Tipps gegen Müdigkeit von „Doc Esser“

Hier und heute 17.08.2021 07:12 Min. Verfügbar bis 17.08.2022 WDR

Wach und fit durch den Alltag

Stand: 17.08.2021, 06:00 Uhr

Das Wetter schlägt ständig um. 50 Prozent der Deutschen geben an, darunter gesundheitlich zu leiden. Sie fühlen sich schlapp, haben Kopfschmerzen, schlafen schlecht. Das und die in diesen Zeiten besonders großen Belastungen des Alltags wirken ermüdend. Was tun dagegen? Wir haben Tipps von Heinz-Wilhelm „Doc“ Esser.

Das Phänomen Wetterfühligkeit ist umstritten. Die damit in Verbindung gebrachten unspezifischen Symptome, wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit, können nicht eindeutig dem Wetter zugeordnet werden. „Viele Menschen fühlen sich aber subjektiv schlechter, wenn der Körper sich so schnell mit dem Wetterwechsel regulieren muss“, sagt der Mediziner Heinz-Wilhelm Esser.
Sicher sei, dass sich bestehende Beschwerden durch starke Temperatur- und Luftmassen-Schwankungen verschlechtern. Das sei beispielsweise bei Asthma oder Rheuma der Fall. Auch Migräne-Patienten berichteten davon. „Hier spricht man von Wetterempfindlichkeit.“

Raus gehen

Ein Eimer mit Aufguß in einer Sauna.

Eine Sauna hat meistens eine Temperatur zwischen 80 und 105 Grad Celsius.

Doc Esser rät: „Auf keinen Fall zu Hause hocken! Raus – bei jedem Wetter.“ Das härte den Körper ab und gewöhne ihn an die Aktivität bei unterschiedlichen Wetterlagen. „Man muss sich und den Körper mit dem Wetter auseinandersetzen.“
Außerdem empfiehlt der Arzt, die Ausdauer zu trainieren. Das sei wichtig.
Doc Essers Tipp: Gehen Sie in die Sauna! Das und die anschließende Abkühlung seien das perfekte Training für den Körper, wenn er erfahrungsgemäß bei Wetterwechseln leidet. Es trainiert die Thermoregulation.

Wer müde ist, weil er schlecht schläft, sollte genau hinhören: Schnarche ich? Das betrifft nicht nur die Männer, oft auch Frauen. Schlafapnoe, also Atemaussetzer beim Schlafen, sollten auf jeden Fall behandelt werden.
Es könnte aber auch ein „unsteter Lebenswandel“ sein. Man kann viel selbst tun. Wichtig sei die Schlafhygiene, so Doc Esser.

Richtig schlafen – das sind die Tipps

Die Schlafhygiene ist das A und O:

  • Schlafzimmer muss dunkel und kühl sein (18 Grad)
  • Handy, TV, Laptop vor dem Schlafengehen ausschalten! „Sie haben auch im Schlafzimmer nichts zu suchen.“ Licht macht wach, Nachrichten „peitschen auf“. Geräte hemmen die Bildung von Melatonin. (Melatonin ist ein Hormon, das der Körper hauptsächlich in der Zirbeldrüse, einem Teil des Zwischenhirns, bildet – und zwar dann, wenn es dunkel wird. Dann steigt die Produktion langsam an, unsere Körpertemperatur sinkt, wir werden müde.)
  • Ritualisieren Sie die Schlafenszeit. Gehen Sie immer zur gleichen Zeit ins Bett. Der Körper lernt das irgendwann und geht in den Schlafmodus.
  • Schlafenszeit zelebrieren: Wer gerne Schokolade isst, sollte sich am Abend ein Stückchen gönnen (aber keine ganze Tafel).

Keinen Sport vor dem zu Bett gehen

Eine Frau, die meditiert.

Regelmäßiges Meditieren vor dem Schlafengehen kann Teil einer guten Schlafhygiene sein.

Nicht unmittelbar vor dem Schlafen auspowern. Wie beim Essen braucht auch der Sport Abstand zum Schlaf. Es wird dabei Adrenalin ausgeschüttet, das wachhält. Yoga oder Meditation können helfen.
Das Glas warme Milch vor dem Schlafengehen ist laut Doc Esser ein gutes Ritual: Milch enthält Tryptophan. Das kann der Körper in Serotonin umwandeln, daraus wird das Schlafhormon Melatonin gebildet.
„Tryptophan ist übrigens auch in dunkler Schokolade zu finden.“

Welches „Superfood“ macht wach?

Eine Karaffe Olivenöl.

Olivenöl enthält Antioxidantien und gesunden einfach ungesättigten Fettsäuren.

Die Mischung macht’s. Heinz-Wilhelm Esser setzte auf ausgewogene Ernährung mit ganz viel Gemüse und wenig Fleisch. „Lassen Sie die Finger weg von verarbeiteten Produkten“, rät er.
Er empfiehlt außerdem gute Fette, wie Olivenöl. Die machen nicht dick, sondern fit, der Körper braucht sie.
„Obst ist super, aber in Maßen – denn es enthält viel Fruchtzucker. Wie Süßigkeiten bitte nicht abends essen!“

Wer zu spät und fettig isst, erlebe zwar zunächst eine große Müdigkeit, aber nach zwei drei Stunden komme der „Rebound“. Der Körper arbeite an der Nahrung und könne nicht ausruhen.
Von Nahrungsergänzungsmitteln gegen Müdigkeit rät Doc Esser ab. „Bitte erst alle Mittel der Schlafhygiene, Ernährung, Stressreduktion ausschöpfen.“

Und wer über einen längeren Zeitraum Probleme habe, bitte zum Arzt gehen. Drogeriemarkt-Pülverchen brächten nichts. Aber es lohne sich, selbst aktiv zu werden.