und „Nieswurz“ nennt man sie, weil früher aus den getrockneten pulverisierten Wurzeln Niespulver hergestellt wurde. Schlechte Idee übrigens, denn sie ist ziemlich giftig!

Standort: lichter humoser Halbschatten z.B. am Gehölzrand, gerne leicht feucht und kalkliebend.

Helleborus orientalis hat grüne, gelbe, rote, dunkelrote, rosa, weiß, mehrfarbige Blüten – je nach Züchtung. Helleborus kann man auch wunderbar in Töpfen kultivieren. Empfehlenswert ist ein direktes Umpflanzen nach dem Kauf, weil die Töpfe oft schon sehr durchwurzelt sind. Dafür die Wurzeln vorsichtig lockern und ein bisschen Kalk zum Substrat geben.

Helleborus x sternii erkennt man an den leicht stacheligen Blättern. Sie ist nicht ganz so winterhart wie „orientalis“ oder „niger“.

Übrigens findet man oft Sämlinge rund um die Pflanzen im Garten. Die Samen werden normalerweise von Ameisen verbreitet. Die Sämlinge kann man gut ausgraben und in Töpfen weiter verschenken.

Blumen und Garten

Stand: 08.02.2021, 06:00